Friedrich Wilhelm Karl von Arnim (* 21. August 1786 in Minden, (Königreich Preußen); † 3. Mai 1852 in Gerswalde) war ein Polizeipräsident von Berlin.
Friedrich Wilhelm von Arnim entstammte der Gerswalder Linie des weitverbreiteten Uckermärker Adelsgeschlechtes der von Arnim. Er wurde als zweiter Sohn des königlich preußischen Regierungspräsidenten Carl Ludolf Bernhard von Arnim, Erbherr auf Gerswalde in der Uckermark geboren, ein Gut, das sich seit 1437 im Besitz der Familie befand und bis zur Bodenreform in der Sowjetischen Besatzungszone 1945 darin verblieb. Er besuchte das Joachimsthalsche Gymnasium in Berlin und studierte dann an der Universität Halle Jura und Cameralia. Er verstarb in Gerswalde am 3. Mai 1852.
Durch den Tilsiter Frieden von 1807 und die von Napoleon veranlasste Gründung des auch aus den vormals preußischen Gebieten westlich der Elbe zusammengesetzten Königreiches Westphalen war Friedrich Wilhelm von Arnim Untertan des westphälischen Königs Jérôme Bonaparte geworden, eines Bruders Napoleons. Er trat in dessen Staatsdienst eintreten, wo er zunächst als Legationssekretär nach Paris, dann bis 1811 in gleicher Funktion nach St. Petersburg verwendet wurde.
Nach Ausbruch der Befreiungskriege stellte sich Friedrich Wilhelm von Arnim auf die preußische Seite und diente als Offizier in der preußischen Armee. Als Adjutant des Generals von Thielemann nahm er am Feldzug in Frankreich teil.
Nach dem Krieg verließ er den Heeresdienst und trat eine zivile Beamtenkarriere an. Er wurde Landrat des Kreises Templin, ein Amt, das er zur Zufriedenheit der preußischen Regierung zwölf Jahre lang innehatte. Dann ernannte ihn König Friedrich Wilhelm III. zum Polizeipräsidenten von Berlin. Er war bei der Bevölkerung schnell beliebt, weil er sein Amt unparteiisch führte und bei der Cholera-Epidemie alle Wünsche nach bevorzugter Behandlung Prominenter brüsk zurückwies. Da es ihm verwehrt wurde, unmittelbar dem König vorzutragen, wurde er auf seinen Antrag aus dem Staatsdienst entlassen, wobei ihn der König durch Allerhöchste Kabinettsorder vom 2. Januar 1832 lobte und seine Amtsführung würdigte. Er kehrte als Privatmann in die Uckermark zurück, um von nun an bis zu seinem Tode seine Ländereien zu bewirtschaften. Er war Mitglied der Berliner Freimaurerloge Zu den drei goldenen Schlüsseln.
Friedrich Wilhelm Carl von Arnim war zweimal verheiratet, in zweiter Ehe mit Dorothea Charlotte von Arnim, geb. Maaß, verwitwete von Schmeichel (1814–1896). Seine Kinder waren:
Cäcilie von Engelhardt, geb. von Arnim
Hedwig von Schleinitz, geb. Arnim
Friedrich Wilhelm Karl von Arnim ist Ehrenbürger der Stadt Templin.
v. Arnim-Gerswalde: v. Arnim, Friedrich Wilhelm Karl. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 1, Duncker & Humblot, Leipzig 1875, S. 567.