Franz Schaser (* 3. Oktober 2002 in Berlin) ist ein deutscher Biathlet. Er erreichte 2026 zwei Podestplätze im IBU-Cup und gab im selben Jahr sein Debüt im Weltcup.
Franz Schaser ist in Berlin geboren und aufgewachsen. Das Skilanglaufen erlernte er in Urlauben mit seinen Eltern. Nach einem Umzug nach Dresden 2015 begann er als Späteinsteiger in Altenberg im Erzgebirge mit dem Biathlon.
Schaser besuchte das Sportinternat des „Glückauf“-Gymnasiums in Altenberg und machte dort 2021 sein Abitur. Seitdem ist er im Rahmen der Spitzensportförderung bei der Bundespolizei angestellt und bekleidet dort nach Abschluss der Ausbildung 2025 den Rang eines Polizeimeisters.
2022 zog Schaser aufgrund der besseren Trainingsmöglichkeiten von Sachsen ins Chiemgau. Seit 2023 trainiert er am Bundesstützpunkt in der Chiemgau-Arena in Ruhpolding in der Männer-Gruppe mit den Weltcupathleten unter der Leitung von Tobias Reiter und Niklas Kellerer.
Franz Schaser startet für den SV Hermsdorf. Er gehörte zu Beginn seiner sportlichen Laufbahn nicht zu den besten Biathleten seines Jahrgangs in Deutschland. Im Deutschen Schülercup mit dem Luftgewehr belegte er in den Altersklassen 14 und 15 in den Gesamtwertungen die Plätze 29 und 18 und erreichte in keinem Rennen die Top Ten.
In seiner ersten Saison im Deutschlandpokal mit dem Kleinkalibergewehr 2017/18 erreichte Schaser in der Altersklasse 16 als bestes Ergebnis einen fünften Platz und wurde in der Gesamtwertung Elfter. In der Folgesaison steigerte er sich weiter. Er erreichte im Januar 2019 in Ridnaun seinen ersten Podestplatz und in der Gesamtwertung Platz acht.
Zu Beginn der Saison 2019/20 qualifizierte Schaser sich im Deutschlandpokal für die Olympischen Jugend-Winterspiele in Les Tuffes. Bei seinen ersten internationalen Rennen belegte er die Plätze 66 und 21; als Teil der deutschen Mixed-Staffel wurde er Siebter.
Zur Saison 2020/21 wurde Schaser vom Deutschen Skiverband (DSV) erstmals in den Nachwuchskader aufgenommen. Aufgrund der COVID-19-Pandemie in Deutschland wurden in diesem Winter alle Rennen im Deutschlandpokal abgesagt. Auf der Basis interner Leistungen wurde Schaser für die Rennen der Jugend-Kategorie (U19) bei den Biathlon-Juniorenweltmeisterschaften in Obertilliach nominiert. Dort belegte er die Plätze 16, 14 und elf sowie sieben mit der Staffel.
Juniorenbereich (2021 bis 2024)
Zur Saison 2021/22 wechselte Schaser vom Jugend- in den Juniorenbereich. Er lief den gesamten Winter im Deutschlandpokal und verpasste die Qualifikation für internationale Einsätze im IBU-Junior-Cup oder bei den Juniorenweltmeisterschaften. Insgesamt erreichte er zwei Podestplätze und den fünften Platz in der Gesamtwertung. Er verlor mit diesen Leistungen nach der Saison seinen Platz im DSV-Kader.
Vor Beginn der Saison 2022/23 qualifizierte Schaser sich erstmals für den IBU-Junior-Cup. Im Dezember 2022 erreichte er in Martell und Obertilliach als beste Ergebnisse einen zehnten und einen 13. Platz. Im Januar 2023 gewann er zwei Rennen im Deutschlandpokal. Beim nächsten Junior-Cup im Februar 2023 in Haanja musste er die Einzelrennen absagen, gewann aber als Startläufer mit der deutschen Staffel. Bei den Junioreneuropameisterschaften in der Folgewoche in Madona belegte er die Plätze 29, 41 und 15. Anfang März 2023 nahm Schaser an den Juniorenweltmeisterschaften in Schtschutschinsk teil. Dort gewann er als Startläufer der deutschen Staffel mit Fabian Kaskel, Benjamin Menz und Hans Köllner Silber und somit seine erste internationale Medaille.
Nach seinen Leistungen aus dem Vorjahr erhielt Schaser zur Saison 2023/24 vom DSV wieder einen Kaderplatz. Er begann seine Saison im Dezember 2023 im Junior-Cup, wo er auf der Pokljuka und in Ridnaun nicht über Platz 24 hinauskam. Nach einem zweiten Platz im Deutschlandpokal im Januar 2024 startete Schaser Anfang Februar in Jakuszyce wieder im Junior-Cup, wo er im Einzel als Zweiter seinen ersten Podestplatz erreichte. Mit dieser Leistung qualifizierte er sich für seine letzten Juniorenweltmeisterschaften Ende des Monats in Otepää. Dort kam er im Einzel und im Massenstart zum Einsatz, bei denen er die Plätze 46 und 19 belegte.
Zur Saison 2024/25 wechselte Schaser vom Junioren- in den Erwachsenenbereich. Er wurde vom DSV dem Förderkader zugeordnet. Bei den Deutschen Meisterschaften Ende August in Altenberg erreichte er als Zehnter der Verfolgung erstmals die Top Ten.
Vor Beginn des Winters gewann Schaser in Ruhpolding die deutsche Qualifikation für den Auftakt des IBU-Cups. Ende November 2024 gab er in Idre mit Platz 26 im Sprint sein Debüt im internationalen Erwachsenenbereich. In der Folgewoche in Geilo steigerte er seine Bestleistung auf Platz 14. Unmittelbar vor Weihnachten in Obertilliach konnte er mit den Plätzen 43 und 34 daran nicht anknüpfen.
Beim ersten IBU-Cup im Januar 2025 am Arber erreichte Schaser in allen drei Rennen ein Ergebnis zwischen Platz 20 und 30. Nach diesen Leistungen wurde er zunächst nicht für die Europameisterschaften Ende des Monats nominiert, sodass er stattdessen zwei Rennen im Deutschlandpokal lief. Aufgrund einer Erkrankung von Leonhard Pfund rückte er kurzfristig doch in die deutsche EM-Mannschaft nach. In Martell erreichte er die Plätze 15, 14 und 30, wobei er im Sprint erstmals im IBU-Cup fehlerfrei schoss. Bei den unmittelbar anschließenden Rennen in Ridnaun knüpfte er mit Platz 15 und 13 an diese Leistungen an.
Im März 2025 startete Schaser beim zweiwöchigen Saisonfinale des IBU-Cups in Otepää. In der ersten Woche erreichte er in drei Rennen keinmal die ersten 20; in der zweiten Woche belegte er im Kurz-Einzel Platz 16. Er beendete die Saison auf Platz 16 in der Gesamtwertung.
Zur Saison 2025/26 wurde Franz Schaser vom DSV erstmals der Lehrgangsgruppe 1b, d. h. der B-Mannschaft, zugeordnet. Diese absolvierte in der Sommervorbereitung 2025 auch mehrere Lehrgänge gemeinsam mit der A-Mannschaft. Bei den Deutschen Meisterschaften im September am Arber erreichte er in allen drei Rennen die Top Ten; sein bestes Ergebnis war Platz fünf im Einzel.
Vor Beginn des Winters verpasste Schaser bei internen Rennen in Ruhpolding knapp die Qualifikation für den Auftakt der IBU-Cup-Saison. Bereits zur zweiten Station in Ridnaun rückte er allerdings wieder in die Mannschaft nach. Dort lief er nach den Plätzen 57 und 35 in der Verfolgung auf Platz 16 vor. In der Folgewoche in Lenzerheide schoss er im Massenstart 60 erstmals viermal fehlerfrei und erreichte dadurch als Sechster seinen ersten Top-Ten-Platz im IBU-Cup.