Fukuoka (mehrdeutig ; japanisch 福岡市 Fukuoka-shi, „[kreisfreie] Stadt Fukuoka“/„Glücks-Hügel-Stadt“, englisch Fukuoka City/City of Fukuoka/Fukuoka, Fukuoka) ist die größte Stadt auf Kyūshū, der südlichsten der japanischen Hauptinseln, und die sechstgrößte Stadt Japans sowie Verwaltungssitz der gleichnamigen Präfektur (-ken) Fukuoka.
Fukuoka liegt an der Hakata-Bucht im Norden der drittgrößten Hauptinsel des japanischen Archipels auf Höhe des 33. Breitengrades Nord und des 130. Längengrades Ost und damit etwa auf derselben Breite wie Shanghai, Casablanca oder Los Angeles. Die Stadt erstreckt sich mit 343,4 Quadratkilometern in halbovaler Form über die sogenannte Fukuoka-Ebene. Mit rund 1,6 Millionen Menschen ist sie etwas größer als München.
Zum Gemeindegebiet gehören zudem die Insel Nokonoshima in der Hakata-Bucht, Shikanoshima nördlich der Bucht, Genkai-jima nordwestlich der Bucht, sowie die 25 km nordwestlich davon im Japanischen Meer gelegene Insel Oronoshima.
Am 1. April 1972 wurde Fukuoka zur „regierungsdesignierten Großstadt“ (Seirei shitei toshi, 政令指定都市) erklärt. Gleichzeitig erfolgte eine Einteilung in fünf Stadtbezirke (ku, 区). Am 10. Mai 1982 wurden aus dem Stadtbezirk Nishi zwei weitere Stadtbezirke ausgegliedert: Jōnan und Sawara. Weitere drei Stadtbezirke tragen Namen von Himmelsrichtungen: Nishi (西, West), Minami (南, Süd) und Higashi (東, Ost). Der Stadtbezirk Chūō (中央, „Mitte“) wird als Zentrum angesehen, hier befindet sich auch die Stadtverwaltung.
Fukuoka wird derzeit in folgende Stadtbezirke eingeteilt:
Angrenzende Städte und Gemeinden
Kreis (-gun) Kasuya mit den Städten (-machi)
Fukuoka hat ein sommerfeuchtes Monsunklima mit schwülwarmen Sommern und relativ milden Wintern. Die höchste Temperatur, die bisher gemessen wurde, betrug 37,7 °C (15. August 2004), die niedrigste −8,2 °C (5. Februar 1919). Die Jahresmitteltemperatur liegt bei 16,8 °C. Die jährliche Niederschlagsmenge erreicht in Normaljahren 1500–2000 mm. Die längste Hitzeperiode war bislang im Sommer 1978 mit insgesamt 79 Tagen von über 30 °C.
Nordkyushu war, wie eine Reihe archäologischer Funde belegt, schon seit der Altsteinzeit besiedelt. Aufgrund der geographischen Lage fungiert die Region seit Alters her als Knotenpunkt im Verkehr mit dem asiatischen Festland. Im 4. Jahrhundert v. Chr. wurde hier erstmals auf japanischem Boden Reis angebaut. Ein 1784 gefundenes chinesisches goldenes Siegel mit der Inschrift „König des Landes von Na von Wa von Han“ deutet auf die Existenz eines kleinen Staates Na hin. Eine Tributgesandtschaft dieses Staates aus dem Jahr 57 n. Chr. wird auch im Buch der Späteren Han (Hou Han Shu) erwähnt, doch gibt es hinsichtlich der Korrelation mit archäologischen Funden usw. noch immer vielerlei Deutungen. Für das 7. Jahrhundert lässt sich eine Halle (Tsukushi no murotsumi) nachweisen, die auf einen Aufschwung des Verkehrs mit dem Festland hindeutet. Im 9. Jahrhundert diente eine offizielle Gästehalle (Kōrōkan) dem Empfang ausländischer Delegationen, der Verabschiedung von Gesandtschaften nach China und der Verwaltung bzw. Kontrolle des Außenhandels. Die Stadt hieß damals Hakata (博多) und war vorwiegend von Händlern und Fischern bewohnt. Seit Ende des 11. Jahrhunderts ließen sich auch chinesische Händler nieder, was noch heute im Ortsnamen Tōjin-machi (Chinesen-Viertel) erkennbar ist. 1161 entstand hier erstmals in der japanischen Geschichte durch Landaufschüttung ein künstlicher Hafen. 1195 wurde in Hakata der erste Zen-Tempel Japans, der Shōfuku-ji, errichtet, der noch heute als Meditationsstätte fungiert.
In der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts wurde die Region zum Schauplatz zweier unter Kublai Khan initiierter Invasionsversuche durch mongolische Truppen. Nach den ersten Sondierungskämpfen im Jahre 1274 errichtete man einen 20 Kilometer langen Steinwall, dessen Reste an vielen Stellen der Bucht zu sehen sind. 1281 erschienen die Mongolen erneut mit einer gewaltigen Flotte. Der Taifun, der diese Flotte dezimierte und das Land rettete, ging als Kamikaze (Götterwind) in die japanische Geschichte ein. Ende des 16. Jahrhunderts erlebte die Region einen weiteren Aufschwung, nachdem der Feldherr Toyotomi Hideyoshi (1537–1598) die Insel Kyūshū unter seine Kontrolle gebracht hatte.
Mit der Etablierung der Tokugawa-Dynastie unter dem Shōgun Tokugawa Ieyasu (1543–1616) wurden die Verhältnisse auch auf Kyūshū neu geordnet. Für die Unterstützung in der Schlacht von Sekigahara (1600) erhielt das Haus Kuroda ein neues Lehen. Da die im Osten der Bucht gelegene Burg Najima (Najima-jō) nicht genügend Umland für eine Stadtentwicklung bot, ließ Kuroda Nagamasa (1568–1623), der erste Fürst dieses Lehens, von 1601 bis 1607 im Westen von Hakata eine Burg errichten, die er Fukuoka nannte. Der Name umfasste auch die Siedlung um die Burg herum, in der die mit der Verwaltung befassten Samurai lebten.
Lange Zeit existierten beide Siedlungen Fukuoka und Hakata voneinander getrennt. Im Zuge der Neugliederung der Verwaltungsbezirke nach der Meiji-Restauration wurden 1889 die Händlerstadt Hakata (25.677 Einwohner) und die Samurai-Stadt Fukuoka (20.410 Einwohner) unter dem Namen Fukuoka vereint. Der im Bereich des ehemaligen Hakata gebaute Hauptbahnhof (Japan Railways) von Fukuoka heißt Hakata-Bahnhof (博多駅 Hakata-eki), während der im Bereich des ehemaligen Fukuoka liegende Bahnhof einer regionalen Privatbahn Fukuoka-Bahnhof (福岡駅 Fukuoka-eki) genannt wird.
Während des Ersten Weltkriegs waren der ehemalige Gouverneur der deutschen Kolonie Tsingtau und sein Stab als Gefangene in Fukuoka interniert. Wegen der geographischen Lage und der wirtschaftlichen Bedeutung wurde im Osten der Stadt 1911 eine kaiserliche Universität, die Universität Kyūshū, errichtet. Heute gibt es im Einzugsbereich der Stadt eine stattliche Zahl privater Universitäten und Hochschulen.
Am 16. Juli 1927 wurde in Fukuoka das römisch-katholische Bistum Fukuoka errichtet.
Im Zweiten Weltkrieg fielen große Teile der Stadt Brandbomben zum Opfer. In der Nachkriegszeit erholte sich Fukuoka rasch. Obwohl auch die benachbarte Großstadt Kitakyūshū mit ihrem Stahlwerk und vielerlei Verarbeitungsbetrieben eine wichtige Rolle im industriellen Sektor spielt, ist Fukuoka bis heute die wichtigste Handelsstadt auf Kyūshū.
Der Nordteil Kyūshūs gehört zu den seismisch ruhigeren Regionen des japanischen Archipels, doch auch hier kommt es gelegentlich zu stärkeren Erdbeben. Am 20. März 2005 zerstörte das „Erdbeben in der westlichen Küstenregion der Präfektur Fukuoka“ (Fukuoka-ken seihō-oki-jishin) mit einer Magnitude von 7,0 zahlreiche Gebäude. Eine Person starb und über 400 wurden verletzt.
Bürgermeister von Fukuoka (Fukuoka-shichō) ist seit 2010 Sōichirō Takashima. Im November 2022 wurde er gegen den Mitte-links-unterstützten (KDP, DVP, SDP) Ex-Stadtparlamentsabgeordneten Shinsuke Tanaka und einen weiteren Kandidaten mit Dreiviertelmehrheit für eine vierte Amtszeit wiedergewählt.
Das Stadtparlament von Fukuoka (Fukuoka-shigikai) hat regulär 62 Mitglieder: Zwölf aus dem Bezirk Ost, elf aus dem Bezirk Süd, je neun aus den Bezirken Sawara und Hakata, acht aus dem Bezirk West, sieben aus dem Bezirk Mitte und sechs aus Jōnan. Es wurde bei den einheitlichen Wahlen im April 2023 neu gewählt, die LDP blieb stärkste Partei.