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Fußball-Weltmeisterschaft 1962

Siebte Ausspielung des bedeutendsten Turniers für Fußball-Nationalmannschaften

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Die Endrunde der Fußball-Weltmeisterschaft 1962 (span.: Campeonato Mundial De Futbol) war die siebte Ausspielung dieses bedeutendsten Turniers für Fußball-Nationalmannschaften und fand vom 30. Mai bis zum 17. Juni 1962 in Chile statt.

Weltmeister wurde Titelverteidiger Brasilien, welches mit Garrincha auch den Torschützenkönig stellte, im Finale gegen die Tschechoslowakei. Vizeweltmeister Schweden scheiterte bereits in der Qualifikation. Die westdeutsche Mannschaft schied bei ihrer letzten Weltmeisterschaft unter Trainer Sepp Herberger im Viertelfinale gegen Jugoslawien aus. Kapitän der deutschen Mannschaft war der letzte verbliebene Held von Bern, Hans Schäfer.

Die Schweizer Mannschaft schied nach drei Niederlagen in der Vorrunde aus.

Der Österreichische Fußballbund hatte zwar am 15. Dezember 1959 eine provisorische Meldung abgegeben, diese aber am 18. Dezember rückgängig gemacht. Begründet wurde dies damit, dass der Weltmeisterschaftstermin eine vollkommene Umstellung des Spielbetriebs auf Kosten der Vereine in der Saison 1961/62 voraussetzen würde und Österreichs Fußball sei, gemessen an den Leistungen der Nationalmannschaft gegen Spanien und Frankreich, im Kampf gegen die internationale Spitzenklasse nicht konkurrenzfähig.

Nachdem die Weltmeisterschaften 1954 und 1958 in Europa stattgefunden hatten, war 1962 Südamerika an der Reihe. Die Entscheidung über den Austragungsort der WM 1962 fällte die FIFA am 10. Juni 1956 in Lissabon. Etwas überraschend setzte sich das fußballerisch zweitklassige Chile gegen den Mitbewerber Argentinien mit 32:11 Stimmen durch. Der schlechte Zuschauerzuspruch, insbesondere bei den Vorrundenspielen, gab den Kritikern nachträglich recht. Nach dem verheerenden Erdbeben von 1960 wurde ein Entzug der Veranstaltung diskutiert.

Die Spiele der Weltmeisterschaft wurden in vier Stadien in vier verschiedenen Städten Chiles ausgetragen. Ursprünglich waren neun Spielorte vorgesehen, nach dem Erdbeben von 1960 wurden nur die Stadien genutzt, die ohne staatliche Hilfe renoviert werden konnten.

Arica (Estadio Carlos Dittborn) – damalige Kosten: 450.000 US-Dollar. Sechs Vorrundenspiele und ein Viertelfinale sahen insgesamt 68.807 Zuschauer, ein Schnitt von 9830 pro Spiel, der durch das Viertelfinale zwischen Chile und der Sowjetunion, das 17.268 Zuschauer sahen, am Ende noch angehoben wurde.

Rancagua (Estadio El Teniente) – sechs Vorrundenspiele und ein Viertelfinale sahen insgesamt 57.643 Zuschauer, ein Schnitt von 8235 pro Spiel.

Santiago de Chile (Estadio Nacional de Chile) – sechs Vorrundenspiele, ein Viertelfinale, ein Halbfinale, das Spiel um Platz 3 und das Finale sahen insgesamt 663.771 Zuschauer, ein Schnitt von 66.377 pro Spiel. Die meisten kamen zum Halbfinale zwischen Gastgeber Chile und Titelverteidiger Brasilien: 76.594

Viña del Mar (Estadio Sausalito) – sechs Vorrundenspiele, ein Viertelfinale, ein Halbfinale sahen insgesamt 102.951 Zuschauer, ein Schnitt von 12.869 pro Spiel. Die wenigsten kamen zum Halbfinale zwischen Jugoslawien und der Tschechoslowakei, das parallel zum anderen Halbfinale stattfand: 5890 – etwas mehr als die Hälfte des schwächsten Besuchs in der Vorrunde.

Hauptartikel: Qualifikation zur Fußball-Weltmeisterschaft 1962

Größte Überraschungen der Qualifikation waren das Scheitern von Vizeweltmeister Schweden und des WM-Dritten Frankreich, die beide in Entscheidungsspielen gegen die punktgleichen Gruppengegner Schweiz bzw. Bulgarien unterlagen, obwohl beide nach heutigen Maßstäben die besseren Tordifferenzen hatten und auch die direkten Vergleiche gewonnen hatten. Kolumbien und Bulgarien qualifizierten sich zum ersten Mal für eine Weltmeisterschaft.

Für die Endrunde qualifizierten sich letztlich, einschließlich Gastgeber Chile und Weltmeister Brasilien, folgende 16 Nationalmannschaften aus den jeweiligen Kontinentalverbänden:

Nach den Turnieren von 1930 und 1950 war es die letzte Weltmeisterschaft, an deren Endrunde nur Mannschaften aus Europa und vom amerikanischen Doppelkontinent teilnahmen.

Topf 1: Argentinien, Brasilien, Chile, Uruguay

Topf 2: BR Deutschland, England, Italien, Jugoslawien, Sowjetunion, Spanien, Ungarn, Tschechoslowakei

Topf 3: Bulgarien, Kolumbien, Mexiko, Schweiz

Als Gruppenköpfe wurden die vier südamerikanischen Mannschaften aus Topf 1 gelost, wobei Chile fix in die Gruppe B gesetzt wurde, weil dessen Spiele in Santiago ausgetragen wurden. Aus Topf 2 wurden jeweils zwei Mannschaften zu jeder Gruppe frei zugelost. Im Topf 3 waren die als am schwächsten eingeschätzten Mannschaften, die gezielt als Auftaktgegner für die Gruppenköpfe frei zugelost wurden.

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Fußball-Weltmeisterschaft 1962 | World in Stories