Günter Grabbert (auch: Günther Grabbert; * 15. Januar 1931 in Schwerin; † 15. Dezember 2010 in Leipzig) war ein deutscher Schauspieler.
Günter Grabbert kam aus der Laienspielbewegung und seine ersten Rollen spielte er in Aufführungen einer Gruppe der Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische Freundschaft am Schweriner Puschkin-Haus. Von 1950 bis 1953 absolvierte er am Deutschen Theater-Institut Weimar Schloß Belvedere ein Schauspielstudium. Ab 1956 gehörte er zum Ensemble des Leipziger Theaters.
Besonders im DDR-Kino war Grabbert, eigentlich Mitglied des Leipziger Schauspielhauses, ein viel beschäftigter Darsteller, so unter anderem 1962 in Beschreibung eines Sommers nach Karl-Heinz Jakobs.
Als Synchronsprecher lieh er unter anderem Lex Barker seine deutsche Stimme.
Auf der Theaterbühne spielte Günter Grabbert nahezu alle großen Rollen – sowohl Faust als auch Mephisto, Richard III., Karl Moor, König Lear, Peer Gynt, Galileo Galilei, Goya, Nathan und Falstaff.
Als Rezitator war er mit eigenen literarischen Programmen – nach der Wende in ganz Deutschland – unterwegs, u. a. mit Texten von Goethe, Schiller, Ringelnatz und Wilhelm Busch, zumeist begleitet von dem Gitarristen Frank Fröhlich. Auch auf Sprechplatten und Hörbüchern wurde seine Vortragskunst festgehalten. Eine seiner ersten Veröffentlichungen war diesbezüglich eine Schallplatte mit Josef Čapeks Geschichten vom Hündchen und vom Kätzchen.
Im Jahr 1986 erhielt er als Mitglied des Schauspielerkollektivs des Fernsehfilms Ernst Thälmann den Nationalpreis II. Klasse für Kunst und Literatur.
Auch nach der Wiedervereinigung war Grabbert weiterhin in Film und Fernsehen zu sehen. Er wohnte bis zuletzt im Leipziger Stadtteil Gohlis.
1964: Henrik Ibsen: Peer Gynt (Peer Gynt) – Regie: Karl Kayser (Leipziger Schauspielhaus)
1976: Bertolt Brecht: Leben des Galilei (Galilei) – Regie: Joachim Tenschert (Leipziger Schauspielhaus)
1966: William Shakespeare: Der Sturm (Galiban) – Regie: Fritz Göhler (Hörspiel – Rundfunk der DDR)
1969: Rolf Schneider: Krankenbesuch – Regie: Theodor Popp (Hörspiel – Rundfunk der DDR)
1970: Ralph Knebel: Und nicht vergessen warum (Jakob Berger) – Regie: Fritz Göhler (Hörspiel – Rundfunk der DDR)
1970: Gerhard Bengsch: Krupp und Krause – Regie: Walter Niklaus (Hörspiel (3 Teile) – Rundfunk der DDR)
1976: Helmut Richter: Alfons Köhler (Alfons Köhler) – Regie: Walter Niklaus (Hörspiel – Rundfunk der DDR)
1987: Gerhart Hauptmann: Vor Sonnenuntergang – Regie: Walter Niklaus (Schauspiel – Rundfunk der DDR)
1999: Ed Stuhler: Der Wunsch, geliebt zu werden, löst die Verwandlung aus – Die Lebenswelten der Gisela May – Regie: Rainer Schwarz (Radio-Feature – MDR)
1999: Isaak Babel: Die Reiterarmee (Rabbi Motale) – Regie: Joachim Staritz (Hörspiel (3 Teile) – MDR/DLR)