An diesem Tag

Galba

6. römischer Kaiser, Sohn eines C. S. Galba

Anúncio

Lucius Livius Ocella Servius Sulpicius Galba (* 24. Dezember 3 v. Chr. bei Tarracina; † 15. Januar 69 in Rom) war vom 8. Juni 68 bis 15. Januar 69 römischer Kaiser. Im Jahr seines Todes wurden drei weitere Kaiser ernannt, weswegen es als Vierkaiserjahr in die Geschichte eingegangen ist. Galba war der erste Kaiser, der nicht aus dem julisch-claudischen Kaiserhaus stammte.

Galba wurde am 24. Dezember 3 v. Chr. in einer Villa bei Tarracina geboren. Er stammte aus der gens Sulpicia, einer alten senatorischen Familie der Nobilität, und galt charakterlich als untadelig. Sein Vater war Gaius Sulpicius Galba (Konsul 5 v. Chr.), seine Mutter Mummia Achaica. Über seine Mutter hatte er verwandtschaftliche Verbindungen zu Quintus Lutatius Catulus, einem großen Politiker der späten Republik, der Galba ein Vorbild war. Nach deren Tod adoptierte ihn Livia Ocellina, die zweite Frau seines Vaters, wodurch er deren großen Besitz bei Tarracina erbte. Fortan nannte er sich Lucius Livius Ocella Servius Sulpicius Galba, wodurch eine nähere Verbindung zu Livia entstand, der Frau des Augustus und Mutter des Tiberius, die ihn in seiner Karriere förderte. Zudem vermachte Livia Ocellina ihm eine beachtliche Menge an Reichtum. Galba hatte einen älteren Bruder, Gaius, der 22 das Amt des Konsuls erreichte, jedoch sein Vermögen verschleuderte und sich aus Rom zurückzog. Nachdem er bei Tiberius in Ungnade gefallen war, beging Gaius 36 Selbstmord. Galba heiratete um 20 Aemilia Lepida, mit der er zwei Söhne hatte. Sowohl seine Frau als auch die beiden Kinder verstarben jedoch, woraufhin Galba als Witwer lebte.

Galba begann die senatorische Ämterlaufbahn (cursus honorum) unter der Herrschaft des Tiberius. Als Prätor ließ er bei den ludi florales, den Spielen zu Ehren der Göttin Flora, seiltanzende Elefanten auftreten. Noch vor seinem ersten ordentlichen Konsulat 33 war Galba für ein Jahr praetorischer Statthalter von Aquitanien. Nachdem im Sommer 39 eine Verschwörung gegen Caligula aufgedeckt wurde, bei der Gnaeus Cornelius Lentulus Gaetulicus (Konsul 26), der Kommandant des obergermanischen Heeres, eine tragende Rolle spielte, wurde Galba dessen Nachfolger. Mit harten Maßnahmen stellte er die Disziplin des Heeres wieder her. Etwa um diese Zeit, vielleicht noch unter seinem Vorgänger, war ein Einfall der Chatten über den Rhein erfolgt, weshalb Galba 39/40 einen Vorstoß in deren Gebiet unternahm. Dieser Feldzug wurde im Frühjahr oder Sommer 40 unter dem Oberbefehl Caligulas auf rechtsrheinischem Gebiet fortgesetzt. Als jedoch Caligula im Spätsommer 40 nach Rom abreiste, kam es zu einem erneuten Vorstoß der Chatten. Dieser wurde im folgenden Jahr, unter der Herrschaft des Claudius, durch Galba zurückgeschlagen, wobei er auch in das Gebiet der Chatten eindrang. Die Siege Galbas sorgten dafür, dass in den folgenden zehn Jahren die Chatten den Frieden hielten.

43 begleitete er Claudius, der ihn sehr schätzte, als comes auf dessen Britannienreise und 44–46 war er Prokonsul von Africa. Dort sollte Galba die Ordnung in der Provinz wiederherstellen, die sowohl durch innere Streitigkeiten als auch rebellierende Stämme bedroht war. Hier besiegte er 45 die Musulamier. Auch sein Beharren auf Disziplin und sein Gerechtigkeitssinn, gerade auch in unbedeutenden Angelegenheiten, halfen ihm bei der Ausführung seiner Aufgabe. Für seine Dienste in Africa und Germanien bekam Galba die Auszeichnungen eines Triumphators und drei Priesterämter verliehen. In der folgenden Zeit zog sich Galba ins Privatleben zurück, wobei wohl die Missgunst Agrippinas, der Schwester des Caligula und Mutter Neros, die Claudius 49 geheiratet hatte, eine Rolle spielte. Nach deren Ermordung im März 59 wurde Galba 59/60 wieder rehabilitiert, da er immer noch als tüchtig und loyal galt. Von Nero wurde Galba 60 als Statthalter in die Provinz Hispania Tarraconensis gesandt.

Bereits nach der Ermordung Caligulas durch die Prätorianer am 24. Januar 41, soll Galba ein erstes Mal von seinen Freunden dazu gedrängt worden sein, nach der Macht zu greifen, was er jedoch ablehnte. Im Winter 67/68 begann unter der Initiative von Gaius Iulius Vindex, dem Statthalter der unbewaffneten Provinz Gallia Lugdunensis, eine Aufstandsbewegung gegen Nero. Galba verhielt sich auf dessen Bitte um Unterstützung zuerst neutral, da er sich weder anschloss, noch die Nachricht von der Rebellion nach Rom übersandte, wie dies andere Kommandeure taten. Dies scheint daran gelegen zu haben, dass Galba den Briefen kein Vertrauen schenkte. Erst Anfang April 68 schloss Galba sich der Aufstandsbewegung an und wurde am 3. April in Carthago Nova durch Soldaten und Provinziale zum Kaiser ausgerufen. Er nannte sich jedoch zunächst legatus Senatus Populique Romani, da die letztendliche Entscheidung über den Nachfolger Neros dem Senat überlassen werden sollte. Galba sandte zudem Briefe an die anderen Provinzstatthalter, in denen er um ihre Unterstützung bat. Diesen Bitten kamen Aulus Caecina Alienus, der Quaestor von Baetica, und Marcus Salvius Otho, der Statthalter von Lusitania, nach, die sich ihm anschlossen. Gerade Othos finanzielle Unterstützung brauchte Galba, um seine Truppen zu bezahlen.

Zu Beginn verfügte er nur über eine Legion, die Legio VI Victrix, drei Auxiliarkohorten und zwei Reiterschwadronen. Galba ordnete deshalb Aushebungen an und stellte eine zweite Legion, die Legio VII Galbiana, und zwei weitere Auxiliarkohorten aus dem Gebiet der Vasconen auf, wodurch sich seine Streitkraft fast verdoppelte. Unterdessen hatte Vindex die Belagerung von Lugdunum aufgenommen, der Hauptstadt der Provinz Gallia Lugdunensis. Als Lucius Verginius Rufus, der Statthalter in Obergermanien, davon erfuhr, zog er los, um den Aufstand niederzuschlagen. Hierzu führte er seine zwei Legionen aus Mogontiacum, die Legio IV Macedonica und die Legio XXII Primigenia, sowie Teile weiterer vier Legionen aus Niedergermanien inklusive Auxiliartruppen ins Feld. Vindex soll zu diesem Zeitpunkt etwa 100.000 Mann unter Waffen gehabt haben, die jedoch größtenteils schlecht ausgerüstet waren. Als er davon erfuhr, dass Rufus Vesontio belagerte, das ihn nicht mit offenen Toren empfangen hatte, eilte Vindex der Stadt zur Hilfe und schlug sein Lager in der Nähe auf. Die beiden Befehlshaber schickten untereinander Nachrichten und trafen sich letztendlich sogar persönlich, wobei sie sich gegen Nero aussprachen. Dennoch kam es danach unter ungeklärten Umständen zur Schlacht zwischen den beiden Heeren, die wohl durch die Initiative der Soldaten zustande kam und bei der Vindex, nach dem Verlust von 20.000 Soldaten, Selbstmord beging. Als die Legionäre Rufus nun zum Kaiser ausrufen wollten, lehnte dieser jedoch ab, weshalb seine Truppen weiterhin zu Nero standen.

Nachdem Galba die Nachricht von der Niederlage des Vindex bei Vesontio erhalten hatte, schrieb er sofort an Rufus und bot eine Kooperation an, bekam jedoch keine Antwort und zog sich daraufhin nach Clunia zurück. Im Juni 68 änderte sich die Lage für Galba jedoch, da der Prätorianerpräfekt Gaius Nymphidius Sabinus die Prätorianer mit dem Versprechen eines gewaltigen Geldgeschenkes von 7.500 Denaren (30.000 Sesterzen) zum Abfall von Nero bewegte. Daraufhin bestätigte der Senat am 8. Juni 68 Galba als neuen Kaiser und erklärte Nero zum Staatsfeind, woraufhin dieser am 9. Juni Selbstmord beging.

Die Nachricht von seiner Bestätigung als Kaiser erreichte Galba wohl am 16. oder 18. Juni, als dessen Freigelassener Icelus in Clunia eintraf. Zwei Tage später folgte eine Nachricht mit dem exakten Text des Senatsbeschlusses, die der Senator Titus Vinius überbrachte. Galba übernahm nun den Namen Servius Galba Imperator Caesar Augustus und die tribunicia potestas. Vor seinem Aufbruch nach Italien regelte er jedoch zuerst die Verhältnisse in Hispania und übertrug die Kontrolle über die drei Provinzen Tarraconensis, Lusitania und Baetica Cluvius Rufus. Vermutlich am 16. Juli brach Galba von Tarraco nach Italien auf, wobei er die Legio VII Galbiana mit sich führte. Auf seinem Weg nach Rom bestrafte Galba die Städte Spaniens und Galliens, die gezögert hatten, sich ihm anzuschließen, durch höhere Steuerabgaben sowie in einigen Fällen die Schleifung der Stadtmauern. Bei der Stadt Narbo traf er eine Abordnung des Senats, die ihn bat, die Reise zu beschleunigen. Dieses Treffen lässt sich etwa auf den 5. August datieren.

Anúncio

Bald in der World in Stories App

Audio, Offline-Download, keine Werbung und mehr.

Premium entdecken
Galba | World in Stories