An diesem Tag

Friedrich Harkort

Deutscher Industrieller

Anúncio

Friedrich Wilhelm Harkort (* 22. Februar 1793 in Westerbauer bei Haspe; † 6. März 1880 im Kirchhörder Gemeindeteil Hombruch), häufig als „Vater des Ruhrgebiets“ bezeichnet, war ein deutscher Unternehmer und Politiker in der Frühzeit der Industriellen Revolution.

Seine Harkort’sche Maschinenfabrik in Wetter (Ruhr) ging später in der Deutschen Maschinenbau Aktiengesellschaft (DEMAG) auf. Der Kohleabbau im Tiefbau wurde durch seine Pumpen, Dampfmaschinen und Eisenbahnschienen erst möglich. Die Sorge um das nachhaltige Wohl seiner Beschäftigten führte ihn bis nach Berlin als Abgeordneter des Reichstags (1871–1874). Sein Kampf galt dem Verbot von Kinderarbeit, der Einrichtung von Krankenkassen für Arbeiter, Schulbildung für alle, Gesundheitsschutz für Werktätige durch die Errichtung von Berufsgenossenschaften.

Seine letzte Ruhestätte liegt auf dem Ardeygebirge im Buchenwald des Gutes Schede in Herdecke.

Harkort wurde als fünftes von acht Kindern des märkischen Eisenwarenfabrikanten und Kaufmanns (Reidemeisters) Johann Caspar Harkort IV. (1753–1818) im Haus Harkorten geboren. Er war unter anderem Bruder des Bankiers und Eisenbahn-Pioniers Gustav Harkort, des Bergbauingenieurs und Offiziers Eduard Harkort und des Unternehmers Johann Caspar Harkort V. Nach der Grundschule auf dem Quambusch besuchte er ab 1799 die Gewerbeschule in Hagen. Diese schloss er im Jahr 1808 ab. Anschließend machte er eine kaufmännische Lehre bei dem Unternehmen Mohl in Barmen-Wichlinghausen. Ab 1813 nahm er zusammen mit seinem Bruder Gustav als Premierleutnant an den Befreiungskriegen teil. Bei Jumet (heutiges Belgien) wurde er zweimal verwundet und mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet.

Im Jahre 1818 heiratete er die Tochter seines früheren Lehrherrn, Auguste Mohl Louise (1796–1835). Das Paar hatte zwei Söhne und vier Töchter:

Auguste (* 16. Juli 1819; † 10. Dezember 1899) ⚭ 1845 Georg Christian Funk († 29. August 1849)

Mathilde Wilhelmine Auguste (* 5. Dezember 1820; † 20. November 1893) ⚭ 1843 Eduard von Scheven (* 15. September 1812; † 16. Juni 1907), Pfarrer

Friedrich Wilhelm (* 10. Mai 1822; † 19. Juni 1897), Maschinenfabrikant in Barmen ⚭ 1849 Anna Catharina Helene Hueck (* 13. März 1823)

Johanna (* 13. Januar 1828; † 12. März 1908) ⚭ Carl Gustav Maentell (1821–1907), preußischer Generalleutnant

Louise (* 15. August 1831; † 26. September 1907) ⚭ 1856 Louis Constanz Berger, Wittener Unternehmer

Carl (25. Dezember 1832; † 5. Februar 1894), Gründer der Sägen- und Werkzeugfabrik Fa. Harkort und Lohmann in Cronenberg ⚭ 1859 Emma Tesche (* 10. März 1835; † 9. Oktober 1910)

1861 bekam Harkort den preußischen Roten Adlerorden 3. Klasse verliehen. Bei der Wiedergründung des Westfälischen Bezirksvereins des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) im Jahr 1864, dem er zu diesem Anlass mit der Mitgliedsnummer 756 beitrat, hatte er die Funktion eines Ehrenpräsidenten inne. Nach Friedrich Harkort wurden u. a. benannt: Der Harkortsee, der Harkortturm, der Harkortberg, der Harkortweg, das Unternehmen Harkort Consulting sowie der Lions-Club Hagen-Harkort. Nach ihm sind im Ruhrgebiet bzw. Rheinisch-Westfälischen Industriegebiet viele Straßen benannt, so die Harkortstraße in Dortmund-Hombruch, Oberhausen-Klosterhardt, Essen-Holsterhausen, Bochum-Wattenscheid (Harkortstraße), Bochum-Wiemelhausen (Friedrich-Harkort-Straße) sowie in Düsseldorf. Weiterhin gibt es in Hamburg eine Harkortstraße und einen Harkortstieg.

Das unternehmerische Wirken Harkorts war insbesondere von technischen und sozialen Pionierleistungen geprägt. Nachhaltiger wirtschaftlicher Erfolg hingegen stellte sich bei seinen Unternehmungen nicht ein. Der Grund hierfür dürfte nicht zuletzt darin gelegen haben, dass Harkort grundsätzlich jedem Interessierten gestattete, die von ihm errichteten Betriebe zu besichtigen, die dort praktizierten Verfahren im Detail zu studieren und bei Bedarf beim Aufbau entsprechender Betriebe mit Rat und Tat zur Seite stand. In seinem Bestreben, der industriellen Entwicklung seiner Heimat Vorschub zu leisten, unterstützte er tatkräftig die eigene Konkurrenz.

Im Jahr 1827 hatte Harkort in Hombruch große Besitzungen erworben. Er regte die Stammstrecke der Bergisch-Märkischen Eisenbahn-Gesellschaft an, womit Hombruch an das Eisenbahnnetz angebunden wurde. Im selben Jahr 1847 verlor er jedoch die meisten Besitzungen dort durch Pfändung und Zwangsverkauf.

Stremmel zufolge besaß Hartkort „Weitblick und ein Gespür für die Transformation der Welt“, für neue Maschinentechniken, Mobilität und Kommunikation. Jedoch sei er mehr „Visionär als Praktiker“ gewesen.

In seiner Heimat galt Friedrich Harkort als unruhiger Geist. Nach dem Tode seines Vaters 1818 gründete er zunächst auf dem väterlichen Gut Harkorten eine Gerberei und betrieb einen Kupferhammer am Deilbach. Schon ein Jahr später übergab er diese beiden Unternehmen an Verwandte und gründete zusammen mit dem Elberfelder Kaufmann und Bankier Heinrich Kamp auf der Burg innerhalb der Stadt Wetter die Firma Mechanische Werkstätten Harkort & Co. zur Herstellung von Dampfmaschinen und Gasbeleuchtungsapparaten. Gemeinsam mit seinem Bruder Gustav gründete er zudem ein Unternehmen, das Spedition und Kommission betrieb und mit englischen Garnen handelte. Die preußischen Behörden förderten Harkorts Werk als erstes industrielles Eisenwerk in Westfalen und als eine der ersten Maschinenbaugesellschaften im Ruhrgebiet, denn dieses profitierte von den Wasserhaltungsmaschinen für den aufstrebenden Bergbau an der Ruhr. Bereits 1826 wurde in dem nach englischem Vorbilde erbauten Puddel- und Walzwerk das Puddelverfahren eingeführt. Auf der Rüblinghauser Hütte bei Olpe ließ Harkort als einer der Ersten in Westfalen seit Anfang der 1830er Jahre Eisenerz mit Hilfe von Koks verhütten.

Aus Harkorts Unternehmen ging später das Werk Wetter der Demag hervor. Zu seinen Frühtaten auf sozialem Gebiet gehörte innerhalb seines Unternehmens die Schaffung einer Betriebskrankenkasse nach dem Vorbild der Berggewerkschaftskassen. Harkort gilt als früher Pionier der industriellen Revolution.

Im Jahre 1825 veröffentlichte Harkort in der Nummer 26 der Zeitschrift Hermann den Aufruf, zwischen Köln am Rhein und Minden an der Weser eine Eisenbahn zu bauen. Zu dieser Zeit begann man in Deutschland das Thema zu beachten, und Harkort handelte wie ein Unternehmer, als er seinen Artikel unter der Maßgabe einer gewissen Marktstrategie veröffentlichte. Sein Aufsatz begann mit den Worten:

Anúncio

Bald in der World in Stories App

Audio, Offline-Download, keine Werbung und mehr.

Premium entdecken
Friedrich Harkort | World in Stories