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Fritz Rieter-Wieland

Schweizer Offizier sowie Herausgeber und Präsident der Schweizer Monatshefte

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Fritz Rieter auch Fritz Rieter-Wieland (* 21. Oktober 1887 in Enge; † 25. Februar 1970 in Zürich; heimatberechtigt in Winterthur und Enge, ab 1893 Zürich) war ein Schweizer Offizier sowie Herausgeber und Präsident der Schweizer Monatshefte.

Fritz Rieter-Wieland entstammte einer angesehenen Winterthurer Rats- und Kaufherrenfamilie und gehörte zur Rothaus-Linie der Rieter-Familie. Seine Vorfahren waren städtische Kaufleute im Textilgewerbe, und sein Ururgroßvater, Johann Jakob, er war verheiratet mit der Nichte des Malers Anton Graff, war Mitbegründer der heutigen Maschinenfabrik Rieter.

Fritz Rieter-Wieland war der Sohn des Kaufmanns Fritz Rieter-Bodmer und dessen Ehefrau Bertha (* 18. Juni 1857 in Zürich; † 30. August 1938), die Tochter des Kaufmanns Johann Heinrich Bodmer (1812–1885); er hatte noch zwei Schwestern, von diesen ist namentlich bekannt:

Ines Ida Bertha Rieter (* 29. November 1879 in Enge; † 22. Oktober 1941 in Meilen), verheiratet mit Ulrich Wille.

Er war seit 1921 verheiratet mit Rosalie Emilie (* 1897; † Januar 1969), die Tochter des Obersten und Advokaten Alfred Rudolf Wieland. Namentlich ist von den zwei Töchtern Verena Barbara Heck-Rieter (1925–2010), die mit dem Pfarrer Hans Heck (1919–1990) verheiratet war, bekannt.

Seit 1932 bewohnte er mit seiner Familie die Villa Schönberg in Zürich.

In den 1930er Jahren siedelte er sich mit einer Sommerresidenz auf dem Hirzel an, in dem sich heute die Stiftung Farenweid befindet.

Pfarrer Hans Heck führte, gemeinsam mit dem Organisten Heinrich Funk, im Fraumünster in Zürich die Trauerfeierlichkeiten durch.

Fritz Rieter-Wielands Leben war geprägt von einem ausgeprägt konservativen Lebensstil, der sich auf exemplarische Weise mit liberaler Weltoffenheit verband.

Seine Schulbildung begann mit Privatunterricht und setzte sich im Freien Gymnasium in Zürich fort, wo er 1905 mit der Matura abschloss.

Aufgewachsen in der historischen Villa Rieter, die 1912 als Unterkunft für Kaiser Wilhelm II. diente, entwickelte er zunächst eine Leidenschaft für die Kunstgeschichte. Unter dem Einfluss seines Schwagers, des späteren Oberstkorpskommandanten Ulrich Wille, entschied er sich jedoch, Rechtswissenschaften zu studieren.

Er studierte an den Universitäten Zürich, Kiel und Leipzig und promovierte 1911 zum Dr. jur. in Leipzig. Im Jahr 1910 trat er in das Füsilierkorps II/62 ein und wurde nach der bestandenen Grundausbildung zum Leutnant befördert; 1911 erfolgte bereits die Beförderung zum Oberleutnant.

1911 führte ihn eine lange Reise nach Indien und Japan; dort tat er mehrere Monate unter dem damaligen Minister Ferdinand von Salis (1864–1947) als Militärattaché diplomatischen Dienst, bis er 1912 nach Zürich zurückkehrte.

Bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs entschied er sich, dem Instruktionskorps der Infanterie beizutreten. Bereits 1915 bewies er seine militärische Führungsbefähigung. In einer Gebirgsmitrailleurkompanie waren einer Meuterei ähnliche Disziplinwidrigkeiten vorgefallen; er erhielt das Kommando der Kompanie übertragen, und in kurzer Zeit gelang es ihm, Disziplin und Ordnung mit aus Gerechtigkeit und Bestimmtheit erwachsender Autorität wiederherzustellen.

Während des Kriegs hatte er die Gelegenheit, mehrere Frontbesuche zu absolvieren, die seine Sicht auf den militärischen Dienst prägten, so wurde er 1917 in das Hauptquartier des Generals Erich Ludendorff kommandiert. Dort erlebte er auch hinter der Front die kriegsnahe Ausbildung von Sturmtruppen und zog aus dieser Anschauung die Lehren für eine ähnliche Arbeit in der Schweiz im Jahre 1918. Er führte in den letzten Monaten des Konflikts die Sturmabteilung 5, auch Sturmabteilung Mariastein, die er aufgrund seiner persönlichen Erfahrungen ins Leben gerufen hatte und als Hauptmann führte. Diese Erfahrungen prägten seinen militärischen Werdegang und seine Überzeugungen. Während des Landesstreiks im November 1918 rückte die Sturmabteilung der „Mariasteiner“ kriegsmäßig ausgerüstet nach Basel aus, um durch ihr martialisches Auftreten und die erstmalige Nutzung von Stahlhelmen eine bewusst einschüchternde Wirkung auf die Bevölkerung zu erzielen, was bereits ausreichte, um die Lage ohne aktives Eingreifen unter Kontrolle zu bringen. Deutungen der «Sturmabteilung Mariastein» als Truppe für den Ordnungsdienst lassen sich durch Übungsunterlagen nicht bestätigen. Diese dokumentieren stattdessen ein rein militärisches Manöver – einen kombinierten Angriff mit Maschinengewehren und Sturmgeschützen auf eine feindliche Stellung. Weder das Übungsziel noch die Kampfweise weisen auf einen nicht-militärischen Hintergrund hin.

1921 wurde Fritz Rieter-Wieland in den Generalstab der Schweizer Armee übernommen und 1924 zum Major befördert und zum Kommandanten des Füsilierbataillons 62 ernannt. Dem folgte 1930 seine Beförderung zum Oberstleutnant und die Ernennung zum Kommandanten Infanterieregiment 26. 1936 wurde er dann Oberst im Generalstab.

In einer Zeit, in der die pazifistisch-sozialistische Öffentlichkeit oft skeptisch gegenüber dem Militär eingestellt war, trat Fritz Rieter-Wieland als Instruktor in den Dienst. Trotz der Herausforderungen, die mit einem geringen Gehalt und öffentlicher Kritik verbunden waren, engagierte er sich leidenschaftlich für die Ausbildung junger Offiziere. Er wurde vor allem als Kommandant der zürcherischen Offiziersschulen bekannt, die 1938 durch die Zusammenlegung der Schulen von Zürich und Bern entstanden und wo er nicht nur als strenger Ausbilder, sondern auch als Erzieher auftrat. Sein Ziel war es, die angehenden Truppenführer zu verantwortungsbewussten Persönlichkeiten zu formen. Er hatte während seiner Dienstzeit einen maßgeblichen Einfluss auf die Ausbildung von über 2000 jungen Offizieren.

Er war auch ein versierter Autor und schrieb über das militärische Delikt des Ungehorsams im Kontext des schweizerischen und deutschen Militärstrafrechts. Sein Engagement für eine moderne und humane Ausbildung führte dazu, dass er gegen den falschen Drill arbeitete und während des Zweiten Weltkriegs im Stab eines Armeekorps sowie im Armeestab tätig war. 1945 trat er von dem Instruktionsdienst zurück. Als er dann 1945 in der Beförderung übergangen wurde, nahm er seinen Abschied.

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