An diesem Tag

Fulvio Bernardini

Italienischer Fußballspieler

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Fulvio Bernardini (* 28. Dezember 1905 in Rom; † 13. Januar 1984 ebenda) war ein italienischer Fußballspieler und -trainer.

Als Aktiver spielte er für Lazio Rom, Ambrosiana-Inter, AS Rom und MATER Roma sowie in der italienischen Fußballnationalmannschaft. Nach dem Ende seiner Spielerkarriere avancierte er zum Erfolgstrainer.

Bernardini führte die AC Florenz 1956 zur Meisterschaft und damit zum ersten großen Erfolg der Vereinsgeschichte überhaupt. Der FC Bologna erreichte unter ihm 1964 seine einzige Nachkriegsmeisterschaft. Er war der erste Trainer, der die Coppa Italia nach ihrer Wiedereinführung 1958 gewann. Zum Ende seiner erfolgreichen Trainerlaufbahn war Bernardini von 1974 bis 1975 italienischer Nationaltrainer; die Qualifikation zur Fußball-Europameisterschaft 1976 misslang allerdings.

Nachdem er nochmals kurzzeitig Generaldirektor bei Sampdoria Genua gewesen war, erkrankte Bernardini an der Amyotrophen Lateralsklerose (ALS) und verstarb 1984.

Fulvio Bernardini wurde in der Jugendabteilung der SS Lazio, damals das Nonplusultra des römischen Fußballs, ausgebildet und startete dort auch seine Karriere im Erwachsenenbereich. 1919 debütierte Bernardini im Lazio-Trikot. In der Folge war er auf der Position eines Mittelfeldspielers sieben Jahre, bis 1926, für Lazio aktiv.

Zwischen 1926 und 1928 war Fulvio Bernardini nach einem Vereinswechsel für Ambrosiana-Inter aktiv, heute unter dem Namen Inter Mailand bekannt. Für Inter brachte es Bernardini im Rahmen der italienischen Meisterschaft auf insgesamt 58 Spiele mit 27. Sie wurde damals, noch vor der Gründung der Serie A, mittels einer Vorrunde in zwei Gruppen sowie einer Finalrunde ausgetragen. Dabei erreichte das Team um Fulvio Bernardini in beiden Spielzeiten die Finalrunde, ernsthaft ins Meisterschaftsrennen konnte jedoch weder 1926/27 noch 1927/28 eingegriffen werden.

Im Sommer 1928 schloss sich Fulvio Bernardini der erst ein Jahr zuvor aus einem Zusammenschluss mehrerer lokaler Vereine entstandenen AS Rom an und kehrte damit in seine Heimat zurück. Als Spieler des Erzrivalen seines Heimatvereins Lazio erlebte Bernardini nicht nur die Gründung der Serie A als eingleisiger ligaartiger Meisterschaft, sondern auch den Aufstieg der AS Rom zu einer festen Kraft im italienischen Fußball. So belegte das Team um Spieler wie Rodolfo Volk, Attilio Ferraris oder Guido Masetti in der Serie A 1930/31 den zweiten Platz, nur vier Punkte hinter dem neuen Meister Juventus Turin. Auch in der Folgezeit etablierte sich die Mannschaft der AS Rom in der Spitzengruppe der italienischen Eliteliga. Diese erfolgreiche Phase in der Vereinsgeschichte der AS Rom fand ihren Höhepunkt mit der Meisterschaft von 1941 unter dem ungarischen Trainer Alfréd Schaffer. Diesen Erfolg erlebte Fulvio Bernardini jedoch nicht mehr als Spieler der Roma. Er verließ den Verein nach 286 Ligaspielen mit 47 Treffern im Jahr 1939.

Danach stand er vier weitere Jahre beim Klub MATER Roma unter Vertrag. Der Verein, der nur von 1933 bis 1945 existierte, war damals in der Serie C und in der Serie B zu finden. Bernardini ließ seine fußballerische Laufbahn bei MATER ausklingen und beendete diese 1943 im Alter von 37 Jahren. Zeitweise war Fulvio Bernardini neben seiner Aktivität als Spieler auch Trainer von MATER und startete damit seine spätere, sehr erfolgreiche Trainerkarriere bei diesem Verein als Spielertrainer.

Zwischen 1925 und 1932 brachte es Fulvio Bernardini als Spieler von Lazio, Inter und der AS Rom auf insgesamt 26 Spiele in der italienischen Fußballnationalmannschaft. Sein erstes Länderspiel war am 22. März 1925 in Turin beim 7:0-Kantersieg gegen Frankreich. Etwa sieben Jahre später endete die Nationalmannschaftskarriere Fulvio Bernardinis am 28. Oktober 1932 in Prag bei einer 1:2-Niederlage gegen die Tschechoslowakei.

In seiner Laufbahn in der italienischen Fußballnationalmannschaft war Fulvio Bernardini Teil der Mannschaft, die ihr Heimatland bei den Olympischen Sommerspielen 1928 in Amsterdam vertrat. Dabei erreichte das italienische Team mit Spielern wie Adolfo Baloncieri, Angelo Schiavio und Virginio Rosetta das Halbfinale, wo man gegen das große uruguayische Team um José Leandro Andrade mit 2:3 knapp unterlag. Wenig später wurde mit einem 11:3-Erfolg gegen Ägypten der dritte Platz errungen.

Anfänge in Rom, Reggina und Vicenza

Als Spielertrainer arbeitete Fulvio Bernardini von 1939 an bei MATER Roma. Über die genaue Dauer seines Engagements bei dem heutzutage in Vergessenheit geratenen Verein ist allerdings nichts bekannt.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges und der Wiederaufnahme des Spielbetriebes im vom Faschismus befreiten Italien bekleidete Fulvio Bernardini von 1949 an das Amt des Cheftrainers seines alten Vereins AS Rom. Die Erfolge hierbei hielten sich jedoch in engen Grenzen, die Roma spielte die komplette Saison der Serie A 1949/50 gegen den Abstieg. Nach einer Reihe negativer Ergebnisse wurde Fulvio Bernardini nach dem 35. Spieltag und einer 1:2-Niederlage beim Tabellenletzten AC Venedig, auf einem Abstiegsplatz stehend, entlassen und durch Luigi Brunella ersetzt. Diesem gelang es mit je einem Sieg und einer Niederlage sowie einer 2:6-Pleite bei der AC Mailand, den Abstieg der AS Rom doch noch zu verhindern – die Mannschaft belegte nach Saisonende den 18. Tabellenrang, zwei Zähler vor dem ersten Absteiger AS Bari.

Nachdem seine erste Trainerstation nicht gerade von Erfolg gekennzeichnet war, ging Fulvio Bernardini zum Drittligisten AS Reggina, wo er in der Serie C 1950/51 in der Girona D den Klassenerhalt knapp erreichte und am Ende Rang 13 belegte. Danach trennten sich die Wege von Bernardini und der AS Reggina wieder.

Im Sommer 1951 wurde Fulvio Bernardini Trainer von Lanerossi Vicenza in der Serie B. In Vicenza arbeitete Bernardini zwei Jahre lang. In seiner ersten Spielzeit wurde mit dem zehnten Tabellenrang eine Platzierung im gesicherten Mittelfeld der zweithöchsten italienischen Spielklasse belegt. Anders war die Lage in Bernardinis zweitem Jahr als verantwortlicher Coach von Lanerossi Vicenza. Nach einem schwachen Saisonstart wurde der Trainer nach dem 17. Spieltag und einer 0:2-Niederlage bei der AC Monza Brianza seines Amtes enthoben und durch Umberto Menti ersetzt. Doch auch unter dem neuen Cheftrainer verbesserten sich die Leistungen Vicenzas nicht wesentlich, und Menti wurde nur vier Spieltage später selbst entlassen. Erst Vicenzas dritter Coach der Saison, Pietro Spinato, erzeugte eine Verbesserung der sportlichen Situation. Zum Schluss der Serie B 1952/53 wurde die Klasse mit Rang zwölf, fünf Punkte vor dem ersten Absteiger, der US Siracusa, doch noch gehalten.

Erste und zweite Plätze mit der Fiorentina

Die ACF Fiorentina war zu Beginn der Fünfzigerjahre ein stetig im oberen Drittel der Tabellen anzufindender Verein, der es allerdings nicht vermochte, ernst- und dauerhaft in den Titelkampf einzugreifen. In der Saison 1952/53 war man am Ende auf dem siebten Tabellenrang gelandet; ein ähnliches Bild gaben auch die Jahre zuvor ab. An diesem Zustand änderte sich zunächst auch nichts, als Fulvio Bernardini die Fiorentina im Jahr 1953 als Cheftrainer übernahm. In der ersten Saison unter Führung des vorherigen Vicenza-Coaches belegte das Florenzer Team den vierten Rang mit insgesamt sieben Zählern Rückstand auf den neuen und alten italienischen Meister Ambrosiana-Inter. Eine Platzierung weiter unten im Klassement beendete die ACF Fiorentina die Spielzeit 1954/55, neun Punkte trennten das Team von der AC Mailand, die die Meisterschaft gewann.

In der Saison 1955/56 gelang es der ACF Fiorentina unter Trainer Fulvio Bernardini, für eine faustdicke Überraschung zu sorgen. Erstmals nach Kriegsende gelang es einer Mannschaft, die nicht in Turin oder Mailand beheimatet ist, die italienische Meisterschaft zu gewinnen. Das Team um Spieler wie Torhüter Giuliano Sarti, Mittelfeldakteur Giuseppe Chiappella und den argentinischen Angreifer Miguel Montuori belegte nach Ablauf aller Spieltage den ersten Rang der Serie A mit einem komfortablen Vorsprung von zwölf Punkten auf Vorjahresmeister AC Mailand. Dabei stellte Bernardinis Mannschaft die mit Abstand beste Defensive der Liga; es mussten in 34 Ligaspielen nur zwanzig Gegentreffer hingenommen werden. Mit nur einer einzigen Niederlage in der gesamten Saison (diese gab es am letzten Spieltag beim CFC Genua, als die Meisterschaft ohnehin schon entschieden war) stellte man außerdem einen Rekord für die wenigsten Niederlagen in einer Saison auf, der erst in den späteren Siebzigerjahren von der AC Perugia unter Ilario Castagner überboten wurde. Generell stellte der Titelgewinn von 1956 den ersten großen Triumph in der Geschichte der ACF Fiorentina dar – zuvor war der wohl größte Erfolg der Pokalsieg von 1940 – und war zugleich Anfangspunkt für eine durch sowohl national als auch international errungene Erfolge geprägte Ära des Vereins.

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