Die Endrunde der Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen 2011 (engl.: FIFA Women’s World Cup Germany 2011) war die sechste Ausspielung des bedeutendsten Turniers für Frauenfußball-Nationalmannschaften und wurde vom 26. Juni bis 17. Juli 2011 im Land des Titelverteidigers Deutschland ausgetragen. Das Motto für die Endrunde lautete „20elf von seiner schönsten Seite!“. Nach der Weltmeisterschaft 2003 in den USA war dies die zweite Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen, die im Land des Titelverteidigers ausgetragen wurde.
Es traten 16 Nationalmannschaften zunächst in der Gruppenphase in vier Gruppen und danach im K.-o.-System gegeneinander an. Weltmeister wurde zum ersten Mal die japanische Nationalmannschaft. Vizeweltmeister wurden die USA. Den dritten Platz belegte das schwedische Nationalteam. Titelverteidiger Deutschland schied im Viertelfinale aus. Die Teams aus Österreich und der Schweiz konnten sich nicht für die Endrunde qualifizieren.
DFB-Präsident Theo Zwanziger kündigte am 26. Januar 2006 die Bewerbung für das Turnier an, nachdem Bundeskanzlerin Angela Merkel schon im Dezember 2005 dem DFB die volle Unterstützung der Bundesregierung zugesagt hatte.
Neben Deutschland hatten die Fußballverbände Australiens, Frankreichs, Kanadas, Perus und der Schweiz bis zum 1. März 2007 fristgerecht ihr Interesse an der Ausrichtung der Weltmeisterschaft 2011 angemeldet. Die sechs Verbände hatten bis zum 3. Mai 2007 Zeit, der FIFA eine Bestätigung über die Bewerbung zukommen zu lassen. Die endgültigen Bewerbungsunterlagen mussten der FIFA bis zum 1. August 2007 vorgelegt werden. Am 29. Mai 2007 zog die Schweiz ihre Bewerbung zurück, denn „weil sich alles in Europa auf die Bewerbung von Deutschland und Frankreich fokussiert, ergibt eine dritte europäische Bewerbung keinen Sinn“. Am 27. August 2007 zog auch Frankreich seine Bewerbung zurück. Als Ausgleich hat der DFB den französischen Verband bei der Bewerbung für die Europameisterschaft der Männer 2016 unterstützt. Später schieden auch Australien (am 12. Oktober) und Peru (am 17. Oktober) freiwillig aus dem Rennen um die Austragung aus, so dass bei der endgültigen Vergabe des Turniers nur noch Deutschland und Kanada Kandidaten für die Ausrichtung des Turniers waren. Am 30. Oktober 2007 vergab der Weltverband FIFA in Zürich die Weltmeisterschaft schließlich an Deutschland.
Es bewarben sich insgesamt 23 Städte um die Ausrichtung von Spielen. Zu den ursprünglichen Bewerbern zählte auch das als Hochburg im deutschen Frauenfußball geltende Duisburg. Die Stadt hatte jedoch ihre Bewerbung aus finanziellen Gründen zurückgezogen. Weiterhin beworben hatten sich Aachen, Freiburg im Breisgau, Karlsruhe und Mannheim. Diese wurden aber nicht vom DFB in die Bewerbung aufgenommen. Die Bewerbungen aus Dortmund, Hamburg, Hannover, Kaiserslautern, Köln und Leipzig wurden nicht berücksichtigt, da in diesen Städten Spiele der Männer-Weltmeisterschaft 2006 ausgetragen wurden. Bereits im Oktober 2007 sicherte DFB-Präsident Theo Zwanziger Berlin für das Eröffnungsspiel und Frankfurt für das Endspiel die Teilnahme zu. Von den 23 Bewerbern wurden zunächst zwölf Städte für das offizielle Bewerbungsdossier des DFB für die Ausrichtung der WM ausgewählt. Als weitere Stadt bekam Wolfsburg im Mai 2008 vom DFB die Zusage für die WM. Von der Liste der zwölf Bewerber wurde jedoch im Juli 2008 Essen aufgrund der fehlenden Zusicherung für einen Stadionneubau wieder gestrichen.
1000 Tage vor der Eröffnung der Weltmeisterschaft wurden am 30. September 2008 im Kanzleramt in Berlin unter den Augen von Kanzlerin Angela Merkel die neun Austragungsorte bekannt gegeben. Neben den neun Austragungsorten waren auch Bielefeld und Magdeburg Teil des Bewerbungsdossiers. Diese Städte wurden vom DFB im letzten Auswahlverfahren ausgeschlossen.
Laut DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach hatten alle elf Bewerber ausgezeichnete Bewerbungen abgegeben. Weil Magdeburg zu nah an Wolfsburg liegt, wurde Dresden, das außerdem das größere Umland besitzt, als Vertreter des Nordostdeutschen Fußballverbands vorgezogen. In Nordrhein-Westfalen sollten alle drei Landesverbände mit jeweils einem Austragungsort bedacht werden, wodurch Bielefeld gegenüber Leverkusen den Kürzeren ziehen musste.
Die Gesamtzuschauerkapazität der neun Stadien belief sich auf 330.000 Zuschauer, wobei ausschließlich die Nutzung von Sitzplätzen vorgesehen war. Alle Zahlen beruhen auf den offiziellen Angaben des DFB. Die Stadien, bei denen die Namensrechte an Sponsoren abgetreten wurden, wurden für das Turnier umbenannt.
Augsburg: Die SGL arena wurde im Juli 2009 eröffnet. Die Heimat des FC Augsburg bot während des Turniers Platz für 24.605 Zuschauer. Im Stadion wurden drei Vorrundenpartien sowie ein Viertelfinale ausgetragen. Während des Turniers trug das Stadion den Namen FIFA Frauen-WM-Stadion Augsburg.
Berlin: Das Olympiastadion war mit einer Kapazität von 73.680 Zuschauern das größte Stadion des Turniers. Im Heimstadion von Hertha BSC fand lediglich das Eröffnungsspiel statt. Das Olympiastadion war 2006 Schauplatz des Finales der Männer-Weltmeisterschaft.
Bochum: Mit 20.452 Plätzen (während der FIFA Frauen-WM 2011) war das Ruhrstadion die kleinste Spielstätte der Weltmeisterschaft. Die Heimat des VfL Bochum wurde bis zur WM 2011 renoviert. Das Stadion war Spielort von vier Vorrundenspielen und trug während des Turniers den Namen FIFA Frauen-WM-Stadion Bochum.
Dresden: Das Glücksgas-Stadion, die Heimspielstätte von Dynamo Dresden, fasste zur WM 25.598 Zuschauerplätze. Es wurden drei Vorrundenspiele und ein Viertelfinale in Dresden gespielt. Für die Dauer der Weltmeisterschaft trug das Stadion wieder seinen alten Namen Rudolf-Harbig-Stadion.
Frankfurt am Main: Im Waldstadion (gegenwärtige offizielle Bezeichnung: Deutsche Bank Park), der Heimat von Eintracht Frankfurt, wurde das Finale ausgetragen. Mit 48.817 Plätzen war es das zweitgrößte Stadion des Turniers und neben dem Berliner Olympiastadion die einzige Arena, in der auch Spiele der Männer-WM 2006 ausgetragen wurden. Neben dem Endspiel wurden zwei Vorrundenpartien, darunter ein Spiel der deutschen Mannschaft, und ein Halbfinale in Frankfurt ausgetragen. Während des Turniers trug das Stadion den Namen FIFA Frauen-WM-Stadion Frankfurt.
Leverkusen: Die Heimat von Bayer 04 Leverkusen, die BayArena, wurde bis 2009 auf 29.870 Plätze ausgebaut. In der BayArena fand das Finale der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 der Menschen mit Behinderung statt. In der während des Turniers FIFA Frauen-WM-Stadion Leverkusen heißenden Spielstätte wurden drei Vorrundenspiele und ein Viertelfinale ausgetragen.
Mönchengladbach: Drittgrößtes Stadion war der Borussia-Park, in dem Borussia Mönchengladbach seine Heimspiele austrägt. Die Kapazität lag bei 45.867 Plätzen. In Mönchengladbach wurden zwei Vorrundenspiele, davon eines der deutschen Mannschaft, und ein Halbfinale ausgetragen. Mönchengladbach ist die einzige WM-Stadt, in der die deutsche Frauennationalmannschaft vor der WM noch kein Länderspiel ausgetragen hatte.
Sinsheim: Die 2009 eröffnete Rhein-Neckar-Arena, Heimat der TSG 1899 Hoffenheim, bot 25.475 Zuschauern Platz. Sinsheim ist mit 35.000 Einwohnern der kleinste Spielort. In der Rhein-Neckar-Arena fanden drei Partien der Vorrunde sowie das Spiel um Platz 3 statt.
Wolfsburg: Die Volkswagen Arena fasste 26.067 Zuschauer während der WM. Die Spielstätte des VfL Wolfsburg wurde im Jahre 2002 erbaut. In Wolfsburg fanden drei Vorrundenpartien und ein Viertelfinale statt. Während des Turniers wurde das Stadion in Arena im Allerpark Wolfsburg umbenannt.
Diskussion um die Größe des Teilnehmerfeldes