An diesem Tag

Franz Weber (Umweltschützer)

Schweizer Umweltschützer

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Franz Weber (* 27. Juli 1927 in Basel; † 2. April 2019 in Bern) war ein Schweizer Umweltschutzaktivist.

Franz Weber wuchs in Basel auf, war verheiratet und Vater einer Tochter. 1949 reiste er nach Paris und führte dort das Leben eines Dichters und Schriftstellers. Er lernte französische Zeitgenossen aus Kunst, Musik und Literatur kennen, wie Jean Cocteau, François Mauriac, Eugène Ionesco, Charles Trenet, Jacques Brel, Jane Fonda, Charles Aznavour und Françoise Hardy. Mit Brigitte Bardot kämpfte er später gegen das Abschlachten der Robbenbabies, mit der Schriftstellerin Simone Chevalier gründete er die Zeitschrift La voix des poètes.

Nach Linguistik- und Philosophie-Studien an der Sorbonne wechselte Weber zum Journalismus und bereiste die Welt für verschiedene deutsche und Schweizer Wochenzeitungen und Illustrierte. Als einer der Ersten berichtete er ab 1965 in seinen Reportagen über den Schutz der Natur und der Landschaften. Der Kampf gegen eine Überbauung der Seenlandschaft im Oberengadin gab den Anstoss für einen vierzigjährigen weltweiten Einsatz zugunsten des Natur- und Tierschutzes. Diesem Zweck dienen auch die von ihm gegründete Stiftung Fondation Franz Weber und der Verein Helvetia Nostra, der seit der Annahme der 20%-Initiative systematisch gegen jegliche Bauten in touristischen Gebieten Einspruch erhebt, auch wenn die Baubewilligungen schon erteilt wurden.

Ab 1987 gab Weber die vierteljährliche Zeitschrift Journal Franz Weber heraus, in der über Tier-, Natur- und Heimatschutz sowie die laufenden Kampagnen berichtet wurde. Im Jahr 1997 wurde ihm der Ehrentitel eines Ehrenbürgers von Delphi verliehen.

Weber lebte mit seiner Familie in Montreux und verfügte über Feriendomizile in Montreux, im Berner Oberland, in Paris und in Gordes in Südfrankreich.

Weber initiierte über 150 Kampagnen zur Rettung von Tieren, Landschaften und Kulturdenkmälern und gewann die meisten. Sein Anliegen war es, den Menschen die Schönheit der Natur zu erhalten und das Leiden der Tiere zu beenden. Seine Kampagnen waren von seinem eigenen Stil geprägt: öffentliche Reden, Pressekonferenzen, Communiqués, Zeitungsinserate, politische Aufrufe an die Bürger und öffentliche Kundgebungen. In der Schweiz nutzte er die Möglichkeiten des Referendums- und Initiativrechts der direkten Demokratie. Zwischen 1973 und 2006 lancierte er 33 eidgenössische und 15 kantonale Volksinitiativen auf Verfassungsebene.

1965 Surlej, Oberengadin: Schutz der Seelandschaft vor Grossüberbauung

1972 Betonschlacht bei Sempach: Autobahnbau am Sempachseeufer verhindert

1973 Demokratie im Nationalstrassenbau: Referendumsrecht für umstrittene Autobahnteilstücke

1976 Altiport Verbier: Verhinderung eines Höhenflugplatzes

1977 Weinberge von Lavaux: Schutz gegen Überbauung (seit 2007 UNESCO-Welterbe)

1981 Kampf ums Simmental: Keine Autobahn durchs Simmental

1982 Gärten von Lausanne-Ouchy: Verhinderung eines Autobahnzubringers

1983 Grandhotel Giessbach: Rettung einer historischen Hotelanlage aus der Gründerzeit

2008 Eidgenössische Volksinitiative Gegen Kampfjetlärm in Tourismusgebieten mit 68,1 % von Volk und Ständen (alle 26 Kantone) abgelehnt

2008 Eidgenössische Volksinitiative Rettet den Schweizer Wald: zurückgezogen, da bestehendes Waldgesetz beibehalten wird

2012 Eidgenössische Volksinitiative Schluss mit uferlosem Bau von Zweitwohnungen!, angenommen mit 50,6 %

Internationale Kampagnen (Auswahl)

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