Frederick „Fred“ Christ Trump Sr. (* 11. Oktober 1905 in New York City; † 25. Juni 1999 ebenda) war ein amerikanischer Immobilienunternehmer. Durch zahlreiche Wohnungsbauprojekte vor allem in New York wurde er zum Multimillionär. Donald Trump, der 45. und 47. US-Präsident, ist sein Sohn.
Fred Trumps Eltern entstammten armen Winzerfamilien aus Kallstadt in der damals bayerischen Pfalz, die in die Vereinigten Staaten ausgewandert waren. Sein Vater Frederick Trump (1869–1918), der ursprünglich Friedrich hieß, war bereits 1885 im Alter von 16 Jahren nach New York gegangen und hatte im Klondike-Goldrausch mit Restaurants ein Vermögen gemacht. Nach der Hochzeit 1902 in Ludwigshafen mit der elf Jahre jüngeren früheren Kallstadter Nachbarstochter Elisabeth Christ war das Paar zunächst wieder nach New York gezogen. Dort kam 1904 eine Tochter zur Welt.
Weil die junge Elizabeth, wie sie jetzt offiziell hieß, in New York bald sehr unter Heimweh litt, gingen sie 1904 nach Kallstadt zurück, wo Frederick die nach seiner früheren Emigration aberkannte bayerische Staatsangehörigkeit erneut beantragte. Dieser Antrag wurde jedoch wegen des Verdachts, dass er damals das Land verlassen habe, um dem Wehrdienst zu entgehen, abgelehnt. So waren die Trumps gezwungen, im Juni 1905 in die USA zurückzukehren. Zu diesem Zeitpunkt war Elizabeth bereits erneut schwanger, und im Oktober wurde Fred im New Yorker Stadtteil Bronx geboren, gefolgt 1907 von John.
Fred Trump wuchs bis zu seinem 10. Lebensjahr in einem vorwiegend deutschsprachigen Milieu auf, erst in der Bronx und dann in dem noch wenig urbanisierten Stadtbezirk Queens. Zu Hause sprach man Deutsch, und erst in der Schule wurde für die Kinder Englisch wichtig. Das änderte sich grundlegend, nachdem im Mai 1915 das britische Passagierschiff Lusitania mit 124 US-Bürgern (unter insgesamt 1200 Personen) an Bord vor der Küste Irlands durch ein deutsches U-Boot versenkt worden war.
Die deutsche Sprache, die bis dahin in Queens mindestens so gebräuchlich wie die englische gewesen war, verschwand infolge der neuen politischen Situation schnell weitgehend aus dem öffentlichen Leben. Die Deutschamerikaner wurden beargwöhnt und teils persönlich angefeindet, und deutschstämmige Nachbarn der Trumps änderten sogar ihre Nachnamen. Auch in der ursprünglich stark deutsch geprägten Highschool, die Fred von 1918 bis 1923 besuchte, wurde kaum noch Deutsch gesprochen.
Sein Vater erlag 1918 der Spanischen Grippe und hinterließ ein Vermögen von etwa 30.000 (Wert heute 630.000) US-Dollar, das allerdings während der schweren Nachkriegs-Inflation 1919/20 erheblich an Wert verlor. Seine Mutter setzte das Immobiliengeschäft ihres Mannes fort, indem sie auf unbebauten Grundstücken, die er erworben hatte, Häuser errichten ließ und diese dann veräußerte.
Fred hätte gerne wie seine ältere Schwester Elizabeth schon früh die Schule verlassen, aber die Mutter bestand darauf, dass er den Highschool-Abschluss erwarb. Anders als sein Bruder John, der ein ausgezeichneter Schüler war, konzentrierte Fred sich auf außerschulische Aktivitäten: Er erlernte in teils Abendkursen und im Fernunterricht den Holzbau, das Maurerhandwerk, die Klempnerei, das Verlegen elektrischer Leitungen und das Lesen von Bauplänen und erwarb mit allerlei Jobs wie etwa als Caddie auf dem Golfplatz Kapital für spätere Unternehmungen.
Nach dem Abschluss der Highschool begann Fred Trump regulär im Baugewerbe zu arbeiten. In seinem ersten Job hatte er Bauholz zu schleppen, wo die üblichen Pferdefuhrwerke nicht durchkamen, aber bald fand er Arbeit als Zimmermann. Mit Kursen im Konstruktionswesen am Pratt Institute in Brooklyn setzte er seine Ausbildung fort, und 1925, zwei Jahre nach dem Schulabschluss, hatte er sein erstes Haus fertiggestellt. Da er noch nicht volljährig war, gründete seine Mutter die Firma Elizabeth Trump & Son und führte diese offiziell, bis er die Leitung übernehmen konnte.
Ein größeres Problem war die Beschaffung von Kapital. Für kleine Leute wie die Trumps gab es Kredite nur mit zweistelligen Zinssätzen; daher wählte Trump einen anderen Weg: Er verkaufte die im Bau befindlichen Häuser schon so früh wie möglich vor der Fertigstellung und finanzierte mit dem Erlös den Bau des nächsten. Mit großem persönlichen Einsatz, auch bei der Betreuung der Kunden, hatte er 1926 bereits über 20 Wohnhäuser in Queens erstellt.
Sein jüngerer Bruder John begann ein Architekturstudium und entwarf einige Gebäude, aber die Zusammenarbeit erwies sich als schwierig, weil die Brüder sehr unterschiedliche Ziele hatten. Während Fred die Häuser so schnell wie möglich zu verkaufen suchte, betrachtete John jedes Haus als ästhetisches Werk, das erst dann zum Verkauf angeboten werden sollte, wenn es vollendet war. Da Fred sich mit seinen Vorstellungen immer wieder durchsetzte, war John zunehmend enttäuscht und stieg nach einem Jahr aus, um Ingenieur zu werden.
1929, als mit dem New Yorker Börsencrash (Schwarzer Donnerstag) die Weltwirtschaftskrise einsetzte, hatte Fred Trump bereits Hunderte Häuser in Queens verkauft. Nun musste er dieses Geschäft vorübergehend ruhen lassen, und er eröffnete in Queens stattdessen einen der ersten modernen Supermärkte, wo die Kunden nicht mehr bedient wurden, sondern selbst die Nahrungsmittel aussuchen konnten. Dabei übernahm er das neue Geschäftsmodell des unweit gerade errichteten King-Kullen-Supermarktes.
1934 gelang ihm der Wiedereinstieg ins Immobiliengeschäft, indem er mit einem Partner aus Queens die insolvente J. Lehrenkrauss Corporation in Brooklyn übernahm, die über viele Jahre in betrügerischer Weise mit Hypotheken gehandelt hatte. Für sein Gebot verwendete Trump ein Briefpapier der fiktiven F. C. Trump Construction Corporation, und er behauptete, seit zehn Jahren erfolgreich im Immobilien- und Hypothekengeschäft tätig zu sein und ein erfahrenes Team zu haben, um die Lehrenkrauss Corporation zu retten. Außerdem gelang es ihm, seinen Konkurrenten William A. Demm, der ähnlich zweifelhafte Referenzen vorzuweisen hatte, als Partner zu gewinnen. Mit einer guten Portion Glück erhielten die beiden den Zuschlag.
Durch diese Übernahme hatte Trump erstmals Kapital zur Verfügung und musste nicht wie in früheren Jahren die noch im Bau befindlichen Häuser so schnell wie möglich verkaufen, um die laufenden Baukosten finanzieren zu können. Nach wie vor war jedoch die Nachfrage nach Immobilien in der andauernden Wirtschaftskrise gering. Dem sollte nun die Federal Housing Administration (FHA), die Präsident Franklin D. Roosevelt im selben Jahr (1934) im Rahmen seines New Deal gründete, gegensteuern. Die FHA bot eine staatlich abgesicherte Versicherung für langfristige und zinsgünstige Kredite an, die zum Erwerb von Eigenheimen vergeben wurden.
Dies setzte – nach anfänglichem Zögern der Banken – eine erhebliche Geldmenge für den Hausbau frei, und interessierte Kreditnehmer bekamen wieder günstige Konditionen. Schon nach kurzer Zeit begann die darniederliegende Bauwirtschaft, sich zu erholen, und Trump spezialisierte sich auf den Bau derartig staatlich geförderter Immobilien. Von 1935 bis 1942 baute er in Brooklyn 2000 Einfamilienhäuser. Damit wurde er zu einem der erfolgreichsten Bauunternehmer New Yorks, und der Name Trump etablierte sich als Inbegriff für Geschäftstüchtigkeit und Qualität.
Inzwischen hatte Trump die junge Schottin Mary Anne MacLeod kennengelernt, die als Hausmädchen gearbeitet hatte, aber spätestens ab 1935 bei den Trumps in Queens lebte und die er 1936 heiratete. Mit ihr bekam Trump fünf Kinder.
Die älteste Tochter, Maryanne Trump Barry (1937–2023), war von 1983 bis 1999 Richterin für den Bezirk New Jersey am United States District Court, danach Richterin für den dritten Bezirk des United States Court of Appeals. 2011 wurde sie emeritiert und war noch bis 2019 als Senior Judge am Gericht tätig.
Der älteste Sohn, Freddy (1938–1981), arbeitete einige Jahre in der Firma mit, erfüllte jedoch nicht die hohen Anforderungen des Vaters und verließ die Firma schließlich, um eine Laufbahn als Pilot einzuschlagen. Wegen Alkoholabhängigkeit gab er diesen Beruf auf. Er starb im Alter von 42 Jahren an einem Herzinfarkt. Dessen beiden Kinder, Frederick Trump III und Mary Lea Trump, aus einer zwischenzeitlich geschiedenen Ehe waren die einzigen Nachkommen Fred C. Trumps, die dieser von seinem Erbe ausschloss.