An diesem Tag

Fußball-Weltmeisterschaft 1934

Zweite Ausspielung des bedeutendsten Turniers für Fußball-Nationalmannschaften

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Die Endrunde der Fußball-Weltmeisterschaft 1934 (ital.: Campionato Mondiale Di Calcio) war die zweite Ausspielung des bedeutendsten Turniers für Fußball-Nationalmannschaften und fand vom 27. Mai bis zum 10. Juni 1934 in Italien und damit erstmals in Europa statt. Das Turnier erhielt einen schalen Beigeschmack, da der italienische Diktator Benito Mussolini die WM propagandistisch als Werbung für den Faschismus nutzte, ähnlich wie später Hitler die Olympischen Sommerspiele 1936, und der Sieg Italiens von Bestechungsvorwürfen überschattet war. Zudem stand das Turnier im Schatten des zeitgleich stattfindenden Giro d’Italia.

Italien konnte wie Uruguay vier Jahre zuvor den Heimvorteil nutzen und gewann seinen ersten Weltmeistertitel im entscheidenden Spiel gegen die Tschechoslowakei. Erst 32 Jahre später konnte mit England wieder der Gastgeber den Titel gewinnen. Die deutsche Fußballnationalmannschaft wurde Dritter, Österreich Vierter. Die Schweiz erreichte das Viertelfinale.

Für die Ausrichtung der WM 1934 interessierten sich zunächst Schweden, Spanien und Italien. Bei dem Treffen des Exekutivkomitees der FIFA am 14. Oktober 1932 in Zürich bekam Italien den Zuschlag. Für Italien sprach, dass das Land die WM in acht Städten, und nicht wie Uruguay 1930 in nur einer, austragen wollte. Die Stadien befanden sich teilweise bereits in der Bauphase. Außerdem stellte Staatschef Benito Mussolini die notwendigen Finanzmittel für die Infrastruktur zur Verfügung.

Die WM wurde in acht Stadien ausgetragen. In Florenz, Neapel, Triest und Turin wurden eigens zur WM neue Stadien erbaut. Die Stadien in Mailand und Rom wurden umgebaut, die in Bologna und Genua wurden zur WM renoviert. Als Folge des Baubooms verlor die Lira massiv an Wert und den Arbeitern wurden die Löhne gekürzt. Name, Kapazität und Zustand der Stadien sind zum Zeitpunkt der Weltmeisterschaft im Juni 1934 angegeben.

32 Nationalmannschaften aus Europa (21), Afrika/Asien (3), Nord- (4) und Südamerika (4) nahmen an der Qualifikation teil. Darunter war auch die Auswahl des Gastgebers Italien, der sich gegen Griechenland durchsetzen musste. Die deutsche Fußballnationalmannschaft gewann gegen Luxemburg mit 9:1 und qualifizierte sich als Gruppenerster in der Gruppe 8 gemeinsam mit Frankreich. Die österreichische Mannschaft qualifizierte sich in einer Gruppe mit Ungarn und Bulgarien als Zweiter und die Schweiz gewann ihre Gruppe gegen Rumänien und Jugoslawien.

Uruguay nahm als Revanche für das geringe europäische Interesse an der WM 1930 nicht teil. Auch England boykottierte die WM, da sie erneut nicht im „Mutterland des Fußballs“ ausgetragen wurde. Für Ägypten, Deutschland, Italien, die Niederlande, Österreich, Schweden, die Schweiz, Spanien, die Tschechoslowakei und Ungarn war es die erste Teilnahme an einer Fußball-Weltmeisterschaft.

Das ganze Turnier wurde im K.-o.-Modus ausgespielt. Dabei gab es für das Achtelfinale acht gesetzte Mannschaften, die schätzungsweise die stärksten Teams der WM darstellten. Dies waren im Einzelnen: Argentinien, Brasilien, Deutschland, Italien, die Niederlande, Österreich, die Tschechoslowakei und Ungarn. Diesen acht Teams wurde jeweils eine Mannschaft zugelost. In den folgenden Runden spielte dann jeweils der Sieger aus Spiel 1 gegen den Sieger aus Spiel 2 usw.

Im Falle eines Unentschiedens nach der regulären Spielzeit folgte eine zweimal 15-minütige Verlängerung. Stand nach dieser immer noch kein Sieger fest, gab es einen Tag später ein Wiederholungsspiel.

Für Informationen zu den einzelnen Kadern der Mannschaften auf den jeweiligen Link klicken.

V Sieg nach VerlängerungW Sieg im Wiederholungsspiel

Italien hatte recht wenig Mühe gegen die USA, den Vertreter Nordamerikas. Zwischen beiden Teams bestand ein deutlicher Klassenunterschied, der sich auch im Endergebnis ausdrückte.

Die Tschechoslowakei musste gegen die vom Österreicher Josef Uridil trainierten Rumänen antreten, die in der Qualifikation den Halbfinalisten der WM 1930 (Jugoslawien) besiegten. In der ersten Hälfte hatte die Tschechoslowakei, die als Mitfavorit auf den Titel in das Turnier ging, große Probleme gegen die Rumänen und lag auch mit 0:1 zurück. In der zweiten Halbzeit konnten die Tschechoslowaken das Spiel allerdings noch drehen und kamen somit eine Runde weiter.

Deutschland musste gegen den Nachbarn aus Belgien spielen. Lange Zeit war es ein offenes Spiel und die Belgier führten zur Halbzeit mit 2:1, nachdem Stanislaus Kobierski die deutsche Mannschaft in Führung gebracht hatte. Nach der Pause drehten die Deutschen allerdings auf und konnten das 1:2 in ein 5:2 verwandeln. Edmund Conen erzielte dabei einen lupenreinen Hattrick und sorgte somit für ein deutliches Endergebnis zu Gunsten der Deutschen.

Die Österreicher bekamen es in der ersten Runde mit Frankreich zu tun. Das Wunderteam galt als Favorit. Nach der regulären Spielzeit hieß es allerdings nur 1:1. In der Verlängerung hatten die Österreicher die größeren Kraftreserven und führten nach 110 Minuten mit 3:1. Der Anschlusstreffer der Franzosen in der 117. Minute änderte nichts mehr am Ausgang des Spiels.

Die Spanier mussten gegen das einzige ernstzunehmende Team aus Südamerika, Brasilien antreten. Die Brasilianer dominierten die Spanier zwar spielerisch und waren technisch weitaus überlegen, die Spanier konzentrierten sich allerdings auf das wichtigste im Fußball – das Toreschießen. Bereits nach einer halben Stunde führten die Spanier mit 3:0. Nach dem Seitenwechsel kamen die Spanier nicht mehr ins Spiel und den Brasilianern gelang der 1:3-Treffer. Als allerdings der spanische Weltklassetorhüter Ricardo Zamora einen Foulelfmeter parieren konnte, war bei den Brasilianern der Spielfluss dahin und die Spanier konnten die Führung verteidigen.

Die Schweiz bekam es in Runde 1 mit den Niederlanden zu tun. In einem äußerst ausgeglichenen Spiel behielten die Schweizer am Ende die Oberhand. Spieler des Tages war der Schweizer Leopold Kielholz, dem zwei Treffer gelangen.

Schweden hatte mit Argentinien den zweiten südamerikanischen Vertreter als Gegner zugelost bekommen. Die Argentinier reisten lediglich mit einer Amateurmannschaft an, die keinesfalls die Klasse der Mannschaft von der WM 1930 hatte, als Argentinien Vize-Weltmeister wurde. Dennoch taten die Schweden sich äußerst schwer und mussten zweimal einen Rückstand aufholen, bevor sie kurz vor Ende doch noch das Siegtor zum 3:2 erzielen konnten.

Ungarn musste gegen Ägypten antreten, welche als schwächstes Team des Turniers eingeschätzt wurden. Die meisten wurden in dieser Einschätzung bestärkt, als die Magyaren schnell mit 2:0 in Führung gingen. Doch der Außenseiter kämpfte sich zurück ins Spiel und konnte noch vor der Pause den 2:1-Anschlusstreffer erzielen. In der 2. Hälfte dominierten allerdings die Ungarn ihren Gegner nach Belieben und schafften so am Ende einen letztlich ungefährdeten 4:2-Sieg.

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