An diesem Tag

Friede von Münster

Historischer Akt zur Beendigung des Achtzigjährigen Krieges und Geburtsstunde der Niederlande

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Der Friede von Münster (niederländisch Vrede van Münster, spanisch Tratado de Muñiste) beendete am 15. Mai 1648 den Achtzigjährigen Krieg zwischen Spanien und der Republik der Sieben Vereinigten Niederlande.

Die Friedensverhandlungen fanden von 1646 bis 1648 im Rahmen des Westfälischen Friedenskongresses in Münster statt, der am 24. Oktober 1648 schließlich auch zum in Münster und Osnabrück geschlossenen Westfälischen Frieden zwischen Frankreich, dem Heiligen Römischen Reich und Schweden führte.

Im Laufe der 1640er Jahre trat die republikanisch gesinnte patriziatische Elite der Provinz Holland, die Gebrüder Andries und Cornelis Bicker, sowie Andries und Cornelis de Graeff sowie Jacob de Witt für eine Beendigung des Krieges mit dem Königreich Spanien sowie einer Reduzierung der Landstreitkräfte ein.

Der andauernde Kriegszustand hemmte die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung der Vereinigten Niederlande. Auch stärkte der Kriegszustand die Macht des Statthalters als Oberbefehlshaber der Streitkräfte, was nicht im Sinne der Republikaner war.

Der Statthalter aller Provinzen und Kapitän-General Friedrich Heinrich von Oranien starb im März 1647, nachdem 1646 bereits ein Waffenstillstand und im Januar 1647 ein provisorisches Friedensabkommen ausgehandelt worden war.

Während der politische Druck des Bicker-De Graeff-Clans den Friedensschluss auf Seiten der Niederländer herbeigeführt hatte, trug das Eingreifen Frankreichs in den Konflikt maßgeblich dazu bei, dass auch Spanien zu Friedensverhandlungen bereit war.

Der spanische König Philipp war durch den Grafen von Peñaranda vertreten.

Auf Seiten der Vereinigten Niederlande war die Provinz Holland durch Johan van Mathenesse und Adriaan Pauw vertreten, die übrigen sechs Provinzen jeweils durch einen Gesandten:

Frans van Donia für Friesland,

Barthold van Gent für Gelderland

Willem Ripperda für Overijssel

Verhandelt wurde in den Quartieren der beteiligten Gesandten in Münster. Die von einer kaiserlichen Besatzung unter Stadtkommandant Johann von Reumont beschützte Stadt wurde im Zuge des Westfälischen Friedenskongresses neutralisiert, Reumont trat dazu in münstersche Dienste über.

Mit dem Abschluss des Vertrags endete das bisherige, gegen Spanien gerichtete Zweckbündnis zwischen den Niederlanden und Frankreich. Zum Frieden zwischen Frankreich und Spanien kam es 1659.

Am 30. Januar 1648 konnte schließlich der spanisch-niederländische Vertrag im Krameramtshaus, dem Quartier der Niederländer und heutigen Haus der Niederlande, unterzeichnet werden. Am 15. Mai 1648 wurde dieser Vertrag in einer feierlichen Zeremonie im Historischen Rathaus zu Münster beschworen. Der niederländische Maler Gerard ter Borch hat dies in einem Gemälde festgehalten.

Im Frieden von Münster wurden die Vereinigten Niederlande von dem spanischen König als souverän anerkannt, womit Spanien die schon seit 1568 de facto existierende niederländische Unabhängigkeit formell bestätigte:

In der deutschen Geschichtsschreibung wird der Friede von Münster generell auch als das endgültige Ausscheiden der Niederlande aus dem Heiligen Römischen Reich verstanden, obwohl die Habsburger die Niederlande mittels des Burgundischen Vertrags im Jahr 1548 schon weitgehend aus dem Herrschaftssystem des Heiligen Römischen Reiches herausgelöst hatten. Im Dokument des Friedens von Münster wurde weder das Heilige Römische Reich noch der Kaiser genannt.

Der Achtzigjährige Krieg wurde beendet.

Die Republik der Vereinigten Niederlande wurde de jure als souveräner Staat anerkannt.

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