Franz Xaver Glöggl (* 21. Februar 1764 in Linz; † 16. Juli 1839 ebenda) war ein österreichischer Musikgelehrter und Domkapellmeister zu Linz.
Im Alter von acht Jahren kam Glöggl als Sopranist in das Musik-Seminar zu Linz. Im Jahr 1784 schickte ihn sein Vater nach Wien, um die musikalischen Studien fortzusetzen. Hier erlernte er auch das Violinenspiel.
Im Jahr 1790, durch Gönner unterstützt, übernahm er als Orchester-Direktor beim Linzer Theater auch die Bühne. Gleichzeitig nahm er auch die Stadtmusik-Direktorenstelle an. Die Besetzung der Kirchen-Instrumentalmusik war mit dieser Funktion verbunden. Im Jahr 1795 übernahm er auch die Leitung des Hoftheaters in Salzburg. Im Jahr 1797 erhielt er die leitende Stelle als Domkapellmeister zu Linz. Im Jahr 1798 gab er die Theaterleitung auf, um sich ganz der Musik als Domkapellmeister widmen zu können. Eine Musik- und Kunsthandlung eröffnete er neben diesem Amt.
Im Herbst 1812 besuchte ihn Beethoven, der für Glöggl seine drei Equale für vier Posaunen WoO 30 komponierte.
Er hatte eine umfangreiche Bibliothek zur Theorie und Praxis der Musik. Eine reichhaltige Sammlung von Musikinstrumenten gehörten zu seinem Nachlass.
Im Jahr 1830 würdigte man in der Domkirche zu Linz in einer Feier seine 50-jährige Dienstleistung.
Kurzgefasstes Schulbuch der Tonkunst, Linz 1797
Versuch zu einem musikalischen Kunstwörterbuch, Linz 1798
Musikalische Monatsschrift, Linz 1803
Musikalische Blättchen zur Zeit, Linz 1810
Musikalischer Hauptzirkel in Kupfer mit Erklärung, Linz 1810
Musikalische Zeitung für die österr. Staaten, Linz 1812–1813
Kurze Geschichte der gottesdienstlichen Musik im Bürgerblatt Nr. 35. Der musikalische Gottesdienst, Linz 1823
Kirchenmusikordnung, erklärendes Handbuch, Wien 1828
Musikalische Kunstsammlung für Musikfreunde, wie praktische und mechanische Künstler mit mehr als 1000 Zeichnungen usw. (unvollendet)
Josef Simbrunner: Franz Xaver Glöggl (1764–1839). Portrait einer großen Linzer Musikerpersönlichkeit. In: Oberösterreichische Heimatblätter. Linz 2016, S. 51–57, land-oberoesterreich.gv.at [PDF].
Glöggl, Franz Xaver. In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 (ÖBL). Band 2, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1959, S. 9 f. (Direktlinks auf S. 9, S. 10).
Franz Gräffer, Johann J. Czikann: Österreichische National-Enzyklopädie, oder alphabetische Darlegung der wissenswürdigsten Eigentümlichkeiten des österreichischen Kaisertums. Band 2, Friedrich Beck’sche Univ.-Buchhandlung, Wien 1835, S. 384.