Günther Maria Halmer (* 5. Januar 1943 in Rosenheim; † 10. Mai 2026) war ein deutscher Schauspieler. Seinen Durchbruch hatte er 1974 als Münchener Lebenskünstler Karl „Tscharlie“ Häusler in der Fernsehserie Münchner Geschichten. Bekannt wurde er auch durch die Titelrolle in der Justizserie Anwalt Abel. Er spielte in über 190 Film- und Fernsehproduktionen mit.
Günther Maria Halmer wurde am 5. Januar 1943 in Rosenheim geboren. Sein Vater kam von einem Bauernhof, hatte Jura studiert und war Anwalt. Der Vater erzog ihn hart und mit körperlichen Strafen. Nach dem Schulabbruch am Gymnasium ging Günther Maria Halmer zur Bundeswehr, um Pilot zu werden, konnte sich aber mit dem Autoritätsdenken nicht anfreunden. Daher begann er nach dem Pflichtwehrdienst eine Hotellehre, brach diese aber kurze Zeit später wieder ab. Schließlich ging er für zwei Jahre nach Kanada, wo er in einem Asbest-Bergwerk arbeitete. Hier lernte er einen Österreicher kennen, der Schauspieler werden wollte und Halmer inspirierte, es ihm gleichzutun. Nach seiner Rückkehr aus Kanada wurde er auf der Otto-Falckenberg-Schule für Schauspiel in München aufgenommen, wo er von 1967 bis 1969 seine Schauspielausbildung absolvierte.
Halmer war seit 1976 mit einer ehemaligen Unternehmerin und Schmuckdesignerin verheiratet. Das Ehepaar hat die Söhne Daniel und Dominik, die als Rechtsanwalt und Künstler arbeiten.
1987 lief Halmer ein 80-jähriger Fußgänger vor sein Auto und starb.
Im April 2017 erschien unter dem Titel Fliegen kann jeder: Ansichten eines Widerborstigen im C. Bertelsmann Verlag eine Autobiografie Halmers. Seit 2025 engagierte sich der Schauspieler für das Thema Testamentsspenden bei den SOS-Kinderdörfern weltweit.
Günther Maria Halmer starb am 10. Mai 2026 im Alter von 83 Jahren an einer Krebserkrankung.
Die Trauerfeier war in der Pfarrkirche St. Rupert und Martin in Söllhuben im Landkreis Rosenheim.
Bereits während seiner Ausbildung gab Halmer sein Bühnendebüt am Bayerischen Staatsschauspiel München. Nach dem Abschluss der Schauspielschule hatte er 1969 sein erstes Engagement in Martin Sperrs Jagdszenen aus Niederbayern an den Münchner Kammerspielen, wo er bis 1974 in zahlreichen Inszenierungen auf der Bühne stand, darunter in den Jagdszenen und in Marieluise Fleißers Komödie Pioniere in Ingolstadt.
In der Spielzeit 2025/26 kehrte er nach Jahrzehnten in Film und Fernsehen auf die Bühne des Münchner Residenztheaters zurück – wo für ihn einst alles begonnen hatte. In der Uraufführung Gschichtn vom Brandner Kaspar von Franz Xaver Kroetz spielte er die Rolle des Kaspar Brandner. Krankheitsbedingt legte er nach zwölf Vorstellungen die Rolle nieder und wurde in der Folge durch Felix von Manteuffel und Sigi Zimmerschied ersetzt.
Mit der Rolle des Karl „Tscharlie“ Häusler in der Fernsehserie Münchner Geschichten des Bayerischen Rundfunks von Regisseur Helmut Dietl gelang ihm 1974 an der Seite von Therese Giehse der Durchbruch als Schauspieler. 1975 war er erstmals auf der Kinoleinwand zu sehen, in Die Angst ist ein zweiter Schatten unter der Regie von Norbert Kückelmann in der Rolle des Fred. 1979 war er in Lucky Star erneut im Kino, wo er den Vater der – von Katharina Böhm gespielten – Hauptfigur verkörpert. 1980 trat er als Falkland in Tödliches Geheimnis auf, und 1982 gab es eine Nebenrolle in Richard Attenboroughs Oscar-prämiertem Film Gandhi. 1986 hatte Halmer, nachdem er zwischen 1973 und 1984 bereits in mehreren Tatort-Folgen gastierte, im Tatort: Riedmüller, Vorname Sigi sein Debüt als Kommissar „Sigi“ Riedmüller. Er war auch als Synchronsprecher tätig.
In dem Vierteiler Peter der Große spielte er 1986 neben Maximilian Schell, Omar Sharif und Laurence Olivier den russischen Außenminister Tolstoi. 1988 übernahm er in Der Zug eine Rolle neben Ben Kingsley. Im selben Jahr startete das ZDF die Justizserie Anwalt Abel nach den Büchern des Juristen Fred Breinersdorfer mit Halmer in der Hauptrolle. 1992 war er in der Weihnachtsserie Der lange Weg des Lukas B. zu sehen, 1994 spielte er neben Anja Kling in der ZDF-Fernsehserie Hagedorns Tochter. Im Heimatfilm Bauernprinzessin (2004) und den Fortsetzungen Kopf oder Herz (2007) und In der Zwickmühle (2009) übernahm er die Rolle des Onkels Xaver Pichler. In der Krimireihe Die Nonne und der Kommissar war er von 2006 bis 2012 in drei Filmen in der Hauptrolle des Kommissars zu sehen. 2013 übernahm er die Titelrolle des Fotografen Harry Wegener in der Komödie Harry nervt. Daneben spielte er wiederkehrend mit Gudrun Landgrebe, so in Herz oder Knete (2002) und Alles Samba (2003), mit Senta Berger in Die Konferenz (2004), Willkommen auf dem Land (2013), Die Hochzeit meiner Eltern (2016) und Weißt du noch (2023), mit Suzanne von Borsody in Liebe hat Vorfahrt (2005) und Der Meineidbauer (2012) und Thekla Carola Wied in Ein Drilling kommt selten allein (2012) und der Fortsetzung Vier Drillinge sind einer zu viel (2014). 2020 war er an der Seite von Hannelore Elsner in deren letzten Film Lang lebe die Königin als ihr Lebensgefährte zu sehen.
Halmer wirkte auch in einigen Kinder- und Jugendproduktionen mit, wie als Fürst Theodor in Matthias Steurers Märchenadaption Prinzessin Maleen (2015) oder als Naturforscher Kilian von Hohenburg in den Kinderbuchverfilmungen Max und die wilde 7 (2020) und deren Fortsetzung Max und die Wilde 7: Die Geister-Oma (2024) nach dem gleichnamigen Kinderbuch von Lisa-Marie Dickreiter und Winfried Oelsner.
2025: Servus Eddie – Spätes Glück
2025: Gschichtn vom Brandner Kaspar (als Kaspar Brandner). Volksstück von Franz Xaver Kroetz frei nach Motiven von Franz von Kobell. Inszenierung: Philipp Stölzl, Residenztheater München (Bayerisches Staatsschauspiel)
2005: Hessischer Fernsehpreis als Ensemblemitglied des Filmes Die Konferenz
2021: Bayerischer Verdienstorden
2025: Oberbayerischer Kulturpreis
Günther Maria Halmer: Fliegen kann jeder. Ansichten eines Widerborstigen. C. Bertelsmann, München 2017, ISBN 978-3-570-10261-9 (mit 31 Fotos).