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Freilassing

Stadt im oberbayerischen Berchtesgadener Land, Deutschland

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Freilassing [fra͜iˈlasɪŋ], bis 1923 Salzburghofen, ist eine Stadt im oberbayerischen Landkreis Berchtesgadener Land. Früher größte Stadt des damaligen Landkreises Laufen, bildet sie heute zusammen mit Bad Reichenhall das gemeinsame Oberzentrum Bad Reichenhall/Freilassing. Der Ort entwickelte sich nach Eröffnung der Bahnstrecke Rosenheim–Salzburg mit seinem großen Grenz- und Knotenbahnhof zur Eisenbahnerstadt und ist heute die wirtschaftsstärkste Kommune des Landkreises mit enger Verflechtung zur benachbarten österreichischen Landeshauptstadt Salzburg. Freilassing gehört zum Kulturraum Rupertiwinkel und liegt im Salzburger Becken.

Freilassing liegt circa sieben Kilometer vom Stadtzentrum Salzburgs entfernt. Nächstgelegene Oberzentren in Bayern sind Traunstein (ca. 29 km) und Rosenheim (ca. 83 km). Die Landeshauptstadt München liegt circa 139 Kilometer entfernt. Von Freilassing aus erreicht man Bad Reichenhall und Berchtesgaden nach 17 bzw. 32 Kilometern.

Die Stadtgemeinde Freilassing hat 18 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):

Im Stadtgebiet gibt es nur die Gemarkung Freilassing.

Im 6. Jahrhundert nahmen Bajuwaren das Land an Saalach und Salzach in ihren Besitz. In Salzburghofen entstand bald ein herzoglicher Hof der Agilolfinger, der in enger Verbindung mit dem Bischofssitz bzw. der herzoglichen Pfalz der Stadt Salzburg stand und der zu Beginn des 10. Jahrhunderts als Schenkung an die Salzburger Kirche kam. Der Name von Freilassing wird erstmals in einer Notiz erwähnt, die in der Zeit zwischen 1125 und 1147 entstanden ist. Bezüglich der Entstehung des Namens bestehen zwei Thesen. Wahrscheinlich stammt der Name Freilassing von „freier (nicht abgabepflichtiger) Weide“. Nach einer anderen These steht der Name im Zusammenhang mit der Freilassung einer hörigen oder leibeigenen Person. Die Gemeinde trug bis 1923 den Namen des jetzigen Ortsteils Salzburghofen. Sie gehörte seit dem frühen Mittelalter zum Land Salzburg, das samt dem Salzburggau und den Gebirgsgauen seinerseits zum Herzogtum Bayern gehörte. Durch den Aufstieg Salzburgs zum eigenständigen Erzstift in der Zeit nach 1328 löste sich auch Salzburghofen bzw. Freilassing von Bayern. 1810 kam das heutige Freilassing zusammen mit Salzburg zum Königreich Bayern und blieb wie der übrige Rupertiwinkel auch 1816 bayerisch, als der Großteil des Landes Salzburg durch den Vertrag von München zu Österreich kam.

Einen Aufschwung erlebte die Gemeinde mit dem Bau der Eisenbahn und ihrer Lage als Grenz- und später auch Knotenbahnhof. Dadurch erlangte der Ortsteil Freilassing immer größere Bedeutung, was sich in der Namensänderung ausdrückte: Aus Salzburghofen wurde 1923 Freilassing. Am 25. April 1945 wurde Freilassing durch einen Bombenangriff schwer getroffen. Bedeutenden Zuwachs verzeichnete Freilassing nach dem Zweiten Weltkrieg durch Vertriebene und Flüchtlinge. 1954 wurde Freilassing zur Stadt erhoben.

Im Juni 2013 wurde es von einem großen Hochwasser heimgesucht; die Pegel-Marke der Saalach lag zum Teil erheblich höher als im Jahrhundertschnitt, besonders der Ortsteil Freimann war von der Hochwasserkatastrophe betroffen.

Von September 2015 bis 2019 betrieb das BAMF in Freilassing eine Außenstelle zur Registrierung von Asylsuchenden. Über Freilassing reisten an Spitzentagen bis zu 2000 Flüchtlinge über die Republik Österreich in die Bundesrepublik Deutschland ein.

Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Stadt von 13.569 auf 16.939 um 3370 Einwohner bzw. um 24,8 %. Die Einwohnerzahl betrug im Juni 2025 18.274.

Von den im Mai 2011 in einem Zensus erfassten 15.799 Einwohnern waren 8346 als römisch-katholisch (ein Rückgang von 16,4 % zu 1987) und 2383 als evangelisch-lutherisch (einschließlich Freikirchen, ein Zuwachs von 6,7 % zu 1987) gemeldet; somit gehören knapp 68 Prozent der Einwohner Freilassings einer christlichen Religionsgemeinschaft an. Die Religionszugehörigkeit der restlichen 5050 Einwohner wurde in der Landesstatistik nicht aufgeschlüsselt.

Die beiden römisch-katholischen Pfarreien St. Rupert und St. Korbinian bilden den Pfarrverband Freilassing und gehören zum Dekanat Teisendorf des Erzbistums München und Freising, dessen Fusion mit dem Dekanat Berchtesgaden zum Dekant Berchtesgadener Land geplant ist.

Die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Freilassing ist in der Diaspora und Teil des Dekanats Traunstein in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. Ihr Kirchengemeindegebiet umfasst neben der Stadt auch Ainring, mit einem eigenen Gemeindezentrum in Mitterfelden sowie Saaldorf-Surheim und Teisendorf.

Der Stadtrat besteht aus 24 gewählten und ehrenamtlichen Stadträten sowie dem ersten Bürgermeister der Stadt. Die Kommunalwahl am 15. März 2020 lieferte folgendes Ergebnis:

Berufsmäßiger erster Bürgermeister ist Markus Hiebl. Er ist seit dem 1. Mai 2020 im Amt. Bei drei Mitbewerbern wurde er am 15. März 2020 im ersten Wahlgang mit 57,1 Prozent der Stimmen als Bürgermeisterkandidat des Wahlvorschlags „Unabhängig für Freilassing“ gewählt. Bei der Bürgermeisterwahl am 8. März 2026 wurde Hiebl mit 68,0 Prozent der Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 46,7 Prozent im Amt bestätigt. Sein Vorgänger im Amt, Josef Flatscher (1999–2020), kandidierte nicht mehr.

Die römisch-katholische Pfarrkirche St. Rupert wurde 1926 Rupert von Salzburg geweiht und gehört zu den größten Kirchen im Landkreis Berchtesgadener Land. Weitere Filialkirchen der Gemeinde sind die Alte Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt (ab 7. oder 8. bzw. 17. Jahrhundert erbaut) sowie die erstmals 1477 erwähnte Kirche St. Peter bzw. Peterskirche im Dorf Salzburghofen.

Nachdem für Freilassing-Süd bereits seit 1961 neben St. Rupert die Gründung einer zweiten Kirchengemeinde konkrete Formen angenommen hatte, wurde nach etwa zweijähriger Bauzeit am 23. Juli 1972 ein neues Pfarrzentrum eingeweiht und mit der Pfarrkirche St. Korbinian am 1. Januar 1976 zur Pfarrei erhoben.

Am 2. September 2006 eröffnete das Eisenbahnmuseum Lokwelt Freilassing als Außenstelle des Deutschen Museums im ehemaligen Rundlokschuppen, der hierfür renoviert wurde.

Das Stadtmuseum im alten Feuerwehrhaus in der Lindenstraße enthält auch eine Galerie für wechselnde Ausstellungen.

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