Fridolin Peter Mechel (* 16. April 1930 in Blickweiler; † 4. Mai 2014 in Grafenau) war ein deutscher Physiker, Hochschullehrer und Experte für Akustik. Als langjähriger Institutsleiter des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik (IBP) prägte er die technische Akustik und verfasste das dreibändige Standardwerk Schallabsorber. Für sein Lebenswerk erhielt er die Helmholtz-Medaille der Deutschen Gesellschaft für Akustik.
Fridolin P. Mechel wurde 1930 als jüngster Sohn von Apollinaus Philipp Mechel (1899–1950) und dessen erster Ehefrau Magdelena Toussaint (1899–1944) geboren. Er hatte die beiden älteren Brüder Wilhelm Josef (1921–1921) und Kurt (1923–2009), die ältere Schwester Theresia (1927–?) sowie die jüngere Schwester Maria Elisabeth (1938–?).
Seine schulische Ausbildung durchlief Mechel in seiner Geburtsstadt Blickweiler im Saarland. 1951 begann er sein Physikstudium zunächst in Mainz, das er später in Heidelberg fortsetzte, wo er ein Stipendium von der Studienstiftung des Deutschen Volkes erhielt. Nach dem Vordiplom studierte er an der Universität Göttingen, wo er im Jahr 1959 promovierte. Seine Dissertation beschäftigt sich mit der Schalldämpfung und der Schallverstärkung in Luftströmungen durch absorbierend ausgekleidete Kanäle. In seiner Arbeitsgruppe forschte er über Aeroakustik und habilitierte sich damit im Jahr 1966. In seiner Habilitationsschrift untersuchte er mit Hilfe der komplexen akustischen Impedanz die Streuung ebener Wellen an Zylindern und Kugeln. 1971 wurde er an der Universität des Saarlandes ordentlicher Professor für Physik.
1977 wurde er als Nachfolger von Karl Gösele Leiter des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik in Stuttgart. Unter seiner Leitung wurde das 1983 fertiggestellte Institutszentrum konzipiert sowie das Technikum mit seinen aufwendigen akustischen Einrichtungen aufgebaut. Diese Stellung hatte er bis 1990 inne, und sein Nachfolger wurde Karl Gertis. Mechel forschte bis 1997 dort weiter.
Aus seiner Forschungsarbeit sind 20 Patente hervorgegangen.
Mechel war zunächst Mitglied der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Akustik (DAGA). 1988 wurde er Gründungsmitglied von deren Nachfolgeorganisation, der Deutschen Gesellschaft für Akustik (DEGA), und deren erster Präsident. Er wurde 1997 für sein herausragendes Lebenswerk im Bereich der Akustik mit der Helmholtz-Medaille der Gesellschaft ausgezeichnet. Ferner war er Mitglied in der Deutschen Physikalischen Gesellschaft, in der er sich als Vorsitzender des Fachausschusses Akustik engagierte.
Darüber hinaus hat er von 1988 bis 1993 als deutscher Vertreter in der International Commission on Acoustics mitgearbeitet. Er war außerdem einer der Initiatoren der 1992 ebenfalls neu gegründeten European Acoustics Association (EAA), in der er als erster Sprecher gewirkt hat.
Die Acoustical Society of America (ASA), ernannte ihn im Jahr 1987 zum Fellow.
Room Acoustical Fields, Springer Berlin Heidelberg, 2013, ISBN 978-3-642-22356-3
Raumakustische Felder, Hirzel, Stuttgart, 2009, ISBN 978-3-7776-1617-9
Als Hauptverfasser mit anderen: Formulas of Acoustics, Springer Berlin, 2008, ISBN 978-3-540-76833-3
Schallabsorber, Hirzel, Stuttgart/Leipzig:
Band 1: Äussere Schallfelder; Wechselwirkungen, 1989, ISBN 978-3-7776-0425-1
Band 2: Innere Schallfelder, Strukturen, 1995, ISBN 978-3-7776-0572-2
Band 3: Anwendungen, 1998, ISBN 978-3-7776-0809-9
Mit Werner Frommhold: Auslegung von Resonator-Schalldämpfern, Bayerisches Landesamt für Umweltschutz, 1991
Design charts for sound absorber layers, Fraunhofer-Institut für Bauphysik, Stuttgart, 1988
Die Schalldämmung von Schalldämpfer-Fugen, Hirzel, Stuttgart, 1987