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Fußball-Weltmeisterschaft 1986

13. Ausspielung des bedeutendsten Turniers für Fußball-Nationalmannschaften

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Die Endrunde der Fußball-Weltmeisterschaft 1986 (spanisch Campeonato Mundial De Futbol, englisch Football World Championship) war die 13. Ausspielung dieses bedeutendsten Turniers für Fußball-Nationalmannschaften. Sie fand vom 31. Mai bis zum 29. Juni 1986 zum zweiten Mal nach 1970 in Mexiko statt.

Weltmeister wurde Argentinien im Finale gegen Deutschland, das sein zweites WM-Finale in Folge verlor. In Erinnerung an die WM 1986 blieb vor allem die Leistung von Argentiniens Kapitän Diego Maradona, der seine Mannschaft zum Titel führte und als bester Spieler des Turniers ausgezeichnet wurde. Besonders das Viertelfinale Argentinien - England, in dem Maradona zunächst mit seiner „Hand Gottes“ ein irreguläres Tor erzielte und nur drei Minuten später das WM-Tor des Jahrhunderts, bei dem er mit einem Dribbling über etwa 60 Meter die komplette englische Hintermannschaft inklusive des Torwarts Peter Shilton umspielte, bevor er dann den Ball ins leere Tor schob, wird noch heute kontrovers diskutiert.

Titelverteidiger Italien scheiterte im Achtelfinale an Frankreich. Österreich, die DDR und die Schweiz scheiterten bereits in der Qualifikation. Torschützenkönig wurde der Engländer Gary Lineker mit 6 Toren.

Die Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft folgte über mehrere Jahrzehnte einem Rotationsprinzip zwischen Europa und Amerika. Zum Zeitpunkt des FIFA-Kongresses 1974 standen Argentinien als Ausrichter für 1978 und Spanien für 1982 bereits fest. Für 1986 wurde daher ein Gastgeber aus Amerika gesucht.

Ausgangssituation in Südamerika

In Südamerika hatten bereits Uruguay (1930), Brasilien (1950) und Chile (1962) eine Fußball-Weltmeisterschaft ausgerichtet. Mit der bevorstehenden WM 1978 in Argentinien waren somit die größten Fußballnationen des Kontinents als Gastgeber an der Reihe gewesen.

Peru, das bei der WM 1970 erfolgreich teilgenommen hatte, kam aufgrund eines verheerenden Erdbebens 1970 in der Region Ancash nicht in Frage. Diese Naturkatastrophe, die sich am Eröffnungstag der WM 1970 ereignete, forderte knappe 67.000 Menschenleben und verursachte Schäden in Höhe von schätzungsweise 530 Millionen US-Dollar (was 2024 etwa 4,2 Milliarden US-Dollar entspräche). Die enormen Kosten für den Wiederaufbau machten eine Bewerbung für die WM 1986 unmöglich.

Bei der Suche nach einem geeigneten Gastgeber wurden Bolivien, Ecuador, Paraguay und Venezuela ausgeschlossen, da sie aufgrund unzureichender Infrastruktur und finanzieller Kapazitäten nicht in der Lage waren, die logistischen Anforderungen eines Turniers dieser Größenordnung zu erfüllen.

So blieb Kolumbien als einzige realistische Option übrig und erhielt folglich als einziger Bewerber den Zuschlag für die Fußball-WM-Endrunde 1986 auf dem FIFA-Kongress in Stockholm am 9. Juni 1974. Bei dieser Entscheidung spielte auch die persönliche Freundschaft zwischen dem damaligen FIFA-Präsidenten Stanley Rous und Alfonso Senior Quevedo eine wichtige Rolle. Quevedo, der sowohl Mitglied des FIFA-Exekutivkomitees (1970–1986) als auch zweimaliger Präsident des kolumbianischen Fußballverbands FCF (1964–1971 und 1975–1982) war, hatte darüber hinaus als Geschäftsmann und Sportvisionär einen Namen gemacht.

Kolumbien hatte insgesamt 5 Stadien in ebenso vielen Städten für die Weltmeisterschaft vorgesehen. Alle bestehenden Stadien sollten renoviert werden und eines sollte komplett neu errichtet werden. Diese Stadien waren:

Stadion Nemesio Camacho „El Campín“ in Bogotá

Estadio Olímpico Pascual Guerrero in Cali

Estadio Metropolitano Roberto Meléndez in Barranquilla (Neubau, Baubeginn 1979)

Estadio Atanasio Girardot in Medellín

Estadio Alfonso López in Bucaramanga

Politische und wirtschaftliche Entwicklung in Kolumbien

Die anfängliche Euphorie über die Vergabe wich jedoch schon nach zwei Monaten der Ernüchterung. Die politische Landschaft Kolumbiens durchlief in dieser Zeit mehrere Veränderungen. Während die ursprüngliche Bewerbung unter dem konservativen Präsidenten Misael Pastrana Borrero (1970–1974) vorangetrieben wurde, übernahm im August 1974 der Liberale Alfonso López Michelsen (1974–1978) die Präsidentschaft. López Michelsen, obwohl aus derselben Partei wie der frühere Unterstützer des WM-Projekts Carlos Lleras Restrepo (1966–1970), zeigte weniger Enthusiasmus für das Großereignis. Diese Haltung setzte sich auch unter seinem Nachfolger Julio César Turbay Ayala (1978–1982) fort, der zwar öffentlich die WM-Ausrichtung befürwortete, aber wenig konkrete Unterstützung bot.

In den folgenden Jahren wurden kaum Fortschritte bei der Umsetzung der FIFA-Anforderungen bezüglich Infrastruktur und Stadionbau gemacht. Die jeweiligen Regierungen schoben die Verantwortung für die Weltmeisterschaft auf ihre Nachfolger ab. Die angespannte wirtschaftliche Lage des Landes zeigte sich deutlich, als im September 1977 in Bogotá aufgrund von Nahrungsmittelknappheit, Inflation und hoher Arbeitslosigkeit zum Generalstreik aufgerufen wurde. Dabei brachen weitverbreitete Unruhen aus, bei denen 33 Menschen ihr Leben verloren, mehr als 3.000 verletzt und tausende weitere Menschen verhaftet wurden.

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