Friedrich Christian Freiherr von Plettenberg-Lenhausen (* 8. August 1644 auf Schloss Lenhausen; † 5. Mai 1706 in Greven) war von 1688 bis zu seinem Tode Fürstbischof von Münster. Ihm gelang es durch seine Außenpolitik, die auf unterschiedliche Bündnispartner setzte, während des Pfälzischen Erbfolgekrieges dem Hochstift Münster zum letzten Mal eine halbwegs eigenständige Rolle zu verschaffen.
Friedrich Christian wuchs als Sohn des Bernhard von Plettenberg zu Lenhausen (1615–1679) und seiner Gemahlin Odilia von Fürstenberg zu Schnellenberg und Waterlappe (1617–1683) in einer der ältesten und bedeutendsten westfälischen Adelsfamilien auf. Seine Geschwister waren:
Maria Ida, Stiftsdame zu Fröndenberg, ⚭ Johann Friedrich von Beverförde
Christian Dietrich (1647–1694, Domherr und Domscholaster in Hildesheim)
Friedrich Mauritz (1648–1714, Domherr in Hildesheim und Münster)
Ferdinand (1650–1712, Dompropst in Münster)
Wilhelm von Plettenberg (* um 1652–1711, Obrist, Landkomtur des Deutschen Ordens, Domherr zu Speyer)
Ursula Helene (1654–1720, ⚭ 1671 Franz Wilhelm von Galen)
Johann Adolph von Plettenberg (1655–1696, kurkölnischer Kämmerer und Geheimrat)
Bernhard (1657–1708, Domkantor in Paderborn)
Ein Onkel war Fürstbischof Ferdinand von Fürstenberg.
Er besuchte die Gymnasien in Werl und Siegen. Die erste Tonsur erhielt er 1652. Er studierte seit 1659 am Collegium Germanicum in Rom. Im Jahr 1660 empfing er die niederen Weihen. Das Studium beendete er 1664.
Aufstieg im Staats- und Kirchendienst
Bereits seit 1663 hatte er eine Domherrenstelle in Speyer inne, die er aber schon 1665 wieder aufgab. Stattdessen erhielt er 1664 eine Domherrenstelle in Münster. Dort wurde er 1666 zum Subdiakon geweiht.
Im Jahr 1666 unternahm er eine Gesandtschaftsreise in die Republik der Sieben Vereinigten Provinzen. Danach studierte er kurze Zeit in Orléans. Im Jahr 1670 erhielt er eine Domherrenstelle in Paderborn. Im Jahr 1677 wurde er Propst von St. Martini in Münster und Archidiakon von Ennigerloh. Auch das Archidiakonat uffm Dreen erhielt er. Plettenberg unternahm 1679 und 1680 verschiedene Gesandtschaftsreisen und wurde 1680 zum wirklichen geheimen Rat ernannt. Zwischen 1683 und 1686 war er Oberjägermeister des Hochstifts Münster. Im Jahr 1683 war er auch Hofkammerpräsident. Im Jahr 1686 wurde er zum Domdechanten gewählt. Zwischen 1686 und 1688 war er auch Siegler des Stifts. Seit 1687 war Plettenberg Generalvikar des Bistums Münster. Im Jahr 1688 wurde er zum Priester geweiht.
Am 29. Juli 1688 fand seine Wahl zum Fürstbischof statt. Die Regalien wurden ihm am 15. August des Jahres verliehen. Ein Grund für seine Wahl war, dass das Domkapitel um seinen Einfluss fürchtete, sollte es erneut einen Nachkommen aus dem bayerischen Zweig der Familie Wittelsbach wählen. Durch seine Gesandtschaften unter seinen Vorgängern brachte er erhebliche diplomatische Erfahrungen mit in sein Amt. Ebenso kannte er sich durch die in der Vergangenheit bekleideten Ämter auch in der Regierung des Stifts aus. Als Generalvikar war er auch kompetent für die Verwaltung des Bistums.
Das Domkapitel hatte zwar das Recht, die Regierung des Hochstifts für ein Jahr zu behalten, trat diese Kompetenzen aber gegen 6000 Reichstaler an Friedrich Christian ab.
Als Bischof bemühte sich Friedrich Christian um eine bessere Ausbildung der Priester. Er war ein Freund prachtvoller Liturgien und kirchlicher Festlichkeiten. Er machte sich durch Stiftungen für den Dom und die Observantenkirche in Münster verdient. Für den Dom stiftete er unter anderem neue Fenster, silberne Kandelaber und einen marmornen Fußboden. Unterstützt wurde er seit 1699 von Weihbischof Johann Peter von Quentell.