An diesem Tag

Günther Jauch

Deutscher Fernsehmoderator, Journalist und Produzent

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Günther Johannes Jauch (* 13. Juli 1956 in Münster) ist ein deutscher Fernseh- und Hörfunkmoderator sowie Entertainer, Journalist und Produzent. Er ist unter anderem bekannt als langjähriger Moderator der Quizshow Wer wird Millionär?

Günther Jauch entstammt dem Hanseatengeschlecht Jauch und ist Nachfahre der Familie Grach. Er ist das älteste von drei Kindern des Journalisten Ernst-Alfred Jauch (1920–1991) und dessen Frau Ursula, geb. Welter (1930–2005). Sein Vater leitete später das Berliner Landesbüro der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) und war 1968 Mitorganisator des Weltkongresses der Katholischen Publizisten. Sein Großvater Hans Jauch (1883–1965) war Freikorpskämpfer und Zementfabrikant.

Jauch wurde 1956 in Münster geboren und wuchs dort während seiner ersten drei Lebensjahre auf, danach in der Berliner Villenkolonie Lichterfelde. Als Kind verbrachte er seine Ferien auf dem Weingut von Othegraven.

Seit den 1990er Jahren lebt er mit der Krankengymnastin Thea Sihler am Heiligen See in Potsdam. Das Paar heiratete im Juli 2006 in Potsdam nach 18 Jahren Partnerschaft. Sie haben zwei leibliche Kinder und adoptierten 1997 und 2000 zwei aus Russland stammende Waisenkinder.

In seiner Schulzeit war Jauch sieben Jahre lang Ministrant in der Pfarrei Heilige Familie in Berlin-Lichterfelde. Zunächst besuchte er die dortige „13. Grundschule“, die heute Clemens-Brentano-Grundschule heißt. Nach dem Abitur am altsprachlichen Berliner Gymnasium Steglitz begann er ein Jurastudium in Berlin. Parallel bewarb er sich an der Deutschen Journalistenschule (DJS) in München. 1975 brach er das Jurastudium ab und wechselte an die Journalistenschule, die er zwei Jahre später als Teilnehmer der 15. DJS-Lehrredaktion abschloss.

Danach wurde er Sportmoderator beim Hörfunk des Bayerischen Rundfunks und studierte gleichzeitig an der Ludwig-Maximilians-Universität München Politik und Neuere Geschichte. Nach zwei Jahren wechselte Jauch zum Zeitfunk des Bayerischen Rundfunks und gab das Studium auf, da seine neuen Aufgaben ihm dafür nicht mehr genügend Zeit ließen.

Von 1985 bis 1989 moderierte Jauch gemeinsam mit Thomas Gottschalk die B3-Radioshow. Gottschalks Moderationszeit war von 14 bis 16 Uhr, Jauch folgte von 16 bis 17:30 Uhr. Bekannt wurde das Duo dabei durch gegenseitige Sticheleien, die immer kurz vor 16 Uhr stattfanden, wenn Jauch ins Studio kam und bei denen es darum ging, wer die „besseren“ (hochkarätigeren) Gäste habe. Die Gäste Gottschalks kamen eher aus dem Showbusiness, die Gäste Jauchs eher aus der Politik.

Ab 1992 war Jauch Programmkoordinator beim damals gerade erst privatisierten Berliner Rundfunk 91.4.

Jauch stieg mit 26 Jahren ins Fernsehgeschäft ein. Er war 1982/1983 Außenreporter bei Rätselflug für den SDR und moderierte Sendungen wie Live aus dem Alabama für den Bayerischen Rundfunk sowie ab 1986 für das ZDF die Sendung So ein Zoff und gehörte im selben Jahr zum Rateteam der Sendung Sag die Wahrheit. Von 1987 bis 1989 moderierte er die Sendung Na siehste!, die als Nachfolge zu Thomas Gottschalks Na sowas! konzipiert war.

1988 führte er zum ersten Mal durch das aktuelle sportstudio, bis 1996 präsentierte er auch den ZDF-Jahresrückblick Menschen und gemeinsam mit Thomas Gottschalk die Große Show der achtziger Jahre.

1998 wurden Günther Jauch und Marcel Reif für ihre Moderation des „Torfalls von Madrid“ im Champions-League-Spiel Real Madrid gegen Borussia Dortmund am 1. April 1998 mit dem Bayerischen Fernsehpreis ausgezeichnet. Der Spielbeginn hatte sich um 76 Minuten verzögert, da durch Zuschauer in den ersten Reihen ein Tor zum Einsturz gebracht wurde und ersetzt werden musste. Diese Zeit wurde von Jauch und Reif so gelungen und kurzweilig überbrückt, dass die Einschaltquoten höher blieben als beim nachfolgenden Spiel, das mit einem 2:0-Sieg für die Madrilenen endete. Einige Sprüche erhielten danach Kultcharakter, etwa die Aussage Jauchs: „Für alle Zuschauer, die erst jetzt eingeschaltet haben, das erste Tor ist schon gefallen.“

1990 unterzeichnete er einen Vertrag bei RTL. Vom 4. April 1990 bis zu seiner Abschiedssendung am 5. Januar 2011 moderierte er das von RTL ausgestrahlte Fernsehmagazin stern TV 891 Mal. Aufsehen erregte die Sendung damals unter anderem wegen der Ausstrahlung gefälschter Beiträge des Journalisten Michael Born. Günther Jauch, der damals Borns Chefredakteur gewesen ist, verteidigte sich bei seiner Vernehmung gegen den Vorwurf mangelnder Sorgfalt mit der Begründung, er habe nie im Schneideraum gearbeitet.

Durch die Quizsendung Wer wird Millionär?, die seit September 1999 von RTL ausgestrahlt wird, schob sich Jauch an die Spitze der Publikumsgunst. Bei den meisten Umfragen unterschiedlichster Art lag er auf den Spitzenplätzen, nicht selten auf Platz 1. Bei der Wahl zum beliebtesten Deutschen bei einer Umfrage des Marktforschungsinstituts Ipsos setzte er sich im Januar 2005 unter mehr als 2100 Personen durch. Für das anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 ausgestrahlte Prominenten-Special von Wer wird Millionär? mit Hape Kerkeling alias Horst Schlämmer bekam Jauch den Deutschen Fernsehpreis 2006 in der Kategorie Beste Unterhaltungssendung.

Daneben moderierte Jauch zahlreiche andere Sendungen, u. a. von Januar 2000 bis Dezember 2006 zusammen mit Dieter Thoma Skispringen. Nachdem er zeitgleich Stern TV, Wer wird Millionär, den RTL Jahresrückblick sowie das Skispringen moderierte und Tätigkeiten als Produzent nachging, gab er aus Zeitgründen die Moderation der Champions League im Jahr 2002 auf.

2001 startete die jährliche Liveshow Der große IQ Test. Während der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 moderierte er mit Rudi Völler die Sonntagsspiele auf RTL. Auch an der Moderation mehrerer DFB-Pokalendspiele war Jauch mit verschiedenen Partnern beteiligt. Am 15. September und 24. November 2007 präsentierte Günther Jauch die Show 6! Setzen – Das Wissensduell Groß gegen Klein im RTL-Programm. Am 19. Januar 2008 moderierte er das Show-Experiment Die Weisheit der Vielen.

Zur Fernsehprominenz bemerkte Jauch im Jahr 2009:

In der im September 2009 erstmals ausgestrahlten Quizshow 5 gegen Jauch wird er von einem Team bestehend aus fünf Kandidaten herausgefordert. Im Laufe der Sendung werden die zu beantwortenden Fragen schwieriger und bringen höhere Gewinnsummen. Wenn das Kandidatenteam am Ende einen höheren Geldbetrag erspielt hat, bekommt es diesen ausgezahlt, gewinnt Jauch, wird der Betrag gespendet. Moderiert wird die Sendung von Oliver Pocher, zwischen Dezember 2017 und 2019 hatte Frank Buschmann diese Funktion inne.

Von 2013 bis 2017 wurde auf RTL die Show Die 2 – Gottschalk & Jauch gegen alle gezeigt. In ihr traten Thomas Gottschalk und Günther Jauch gegen mehrere Studiokandidaten, das Studiopublikum und die Fernsehzuschauer an. Moderiert wurde von Barbara Schöneberger. Im Sommer 2018 begann die Nachfolgesendung Denn sie wissen nicht, was passiert, in der Jauch, Gottschalk und Schöneberger stets per Zufallsprinzip erfahren, wer die Sendung moderiert und welche verbliebenen Moderatoren in diversen Spielen gegen prominente Gäste antreten. Als Spielleiter und Schiedsrichter fungiert Thorsten Schorn. Von 2016 bis 2017 moderierte Jauch die ebenfalls bei RTL ausgestrahlte Sendung 500 – Die Quiz-Arena.

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