Friedrich Ludwig, Herzog von Württemberg-Winnental, (* 5. November 1690 in Stuttgart; † 19. September 1734 in der Schlacht bei Guastalla in Oberitalien) war Prinz von Württemberg-Winnental, kurfürstlich-sächsischer Reitergeneral und Generalfeldzeugmeister der Kaiserlichen Armee.
Die Namensgebung von Württemberg-Teck ist nicht korrekt.
Friedrich Ludwig war der fünfte und jüngste Sohn des Herzoges Friedrich Carl von Württemberg-Winnental (1652–1698) und seiner Gemahlin Eleonore Juliane von Brandenburg-Ansbach (1663–1724), Tochter des Markgrafen Albrecht von Brandenburg-Ansbach.
Die Geschwister von Friedrich Ludwig waren:
Dorothea Charlotte (1685–1687)
Heinrich Friedrich (1687–1734)
Maximilian Emanuel (1689–1709)
Christiane Charlotte (1694–1729).
Leben und militärische Laufbahn
Nach ersten Studien an der vom damaligen protestantischen Adel Europas bevorzugten württembergischen Ritterakademie Collegium illustre in Tübingen setzte Friedrich Ludwig seine Ausbildung an der von Johannes Calvin 1559 gegründeten Akademie in Genf fort. Als 1703 seine mittleren Brüder auf Reisen gingen, fuhr er zunächst mit ihnen und kam an den kurfürstlich-sächsischen Hof nach Dresden, wo seine Tante Christiane Eberhardine als Frau von König August II. von Polen, auch bekannt als „August der Starke“, Königin war. Noch zu jung für weitere Reisen, blieb er für die nächsten Jahre hier und erfuhr unter Anleitung seines Hofmeisters die Fortführung seiner Erziehung.
Da es keinerlei Anzeichen dafür gab, dass Friedrich Ludwig je die Erbfolge seines Vaters würde antreten können, wartete auf ihn, wie damals auf viele adlige Nachkommen in gleicher Situation, eine militärische Karriere, wobei er durchaus von frühester Jugend an ein reges Interesse für das Waffenhandwerk zeigte.
Friedrich Ludwig blieb in Dresden bis 1708. In diesen Jahren ereignete es sich, dass am sächsischen Hofe Ursula Katharina von Altenbockum, geschiedene Frau des Fürsten Lubomirski, die offizielle Mätresse von König August II. wurde. Da sich Friedrich Ludwig sowohl durch Leistung als auch durch Umgang am Dresdner Hofe hervortat und bald zum Günstling des Königs wurde, gilt es als sicher, dass er schon zu dieser Zeit bei Hofe zumindest in die Nähe der Fürstin kam und miterlebte, wie diese Frau die Gunst des Königs verlor und durch Anna Constantia von Brockdorff, der späteren Gräfin Cosel, verdrängt wurde. Da sich Katharina nun auf ihre Besitzungen in Hoyerswerda und Breslau zurückzog und Friedrich Ludwig ab 1708 in der holländischen Armee diente, verloren sich beide für die nächsten Jahre aus den Augen.
Teilnahme an Kriegshandlungen bis 1717
Der Spanische Erbfolgekrieg, der jahrelang auch auf dem Gebiet der Niederlande ausgefochten wurde, war nun das Betätigungsfeld von Friedrich Ludwig, der hier bis zum Kriegsende 1714 gemeinsam mit seinem drei Jahre älteren Bruder Heinrich Friedrich kämpfte.
Bereits seit der Jahrhundertwende befand sich August II. mit seinem Cousin König Karl XII. von Schweden in einem Zwist, der sich zu einem der großen europäischen Kriege ausweiten sollte. In diesem sogenannten Großen Nordischen Krieg eroberte eine Allianz aus Dänemark, Preußen und Sachsen 1715 im Pommernfeldzug sämtliche Besitzungen Schwedens in Norddeutschland zurück. Die wichtigsten Operationen in diesem Feldzug waren die Einnahme der Inseln Usedom und Rügen sowie die Belagerung von Stralsund. An allen diesen Operationen war Friedrich Ludwig innerhalb des sächsischen Kontingentes beteiligt und hatte sich durch besondere Tapferkeit und militärische Weitsicht ausgezeichnet. Gemeinsam mit dem dänischen Generalmajor Mayer und dem preußischen Generalmajor Borck führte er am 20. Dezember 1715 am Tribseer Tor von Stralsund die Kapitulationsverhandlungen mit Schweden.
Venezianisch-Österreichischer Türkenkrieg
Im Jahre 1716 kämpfte Friedrich Ludwigs ältester Bruder Carl Alexander unter dem Kommando von Prinz Eugen Franz von Savoyen-Carignan im Venezianisch-Österreichischen Türkenkrieg. Obwohl der sächsisch-polnische Hof nicht unmittelbar in diese Auseinandersetzung einbezogen war, wollte Friedrich Ludwig am Kampf gegen die Osmanen teilnehmen, was ihm August II. auch gestattete. An der Seite seines Bruders kämpfte Friedrich Ludwig zunächst in der Schlacht von Peterwardein und anschließend bei der Belagerung der von den Türken besetzten Festung Temesvár. Im August 1717 wurden die Türken aus Belgrad vertrieben. Dabei wurden die kaiserlichen Truppen vom türkischen Entsatzheer unter Großwesir Hacı Halil Pascha umzingelt und in einen Zweifrontenkrieg verwickelt. In dieser militärisch höchst komplizierten Situation bewies Friedrich Ludwig erneut höchste Tapferkeit und strategisches Geschick, wofür ihm Kaiser Karl VI. das Infanterieregiment Nr. 10 übereignete, das bisher sein Bruder Heinrich Friedrich innegehabt hatte. Außerdem beförderte ihn der Kaiser zum Feldmarschalleutnant.
1718 wieder in Dresden, wurde Friedrich Ludwig von August II. zum sächsisch-polnischen Generalleutnant erhoben. Am Tag der Hochzeit des Kurprinzen August am 20. August 1719 erhielt er den polnischen Orden des Weißen Adlers Derart hoch dekoriert, begegnete er am Dresdner Hofe wieder der inzwischen zurückgekehrten Katharina Reichsfürstin von Teschen und begann, die zehn Jahre ältere Frau zu umwerben. Als ein besonders attraktives Brautgeschenk erstand er 1721 das Gut Neschwitz in der Oberlausitz und ließ das dort vorhandene Renaissanceschloss vom damaligen Dresdner Oberlandbaumeister Johann Friedrich Karcher vollkommen umbauen. Das Barockschloss Neschwitz gilt noch heute als eine der schönsten Schlossanlagen in der Lausitz.