Fritz Schlegel, eigentlich Friedrich Adolf Edmund Schlegel (* 16. August 1901 in Coesfeld, Deutschland; † Dezember 1971 in Kleve, Niederrhein), war ein deutscher Schauspieler, Spielleiter und Regisseur.
Fritz Schlegel entstammte einer alten Theaterfamilie, die in eigener Regie bis vor dem Zweiten Weltkrieg das Stadttheater in Kleve leitete. Er erhielt 1918 privaten Schauspielunterricht bei Carl Schneider. Bis Kriegsende hatte er unter anderem Engagements an Bühnen in Cottbus, Franzensbad, Würzburg und Danzig.
Schlegel begann seine Bühnenlaufbahn in der Spielzeit 1920/21 am Stadttheater Kleve. In der Spielzeit 1920/21 spielte er dort in einer seiner ersten Bühnenrollen den „paragraphenkollerigen“ Assessor Bömelburg in dem Schwank §§-Koller von Arthur Hoffmann. In der Spielzeit 1925/26 war er als Schauspieler und Sänger am Stadttheater Gelsenkirchen engagiert. Im Juni 1926 gastierte er im Naturtheater Schwarzenberg als Kriminalkommissar Reitmaier in Hermann Sudermanns Drama Stein unter Steinen. Im Juli 1926 spielte er dort den „verschlagenen“ und „feigen“ Spiegelberg, den er als „übler Hetzer“ anlegte, in Die Räuber von Friedrich Schiller. Im August 1926 trat er dort als Valentin in einer Faust-Inszenierung auf. In der Spielzeit 1928/29 war er als Schauspieler und Spielleiter der Operette an der „Mitteldeutschen Volksbühne“ in Staßfurt-Leopoldshall verpflichtet. 1928 gastierte er bei den Freilichtspielen Schwäbisch Hall als Junker Tobias in der Shakespeare-Komödie Was ihr wollt. 1929 folgte dort der Dranio in Komödie der Irrungen. 1933 wechselte Schlegel an die „Schlesische Landesbühne“ in Bunzlau. In der Spielzeit 1938/39 war er als Schauspieler und Regisseur am Stadttheater Eger (Sudetenland), anschließend in der Spielzeit 1939/40 am Stadttheater Cottbus verpflichtet. Die verbleibenden Kriegsjahre 1942–44 wirkte er an den „Städtischen Schauspielbühnen“ in Zoppot-Gotenhafen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte er Engagements unter anderem in Gotha und Chemnitz. Von 1954 bis 1959 war er festes Ensemblemitglied am Deutschen Theater in Berlin; danach war er freischaffend als Schauspieler tätig. In der Spielzeit 1955/56 wirkte er am Deutschen Theater unter der Regie von Ernst Kahler in der Inszenierung des Theaterstücks Sozialaristokraten von Arno Holz mit.
Bei der DEFA war Schlegel als Charakterdarsteller in zahlreichen Filmen zu sehen, insbesondere in Märchenfilmen. Dabei spielte er, aufgrund seiner Leibesfülle, häufig Rollen wie Köche oder Wirte. Mehrfach wirkte er in den humoristischen Kurzfilmen aus der Stacheltier-Reihe mit. Ende der 60er Jahre stand er zuletzt vor der Kamera.
Fritz Schlegel starb im Dezember 1971.
Premieren am Deutschen Theater Berlin
1954: William Shakespeare: Viel Lärm um nichts. Rolle: Eine Wache. Regie: Rudolf Wessely
1955: Alfred Matusche: Die Dorfstraße (UA). Rolle: Der Wirt. Regie: Hannes Fischer
1955: Arno Holz: Sozialaristokraten. Rolle: Senger. Regie: Ernst Kahler
1955: Gerhart Hauptmann: Vor Sonnenuntergang. Rolle: Stadtverordneter. Regie: Wolfgang Heinz
1955: Hedda Zinner: Lützower (UA). Rolle: Fleischer. Regie: Wolfgang Langhoff
1956: Heinar Kipphardt: Der Aufstieg des Alois Piontek (UA). Rolle: Vertreter der örtlichen Unternehmerschaft. Regie: Heinar Kipphardt
1956: Peter Hacks: Die Schlacht bei Lobositz (UA). Rolle: Hauptmann. Regie: Wolfgang Langhoff
1957: Johann Nestroy: Einen Jux will er sich machen. Rolle: Ein Wächter. Regie: Otto Tausig
1956: Rolf Schneider: Das Gefängnis von Pont L'Eveque – Regie: Helmut Hellstorff (Rundfunk der DDR)
1960: Rolf Schneider: Der dritte Kreuzzug oder Die wundersame Geschichte des Ritters Kunifried von Raupenbiel und seine Aventiuren – Regie: Wolfgang Brunecker (Hörspiel – Rundfunk der DDR)
1960: Joachim Knauth: Die sterblichen Götter (Balbus) – Regie: Joachim Witte (Hörspiel – Rundfunk der DDR)