An diesem Tag

Günter Bruno Fuchs

Deutscher Schriftsteller und Grafiker

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Günter Bruno Fuchs (* 3. Juli 1928 in Berlin; † 19. April 1977 ebenda) war ein deutscher Schriftsteller und Grafiker.

1944 wurde Günter Bruno Fuchs im Alter von sechzehn Jahren als Luftwaffenhelfer im Zweiten Weltkrieg eingezogen und geriet nach einem kurzen Fronteinsatz in belgische Gefangenschaft. 1945 kehrte er im Alter von siebzehn Jahren nach Berlin zurück. Fuchs machte eine Lehre als Maurer und arbeitete zunächst als Hilfsarbeiter. Nach dem Ende der NS-Diktatur trat Fuchs der KPD bei, deren Mitglied er über das Verbot seiner Partei (1956) hinaus blieb. Nach schwierigen Anfangsjahren und einem kurzen Abstecher nach Ost-Berlin, wo er als Schulhelfer arbeitete, studierte er an der Hochschule für Bildende Künste und in der Meisterschule für Grafik in Berlin. 1948 begegnete er Gisela Amft. Das Paar heiratete 1953. Die Ehe wurde Anfang der 1960er Jahre geschieden.

Ab 1952 lebte Fuchs als freier Schriftsteller und Grafiker in Reutlingen, wo er bis 1958 blieb und der Telegramm-Gruppe angehörte. Anschließend zog er nach West-Berlin, wo er 1959 mit Robert Wolfgang Schnell und Günter Anlauf die Galerie Zinke begründete. Gemeinsam mit Schnell war er auch Ehrenmitglied im Neuen Friedrichshagener Dichterkreis. Für seinen Freund, den Friedrichshagener Dichter Johannes Bobrowski, schuf er den Einband zu dessen erstem Lyrikband Sarmatische Zeit (Stuttgart 1961). 1957 erhielt er den Kunstpreis der Jugend von der Kunsthalle Baden-Baden. Unter seinem Patronat wurde 1963 die Werkstatt Rixdorfer Drucke in einem Berlin-Kreuzberger Hinterhof mit den Grafikern Uwe Bremer, Albert Schindehütte, Johannes Vennekamp und Arno Waldschmidt gegründet. 1965 heirateten Günter Bruno Fuchs und Jutta Wallmann. Das Paar hatte sich 1960 kennengelernt. Tochter Anja wurde 1964 geboren. 1967 illustrierte er den Gedichtband Der Tisch, an dem wir sitzen von Elisabeth Borchers mit drei Monotypen. 1969 schied er aus dem Künstlerkollektiv „Werkstatt Rixdorfer Drucke“ aus. 1971 wurde Günter Bruno Fuchs als ordentliches Mitglied ins P.E.N.-Zentrum Deutschland berufen.

Fuchs’ literarisches Werk umfasst Gedichte, Erzählungen, Romane, Hörspiele und Kinderbücher, die er zum Teil mit eigenen Grafiken illustrierte. Er war beeinflusst von Peter Hille. In den 1960er Jahren schrieb er in berlinerischer Mundart Berliner Großstadtgeschichten über Kneipengänger, autowaschende Väter, Polizisten und Leute mit der typischen Berliner Schlagfertigkeit. Die Typografien und Grafiken seiner Bücher entwarf er stets selbst.

Am 19. April 1977 fand die Mutter ihren Sohn tot vor der Schreibmaschine sitzend auf, in der Hand den Telefonhörer haltend. Günter Bruno Fuchs wurde nur 48 Jahre alt. Bestattet wurde er auf dem Friedhof Columbiadamm. Sein Grab war von 1990 bis 2015 als Ehrengrab der Stadt Berlin gewidmet.

Zum 90. Geburtstag des Künstlers fand am 3. Juli 2018 im Buchhändlerkeller in Berlin eine Gedenkveranstaltung mit Lesungen aus seinen Werken statt. Jürgen Tomm moderierte die Veranstaltung, die Lesung erfolgte durch Hanspeter Krüger. Anwesend waren folgende Weggefährten des Künstlers: Uwe Bremer, Ali Schindehütte und Johannes Vennekamp. Unter den Besuchern war auch die Künstlerin Aldona Gustas.

Der verratene Messias. Essay um den Dichter Wolfgang Borchert. Progress Verlag, Düsseldorf 1953.

Die Wiederkehr des heiligen Franz. Drei Legenden. Quell Verlag, Frankfurt 1954.

Der Morgen. Brunnquell, Metzingen 1954.

Zigeunertrommel. Gedichte. Mitteldeutscher Verlag, Halle 1956.

Die Jungen vom Teufelsmoor. Erzählung. Quell Verlag, Frankfurt 1956.

Nach der Haussuchung. Eremitenpresse, Stierstadt im Taunus 1957.

Polizeistunde. Erzählung. Hanser, München 1959.

Brevier eines Degenschluckers. Hanser, München 1960.

Trinkermeditationen. Luchterhand, Neuwied am Rhein 1962.

Krümelnehmer oder 34 Kapitel aus dem Leben des Tierstimmen-Imitators Ewald K. Hanser, München 1963.

Die Meisengeige. Zeitgenössische Nonsensverse. (Hrsg.), Hanser 1964

Pennergesang. Gedichte & Chansons, Hanser 1965

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