Friedrich „Fritz“ Paul Honka, auch Fiete gerufen, Spitzname Fritze Bollmann, später in Peter Jensen umbenannt (* 31. Juli 1935 in Leipzig; † 19. Oktober 1998 in Hamburg-Langenhorn), war ein deutscher Serienmörder.
Fritz Honka wurde in der Leipziger Seeburgstraße als drittes von zehn Kindern des Zimmermanns Fritz Honka (Senior) und seiner als Reinigungskraft tätigen Frau Else Honka geboren; drei der Geschwister starben bei ihrer Geburt. Bei seiner Vernehmung sagte Honka über seine Jugend: „Mein Vater kam ins KZ. Auch ich kam ins Jugend-KZ. Von den Russen wurde ich befreit. Mein Vater auch. Mit Schule war später nicht mehr viel.“ Honka wuchs in Leipziger Kinderheimen auf. Sein Vater arbeitete als Heizer in der Stadt. Der Grund für die KZ-Haft des Vaters soll dessen Engagement für die in NS-Deutschland verbotene KPD gewesen sein. Der Vater starb 1946 an den Folgen exzessiven Alkoholkonsums und den Spätfolgen der Haft.
Die Mutter galt mit den vielen Kindern als überfordert. Zu Beginn der 1950er Jahre begann Honka eine Lehre als Maurer, die er jedoch wegen einer Allergie abbrechen musste. Honka floh 1951 aus der DDR in die Bundesrepublik und verdingte sich zunächst als Hilfsarbeiter auf Bauernhöfen in dem kleinen Dorf Brockhöfe in der Lüneburger Heide. Dort wurde er wegen seiner „properen Art“ Fritze Bollmann genannt, in Anlehnung an das Brandenburger Original Fritze Bollmann. Aus seiner Affäre mit einer Frau namens Margot ging der Sohn Heinrich hervor. Honka musste 3.000 DM Alimente zahlen und verließ das Heidedorf. 1956 kam er nach Hamburg und wurde bei den Howaldtswerken als Werftarbeiter angestellt. Nach einem schweren Verkehrsunfall auf einer Straße bei Barsbüttel behielt er durch eine zertrümmerte Nase und ausgeprägtes Schielen entstellte Gesichtszüge. 1957 heiratete er Inge. Die Ehe wurde jedoch 1960 geschieden. Aus dieser Beziehung stammte sein Sohn Fritz. Nachbarn berichteten von gewalttätigen Szenen zwischen den Eheleuten in ihrer Wohnung im Wümmeweg in Hamburg-Neuwiedenthal. Erneut kamen er und Inge zusammen und heirateten, bis ihre Ehe 1967 zum zweiten Mal geschieden wurde.
1967 zog er aus Neuwiedenthal in die Zeißstraße Nr. 74 in Hamburg-Ottensen. 1972 lebte er dort für einige Zeit mit Irmgard Albrecht zusammen. Als er am 15. August 1972 Ruth Dufner zu gemeinsamem Sex mit ihm und Irmgard zwingen wollte, kam es beinahe zur Vergewaltigung. Dufner floh nackt aus Honkas Wohnung und zeigte ihn bei der Polizei an. Sie wurde danach im Krankenhaus behandelt. Honka, der zur Tatzeit mit 2,4 Promille alkoholisiert war, wurde erstmals erkennungsdienstlich registriert und am 4. April 1975 von einem Altonaer Schöffengericht zu einer Geldstrafe von 4.500 DM verurteilt. Eine Anklage wegen Vergewaltigung wurde fallengelassen. In den folgenden Jahren gelang es Honka aufgrund seiner Alkoholprobleme nicht, Beziehungen zu Frauen zu finden, Sexualkontakte suchte er bei Prostituierten, denen er meist in Kneipen im Umfeld der Reeperbahn begegnete.
Alle Ermordeten waren fortgeschrittenen Alters und entstammten dem Trinkermilieu der Reeperbahn. Sie galten als bindungslose Stadtstreicherinnen, die sich bei Gelegenheit für Unterkunft und alkoholische Getränke oder auch geringe Geldbeträge prostituierten.
Das Verschwinden der Frauen blieb lange ohne Folgen, niemand erstattete Vermisstenanzeige bei der Polizei. Auch Beschwerden anderer Mieter des Hauses über den starken Leichengeruch blieben unbeachtet.
Gertraud Bräuer (42 Jahre), Friseurin und Gelegenheitsprostituierte, ermordet vermutlich im Dezember 1970. Bräuer wurde von Honkas Freundin Annie Wachtmeister in dessen Wohnung mitgenommen, wo Honka Sex zu dritt forderte. Als sich Bräuer weigerte, wurde sie von Honka getötet. Gutachter schätzen Honkas Blutalkoholspiegel zum Tatzeitpunkt später auf 4 Promille. Bräuers Kopf, Brüste, Hände und ein Bein wurden am 2. November 1971 in der Umgebung von Honkas Wohnung auf einem Schrottplatz gefunden. Nach dem Kopf rekonstruierte die Gerichtsmedizin die ursprünglichen Gesichtszüge für eine Identifizierung des Opfers. Bräuers Torso wurde erst Jahre später in Honkas Mansardenwohnung in der Zeißstraße entdeckt.
Anna Beuschel (54 Jahre), Hausfrau, getötet 1974. Honka lernte die Prostituierte in der Kneipe Zum Goldenen Handschuh kennen, nahm sie im Vollrausch ebenfalls mit in seine Wohnung und strangulierte sie, da sie nach seiner Aussage „wie ein Brett dagelegen“ hatte. Die Leiche wurde verstümmelt und ihre Überreste auf dem Dachboden versteckt.
Frieda „Rita“ Roblick (57 Jahre), Prostituierte, getötet im Dezember 1974, als Honka feststellte, dass sie ihm 200 DM gestohlen hatte, obwohl er sie für Geschlechtsverkehr bereits mit der gleichen Summe entlohnt hatte.
Ruth Schult (52 Jahre), Prostituierte, getötet 1975. Schult, die ebenfalls aus dem Umfeld des Goldenen Handschuhs stammte und bei Honka eingezogen war, wurde durch den Schlag mit einer Kornflasche auf den Kopf betäubt und anschließend mit einem Damenstrumpf stranguliert. Der Obduktionsbericht vermerkte: „Beine an den Oberschenkelknochen abgesägt. Beide Brüste abgetrennt. Ohrmuscheln glatt abgeschnitten. Nasen- und Zungenspitze abgetrennt.“ Honka sagte später über die Beseitigung der Leiche: „Die war einfach zu schwer. Als ich die Leiche wegschaffen wollte, bin ich im Treppenhaus gestolpert und heruntergepurzelt.“
Seine Opfer suchte sich Honka in der Straße „Hamburger Berg“ auf St. Pauli zu später Stunde in den Kneipen Zum Goldenen Handschuh, Elbschlosskeller und Hong-Kong, wo er unter dem Namen Fiete bekannt war. Das dortige Milieu galt als ein Sammelpunkt für „Treibgut der Gesellschaft“ wie Trinker, ältere Prostituierte und andere gescheiterte Existenzen. Der vereinsamte Nachtwächter Honka suchte dort nach eigenen Angaben „Menschen zum Reden“, nach gutachterlicher Einschätzung jedoch vor allem „Sex nach seinen von Machtphantasien beherrschten Vorstellungen“. Honka sagte später dazu: „Ich habe sie halt gebumst.“ Zu seinen Vorlieben sollen betrunkene, zahnlose Frauen gehört haben, die er teilweise mit Sekt vollgespritzt und denen gegenüber er sich als überlegener Oberwachmann aufgespielt habe. Auch soll er in Uniform die Rolle eines SS-Mannes gespielt haben. Honka war bereits in der Zeit seiner Ehe einmal polizeiauffällig geworden. Seine lesbische Frau habe Mädchen in seine Wohnung eingeladen, die von Honka misshandelt wurden. Die polizeilichen Ermittlungen wurden eingestellt.
In Honkas Wohnung wurden sehr große Mengen an alkoholischen Getränken, hauptsächlich Kornbrand, gefunden, die er selbst exzessiv konsumierte und auch dazu benutzte, um seine Opfer gefügig zu machen. Außerdem fand die Polizei Puppen und mehr als 300 Pornobilder und Fotos nackter Pinup-Girls, die an die Decke geklebt waren, allerdings keines mit sadistischen Motiven. Die Hauptverhandlung ergab, dass es in Honkas Wohnung regelrechte Alkoholexzesse mit den Opfern gegeben haben muss. Honka habe seinen Opfern vorgeworfen, seine Wohnung verschmutzt und ihn bestohlen zu haben. Auch zu Schlägereien sei es in Folge des immensen Alkoholrausches gekommen. Am nächsten Morgen sei Honka dann neben einer toten Frau aufgewacht, ohne sich an den genauen Tathergang erinnern zu können. Nach Honkas eigenen Angaben war er schwer alkoholisiert, als er die drei Frauenleichen mit der Fuchsschwanzsäge zerstückelte. Die große Menge an Duftsteinen in seiner Wohnung war für die Polizei ein Indiz für Honkas Täterschaft: Er habe damit den Verwesungsgeruch der in der Wohnung versteckten Leichen überdecken wollen.
Honka war ein zierlicher, schmächtiger Mann und mit einer Körpergröße von 1,68 Meter klein von Gestalt. Er litt an einem Sprachfehler, für den er sich schämte. Außerdem schielte Honka sehr stark, was sein Selbstwertgefühl ebenfalls stark beeinträchtigte. Honka verbrachte seine Jugend in einem Heim für Kinder von KZ-Insassen und nach 1945 in einem Waisenheim. Infolge von Arbeitsunfällen und Prügeleien bekam er ein verunstaltetes Äußeres, das ihm die Kontaktaufnahme mit Frauen erschwerte. Eine der Frauen, zu denen er eine Beziehung pflegte, bezichtigte ihn fälschlicherweise der Vaterschaft. Seine beiden Ehen scheiterten an schwerem Alkoholkonsum der beiden Partner.