An diesem Tag

Franz Ritter von Epp

Staatsminister, leitender Verwaltungsbeamter und (NS-) Funktionsträger in Bayern 1918 bis 1945

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Franz Xaver Epp, seit 1916 Ritter von Epp (* 16. Oktober 1868 in München; † 31. Januar 1947 ebenda), war ein deutscher Berufssoldat, Politiker (NSDAP) und von 1933 bis 1945 Reichsstatthalter in Bayern.

Epp war das älteste von drei Kindern des katholischen Kunstmalers Rudolf Epp und dessen Frau Katharina († 1912). Er hatte zwei jüngere Schwestern, Helene und Auguste. In München besuchte er die Volksschule und ein Gymnasium.

Nach dem Abitur trat Epp am 16. August 1887 als Dreijährig-Freiwilliger in das 9. Infanterie-Regiment „Wrede“ ein und wurde Berufsoffizier der Bayerischen Armee. Von 1896 bis 1899 absolvierte Epp die Kriegsakademie, die ihm die Qualifikation für die Adjutantur und das Lehrfach sowie in zweiter Linie für den Generalstab aussprach. Von 1896 bis 1900 gehörte er dem 19. Infanterie-Regiment „König Viktor Emanuel III. von Italien“ an. Im Jahr 1900 ging Epp als Freiwilliger zum Ostasiatischen Infanterieregiment nach China, wo er allerdings erst nach der Niederschlagung des Boxeraufstandes ankam, am Gefecht bei Njang-tse-Kuan teilnahm und am 17. August 1901 wieder ausschied. Darauf wurde er wieder in das 19. Infanterie-Regiment eingestellt, jedoch ohne Kommando. Ein solches erhielt er erst am 11. Juli 1904 als Kompanieführer des 1. Feldregiments der Kaiserlichen Schutztruppe für Deutsch-Südwestafrika, wo er an den Kämpfen gegen die Herero und deren Vernichtung teilnahm, zum Schluss im Rang eines Hauptmanns.

Nach seiner Rückkehr nach Bayern 1906 wurde Epp bis 1908 Kompaniechef im Infanterie-Leib-Regiment. 1908 bis 1912 war er als Adjutant beim Stab der 3. Division in Landau in der Pfalz. 1912 folgte die Beförderung zum Major und Kommandeur des II. Bataillons des Leib-Regiments. In dieser Funktion begann seine Teilnahme am Ersten Weltkrieg.

1914 kämpfte er an der Westfront unter anderem bei Saarburg, wofür er das Eiserne Kreuz erhielt. Im gleichen Jahr folgten seine Beförderung zum Oberstleutnant und die Ernennung zum Kommandeur des Leib-Regiments. Ab Mitte 1915 wurde er in Südtirol und später im selben Jahr in Serbien und an der griechischen Grenze eingesetzt. 1916 war das Leib-Regiment mit Epp vor Verdun an der Einnahme von Fleury beteiligt, wofür er am 23. Juni 1916 das Ritterkreuz des Militär-Max-Joseph-Ordens verliehen bekam. Durch die damit verbundene Erhebung in den persönlichen Adel durfte er sich ab diesem Zeitpunkt Ritter von Epp nennen.

Im Herbst 1916 nahm er an der Schlacht bei Hermannstadt teil. 1917 wurde er wiederum in Rumänien, für kurze Zeit an der Westfront sowie im Herbst in den venezianischen Alpen eingesetzt, 1918 bei der Schlacht um den Kemmel während der deutschen Frühjahrsoffensive. Für die Erstürmung des Kemmelberges im April 1918 bekam er den Orden Pour le Mérite verliehen. Im Sommer 1918 war Epps Verband im Rahmen des Alpenkorps in Flandern eingesetzt. Die deutsche Armee ging zur planmäßigen Abwehr über. Der Korpsbefehl von Ludwig von Tutschek an Epp vom 4. August 1918 erging mit der Anweisung:

Hinsichtlich des strategisch wichtigen Kemmelberges ist festgehalten:

Am 26. August 1918 gingen die Alliierten im Rahmen der Hunderttageoffensive im Raum des Kemmelbergs zum Angriff über. Der von Epp im Frühjahr eroberte Kemmel wurde dabei – entsprechend den Anweisungen im Korpsbefehl – nahezu kampflos aufgegeben. Dies geschah im Zuge der allgemeinen Rückzugsbewegungen der deutschen Truppen am Leie-Bogen in diesem Frontabschnitt. Am Ende des Ersten Weltkrieges hatte er den Rang eines Obersten inne.

Anfang 1919 bekam Epp vom Reichswehrminister Gustav Noske den Auftrag zur Bildung eines bayerischen Freikorps für den Grenzschutz Ost. Das Freikorps Epp wurde im thüringischen Ohrdruf gegründet, weil die bayerische Regierung unter Ministerpräsident Kurt Eisner zuvor die Grenzschutzwerbung durch die Reichsregierung verboten hatte. Das Freikorps war mit seinen 700 Mann im April und Mai 1919 zusammen mit anderen „weißen“ Einheiten an der blutigen Niederschlagung der Münchner Räterepublik beteiligt. Danach wurde Epp mit seinem Freikorps in die neue Reichswehr übernommen. Das Freikorps bildete den Grundstock der Reichswehr-Schützen-Brigade 21, deren Kommandeur Epp wurde. Außerdem waren ihm die Stadtpolizei, die Einwohnerwehren und die Technische Nothilfe unterstellt worden.

Während des Kapp-Putsches im März 1920 sorgte Epp in Bayern zusammen mit dem Leiter der rechtsradikalen Einwohnerwehren Georg Escherich und dem Münchner Polizeichef Ernst Pöhner für den Sturz der sozialdemokratischen Regierung Hoffmann und für die Einsetzung der rechtsgerichteten bürgerlichen Regierung von Kahr. Im April desselben Jahres wurde das bayerische Freikorps Epp, noch einige Wochen zuvor Teil des Putsches, von der Reichsregierung gegen die Rote Ruhrarmee beim Ruhraufstand eingesetzt, welcher sich aus dem Widerstand gegen den Putsch entwickelt hatte. Anfang 1921 erhielt Epp das Kommando über die 7. (Bayerische) Division; sein Stabschef wurde der Hauptmann Ernst Röhm, der in der Feldmeisterei für die Verwaltung der Waffen zuständig war und die Wehrverbände illegal mit Waffen versorgte. Durch Röhm lernte Epp Adolf Hitler kennen. Wie Röhm waren führende Nationalsozialisten Bayerns wie Hans Frank, Rudolf Heß und die Brüder Gregor und Otto Strasser zuvor Angehörige des Freikorps Epp gewesen.

Im Juni 1921 wurde Epp zum Generalmajor befördert. Seiner Entlassung zu Ende des Jahres 1923 wegen Förderung und enger Kontakte zu rechtsradikalen Kreisen kam er zuvor, indem er als Generalleutnant zum 31. Oktober 1923 freiwillig die Reichswehr verließ. Er ließ sich noch das zukünftige Recht zum Tragen einer Generalsuniform bestätigen. Zum Hitler-Ludendorff-Putsch bezog er keine eindeutige Position. Er vermittelte nur zwischen Röhm, der das Wehrkreiskommando besetzt hatte, und der Reichswehr.

Nationalsozialistischer Politiker

1927 trat Epp in die Bayerische Volkspartei ein, aber schon ein Jahr später schied er aus und schloss sich zum 1. April 1928 im Alter von 59 Jahren der NSDAP an (Mitgliedsnummer 85.475). In der Partei, die ihm wieder Anerkennung und Beachtung schenkte, sah er seine Werte wie Ehre und Vaterland, aber auch die Revision des Versailler Friedensvertrages und die Wehrhaftmachung Deutschlands sowie seinen militanten Antisemitismus am besten vertreten. Epp schien zu glauben, in der Partei Heimat und Ehren zu finden. Für die NSDAP war der bekannte General eine Vorzeigeperson, um weitere Anhänger im konservativen Bürgertum und Militär zu gewinnen. Diese Rolle übernahm er auch in der Gesellschaft zum Studium des Faschismus. Januar 1929 war er Mitglied oder Unterstützer des Kampfbundes für deutsche Kultur.

Im Mai 1928 wurde Epp als Spitzenkandidat der NSDAP Bayerns in den Reichstag gewählt. Die NSDAP errang bei dieser Wahl zwölf Mandate und Epp wurde ihr wehrpolitischer Sprecher. Dementsprechend handelten seine Reichstagsreden nur vom Thema der „Wehrhaftmachung Deutschlands“. 1932 beobachtete Epp für die NSDAP vor Ort die Genfer Abrüstungskonferenz, gegen die er massiv polemisierte. Im September 1932 wurde er von Hitler mit der Leitung des neuen Wehrpolitischen Amtes der NSDAP beauftragt, das dem Stab der Obersten SA-Führung angeschlossen war. Hitler wollte damit der SA Kompetenzen entziehen und diese gleichzeitig besser kontrollieren. Zum 1. Januar 1933 wurde Epp, gemeinsam u. a. mit Göring, Freiherr Manfred von Killinger, Adolf Hühnlein, August Schneidhuber, Curt von Ulrich sowie Heinrich Himmler, letzterer automatisch als SS-Obergruppenführer, zum SA-Obergruppenführer ernannt.

Die nationalsozialistische Machtergreifung in Bayern und die Gleichschaltung fanden am 9. März 1933 unter Berufung auf die Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutz von Volk und Staat durch die Reichsregierung mit der Einsetzung Epps als Reichskommissar für Bayern statt. Ihm wurde so die vollziehende Gewalt übertragen, wobei er wiederum die Polizeibefugnisse des Innenministeriums an den Gauleiter Adolf Wagner delegierte und Heinrich Himmler zum Präsidenten der Münchner Polizei ernannte. Eine Woche später, nach dem Rücktritt der Regierung Held, übernahm Epp kommissarisch die Leitung der eingesetzten Staatsregierung mit Wagner als neuem Innenminister, Hans Frank als Justizminister, Ludwig Siebert als Finanzminister und Hans Schemm als Kultusminister. Himmler wurde zusätzlich Chef der gesamten Politischen Polizei Bayerns. Ferner gehörte Epp 1933 zu den Gründungsmitgliedern der Akademie für Deutsches Recht. Sein Adjutant war damals der SA-Führer Ferdinand Karl Prinz von Isenburg (1906–1968), jüngster Bruder des Standesherrn Franz Ferdinand 7. Fürst von Isenburg.

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