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Fußball-Weltmeisterschaft 1970

Neunte Ausspielung des bedeutendsten Turniers für Fußball-Nationalmannschaften

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Die Endrunde der Fußball-Weltmeisterschaft 1970 (span. Campeonato Mundial De Futbol) war die neunte Ausspielung des bedeutendsten Turniers für Fußball-Nationalmannschaften und fand vom 31. Mai bis zum 21. Juni 1970 in Mexiko statt. Sie war nach den Olympischen Spielen 1968 die zweite große Sportveranstaltung in Mexiko.

Erstmals bei einer Fußball-WM standen sich im Finale zwei frühere Weltmeister gegenüber. Da beide schon zwei Mal den Titel gewonnen hatten, stand vor dem Endspiel fest, dass der Coupe Jules Rimet zum letzten Mal vergeben würde. Brasilien besiegte Italien und durfte als dreimaliger Weltmeister den Pokal behalten. Bei den Siegesfeiern am 21. Juni 1970 starben allein in Rio de Janeiro 44 Menschen.

Titelverteidiger England scheiterte im Viertelfinale gegen Deutschland, welches sich damit für das verlorene Finale vier Jahre zuvor revanchierte und am Ende den dritten Platz belegte. Gastgeber Mexiko schied ebenso im Viertelfinale gegen den späteren Finalisten Italien aus. Torschützenkönig wurde Gerd Müller mit zehn Treffern.

Zum ersten Mal wurden Fußballspiele aus Lateinamerika live im europäischen Fernsehen gezeigt, und erstmals wurden WM-Spiele in Farbe übertragen. Damit die europäischen Zuschauer die Spiele um 19 Uhr MEZ sehen konnten, wurden viele, z. B. das Viertelfinale Deutschland-England und das Finale, bereits um 12 Uhr Ortszeit angepfiffen.

Die Weltmeisterschaft von 1970 gilt unter vielen Sportlern und Journalisten als eines der besten Turniere, da viele heute noch legendäre Spieler auf ihrem Leistungshöhepunkt waren und das Spiel damit auf ein höheres Niveau brachten. So wurde auch die brasilianische Siegerelf mehrfach als eine der besten Mannschaften aller Zeiten ausgezeichnet.

Der FIFA-Kongress in Tokio am 8. Oktober 1964 vergab die WM-Endrunde an Mexiko, das sich mit 56:32 Stimmen gegen den Mitbewerber Argentinien durchsetzte.

Der Kartenvorverkauf begann am 10. Juli 1969, wobei der billigste Sitzplatz bei rund 1,43 DM, das teuerste Abonnement rund 285,50 DM (10 Schilling/2000 Schilling) kostete.

Die Spiele wurden in fünf mexikanischen Städten ausgetragen.

Erstmals wurde je ein Platz für Afrika und Asien garantiert. Es qualifizierten sich Marokko und Israel. Für die größte Überraschung in den europäischen Gruppen sorgte der WM-Dritte von 1966 Portugal, das trotz Einsatz von Superstar Eusébio hinter Rumänien, Griechenland und der Schweiz nur Letzter der Gruppe 1 wurde. Erstaunlich war auch das Scheitern von Spanien und Jugoslawien, die in der Gruppe 6 dem Außenseiter Belgien den Vortritt lassen mussten. In Gruppe 8 setzte sich Bulgarien gegen Polen und die Niederlande durch, die beide vier Jahre später bei der WM in der Bundesrepublik Deutschland eine führende Rolle spielen sollten.

Die Bundesrepublik hatte wenig Mühe, sich gegen Schottland, Österreich und Zypern den Gruppensieg zu sichern. Das 12:0 gegen Zypern war der höchste Sieg der gesamten WM-Qualifikation. Die DDR musste sich knapp Italien geschlagen geben.

In den südamerikanischen Gruppen setzte sich Peru überraschend gegen den Mitfavoriten Argentinien durch.

In Nord-, Mittelamerika und der Karibik löste der Sieg von El Salvador über Honduras im Entscheidungsspiel der Gruppe 13 zwischen beiden Ländern einen Fußballkrieg aus, dem über 2000 Menschen zum Opfer fielen. El Salvador nahm damit erstmals an einer WM teil. Brasilien beendete die Qualifikation mit 12:0 Punkten.

Gastgeber Mexiko und Weltmeister England waren automatisch qualifiziert. Zusammen mit den 14 qualifizierten Mannschaften ergab sich das folgende Teilnehmerfeld.

Topf 1: BR Deutschland • England • Italien • Sowjetunion

Topf 2: Brasilien • Mexiko • Peru • Uruguay

Topf 3: Belgien • Bulgarien • Schweden • Tschechoslowakei

Topf 4: El Salvador • Israel • Marokko • Rumänien

Vor der eigentlichen Auslosung wurde per Los bestimmt, ob Rumänien oder Schweden dem Topf 4 mit den sogenannten Kleinen zugeteilt wurde. Gastgeber Mexiko wurde vorab in Gruppe 1 gesetzt, der Weltmeister England in Gruppe 3. Jeder Gruppe wurde je eine Mannschaft aus jedem Topf ohne weitere Einschränkungen zugelost. So war es möglich, dass die beiden einzigen CONCACAF-Mannschaften Mexiko und El Salvador in einer Gruppe landeten. (Dies war übrigens der einzige Fall in der WM-Geschichte, dass die CONCACAF zweimal in derselben Gruppe vertreten war.) Da Brasilien Topf 2 und nicht Topf 1 zugeordnet war, kam es in Gruppe 3 zum Aufeinandertreffen der letzten beiden Weltmeister Brasilien und England.

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