An diesem Tag

Friedrich Aduatz

Österreichischer Maler und Graphiker

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Friedrich Aduatz (* 1. Juli 1907 in Pula (jetzt Kroatien); † 22. Dezember 1994 in Voitsberg, Steiermark) war ein österreichischer Maler und Grafiker.

Kindheit und Ausbildung, 1907–1926

Friedrich Aduatz wurde am 1. Juli 1907 in der istrischen Hafenstadt Pula als zweites von vier Kindern geboren, zwei Brüder waren die Architekten Wilhelm Aduatz und Gustav Aduatz. Er war Sohn des aus dem Burgenland stammenden k.u.k. Polizeibeamten Andreas Aduatz und der aus Kärnten stammenden Englischlehrerin Maria Pierzl. Er besuchte die italienische Schule und wuchs mehrsprachig auf. Schiffsmaler im Hafen erweckten in Friedrich Aduatz früh den Wunsch, selbst bildender Künstler zu werden. Die kulturelle Vielfalt Pulas und die südliche mediterrane Landschaft wirkten auf ihn ein und wurden für sein späteres malerisches Lebenswerk mitbestimmend. 1920 übersiedelte Aduatz nach Graz und besuchte die Bürgerschule. Nach Abschluss der Bürgerschule absolviert Aduatz die Lehrerbildungsanstalt in Graz gemeinsam mit Rudolf Pointner.

Aduatz erhielt 1927 seine erste Anstellung als provisorischer Volksschullehrer in Wartberg in der Steiermark. Im April 1928 wurde er als Aushilfslehrer nach Graz berufen, 1929 absolvierte er in Graz seine zweite Lehramtsprüfung und einen Abendkurs an der Steiermärkischen Landeskunstschule bei Wilhelm Thöny.

Sezession Graz und Wiener Hagenbund, 1934–1938

Aduatz wurde sowohl Mitglied der Sezession Graz als auch des Wiener Hagenbundes; er beteiligte sich seitdem an den jeweiligen Vereinsausstellungen. Die Sommermonate der Jahre 1935 bis 1937 verbrachte Aduatz in Kärnten mit Franz Wiegele, diese Aufenthalte mitentscheidend für sein künstlerisches Schaffen wurden. 1937 erhielt er eine Österreichische Staatspreismedaille in Bronze. Der 3. Preis wurde Aduatz ebenfalls 1937 bei der Wettbewerbsausstellung „Landschaftszeichnungen aus Österreich“ im Wiener Messepalast zuerkannt. Ende März 1938 wurde der Hagenbund als Folge des Anschlusses Österreichs an das Deutsche Reich aufgelöst. Aduatz wurde mit einem Ausstellungsverbot belegt, da seine Werke „keiner gängigen Kunstrichtung“ angehören würden und somit als „entartet“ gelten.

Heirat und Kriegsgefangenschaft, 1939–1945

Im November 1939 wurde Aduatz zur deutschen Wehrmacht eingezogen und absolvierte die Grundausbildung. Er heiratete Antonia Reinisch, seitdem hatte er seinen festen Wohnsitz in Voitsberg. Von April 1941 bis August 1944 folgte eine Zwangsverpflichtung als Lehrer an die Hauptschule von Schönstein (heute Šoštanj in Slowenien). Ende August 1944 wurde er erneut zur Wehrmacht eingezogen und vorerst in Italien eingesetzt. Von dort wurde er in das heutige Gebiet Tschechiens versetzt, er musste jedoch nicht mehr an Kampfhandlungen teilnehmen. Aduatz geriet nach Kriegsende in sowjetische Gefangenschaft, er erkrankte wie viele andere an Typhus, wurde aber nach einigen Wochen Aufenthalt in die Heimat entlassen. Im September 1945 nahm er seine Tätigkeit als Lehrer an der Voitsberger Hauptschule auf, im Oktober beteiligte sich Aduatz an der 15. Ausstellung der Sezession Graz. Aduatz wurde 1945 Mitglied der Wiener Secession.

Lissone Preis u. a., 1946–1956

1946 war Friedrich Aduatz an der ersten Nachkriegsausstellung der Wiener Secession im Wiener Künstlerhaus mit farbigen Tuschezeichnungen vertreten. Im Jänner 1950 wurde Aduatz in den Vorstand der Sezession Graz gewählt. 1956 wurde ihm bei der in Mailand stattfindenden Wettbewerbsausstellung „Premio Lissone“ der Lissone-Preis zugesprochen. Ebenfalls 1956 war er einer der Teilnehmer an der Ausstellung „Kunst aus Österreich“ im Stedelijk Museum in Amsterdam und leitete damit eine Serie von Auslandsbeteiligungen in den Folgejahren ein.

Weltweite Ausstellungen, 1957–1962

Neben Ausstellungen in Österreich wurden in diesen Jahren Werke von Aduatz in Rom, Mailand, Bologna, Paris, Bern, New Delhi, Düsseldorf, Eindhoven, Warschau, Montevideo, Johannesburg und Laibach gezeigt. In Innsbruck wurde Aduatz 1957 der 1. Preis des Landes Steiermark beim 6. Österreichischen Grafikwettbewerb zuerkannt.

Goldmedaille in Ancona, 1963–1972

Zwei wichtige internationale Ausstellungsbeteiligungen erfolgten 1963: In der Neue Galerie Graz Trigon 63 und in Rom in der Caleografia Nazionale Incisori austriaci contemporanei (u. a. mit Werken von Oskar Kokoschka, Johann Fruhmann, Mario Decleva und Alfred Hrdlicka). Ein Jahr später folgte eine Beteiligung im Kunstmuseum St. Gallen in der Schweiz. Anlässlich des 60. Geburtstags des Künstlers zeigte die Grazer Neue Galerie im November 1967 eine erste Retrospektive mit Gemälden und Grafiken. 1968 wurde Aduatz bei der Grafikbiennale in Ancona eine Goldmedaille zuerkannt. Im Jahr 1972 wurde ihm zuerst der Ehrentitel eines Professors h. c. verliehen, kurz darauf folgt die Ernennung zum Oberschulrat durch den Landesschulrat für Steiermark. Im selben Jahr beendete Aduatz seine pädagogische Tätigkeit und trat in den Ruhestand.

Würdigungspreis für bildende Kunst, 1973–1980

Ins Jahr 1973 fielen die Beteiligung an den Ausstellungen „Kon-Zession“ im Frühjahr in der Wiener Secession und im Mai/Juni an der Jubiläumsausstellung „Fünfzig Jahre Sezession Graz“ im Künstlerhaus Graz. 1977 wurde dem Künstler Aduatz die Ehrenurkunde der Stadt Graz verliehen und 1978 sowohl der Würdigungspreis für bildende Kunst des Landes Steiermark als auch das Goldene Ehrenzeichen des Landes Steiermark. 1979 erfolgt eine Beteiligung an der Ausstellung der Wiener Secession „Die Mitglieder der Wiener Secession“ und an „Künstler aus der Steiermark“ in Darmstadt. Ein Jahr darauf ernannte die Stadt Voitsberg Aduatz zu ihrem Ehrenbürger.

Ehrenpräsidium der Sezession Graz, 1981–1986

Das Stadtmuseum Leoben zeigte 1982 eine Aduatz-Personale, ein Jahr darauf beteiligte sich der Künstler an der Großausstellung „Bildende Kunst in der Steiermark 1945–1960“ in der Neuen Galerie Graz und im Künstlerhaus Graz. Ebenfalls 1983 wurde Aduatz zum Ehrenpräsidenten der Sezession Graz gewählt, eine Würdigung, die zuvor nur Wilhelm Thöny und Alfred Wickenburg zuteilwurde. 1985 fand in der „Galerie in der Walfischgasse“ in Wien die Einzelausstellung „Bilder aus der Hagenbundzeit“ des Künstlers statt. Ein langjähriger Wunsch erfüllte sich für Aduatz, indem er 1986 in seiner Geburtsstadt Pula Arbeiten auf Papier ausstellte.

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Friedrich Aduatz | World in Stories