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Franz Josef Ignaz Trutmann

Schwyzer Kaufmann und Politiker

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Franz Josef Ignaz Trutmann, auch Truttmann (* 24. März 1752 in Küssnacht; † 19. Mai 1818 in Wien) war ein Schwyzer Kaufmann und Politiker.

Trutmann entstammte einem der ältesten und angesehensten Küssnachter Bürgerschlechter, das seit dem frühen 14. Jahrhundert nachweisbar war. Die Familie hatte sich durch ihre Kontrolle über das Landschreiberamt seit 1765 und die wiederholte Besetzung des Amtmannamtes eine hervorragende Position innerhalb der regionalen Machthierarchie gesichert.

Franz Josef Ignaz Trutmann wurde als Sohn des Amtmanns Jakob Christoph der Ältere (1718–1763) und seiner Ehefrau Maria Klara Josepha (geb. Hautt), geboren. Seine Familie war eng vernetzt: Seine Brüder waren Ammann Jakob Christoph der Jüngere (1743–1793), Landschreiber Klemenz Anton (1746–1786) und Landeshauptmann Johann Peter (1747–1817).

Am 25. Juni 1772 verheiratete sich Ignaz Trutmann mit Maria Cäcilia Elisabeth (1742–1792), der Tochter des Bauherrn und Kleinrats Joseph Leonz Meyer von Schauensee (1695–1764) und dessen Ehefrau Anna Cäcilia (geb. Rusconi) (1700–1746). Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor, doch nur Jakob Christoph (1774–1858) überlebte das Kindesalter.

Franz Josef Ignaz Trutmann trat 1765 als Schüler mit Grundkenntnissen in das Jesuitenkollegium Luzern (siehe Kantonsschule Alpenquai Luzern) ein und verliess die Schule 1769 nach Abschluss des Rhetorik-Kurses.

Die frühe Laufbahn Trutmanns verlief aussergewöhnlich schnell. Die Küssnachter Landsgemeinde vom 7. Mai 1770 wählte den erst achtzehnjährigen Ignaz zum Landschreiber. Seine Handschrift lässt sich sogar bereits seit dem 23. Juli 1769 im Ratsprotokoll nachweisen, was nahelegt, dass er seine Studien möglicherweise frühzeitig abbrach. Der üblicherweise nachfolgende dreijährige Philosophiekurs blieb aus, und auch der traditionelle Auslandaufenthalt nach dem Gymnasium unterblieb zunächst. Dennoch deuten Äusserungen Trutmanns und Lücken in den Ratsprotokollen darauf hin, dass er später häufig im Ausland tätig war, wodurch er sich Kenntnisse ausserhalb der unmittelbaren Landschaft erwarb.

Neben seiner Tätigkeit als Schreiber war er als Kaufmann tätig.

Die Konkordia und aufgeklärtes Denken

Durch die Verwandtschaft mit den Meyer von Schauensee gelangte Trutmann in die Konkordia, eine reformorientierte Gesellschaft, die sich der Aufklärung und Verbesserung des staatlichen Lebens verschrieben hatte. Der Gründer, Franz Joseph Leonti Meyer von Schauensee, war sein Schwager, ebenso wie Franz Rudolf Theoderich Meyer von Schauensee (1725–1810), Kleinrat und Salzdirektor. Vermutlich 1772 wurden Ignaz, sein Bruder Jakob Christoph und Pfarrer Klemenz Anton Trutmann (1746–1786) in die Gesellschaft aufgenommen, die damals in Küssnacht tagte. Ignaz übernahm die Rolle des Vorstehers des Departements Küssnacht.

Die Konkordia war streng wählerisch in der Aufnahme ihrer Mitglieder, beschränkte sich auf hochrangige Personen und Ratsverwandte; die Mitgliedschaft dreier Angehöriger des Trutmann-Geschlechts zeugt daher vom hohen Ruf der Familie. Sie förderte geschichtliches Denken, vaterländisches Gefühl und freundschaftlichen Umgang unter den katholischen Kantonen der Innerschweiz. Die Vorträge und Pläne ihrer Mitglieder befassten sich mit den Zeitproblemen der Ära und enthielten Vorschläge zur Verbesserung des staatlichen Lebens. Interne Spannungen und Streitigkeiten um den Tagungsort führten 1781 zur Sistierung der Konkordia; 1786 hob der Gründer sie endgültig auf.

Weg zur Unabhängigkeitsbewegung

Familie und Ehe, Bildung und Gesellschaftsengagement, öffentliches Amt und Handelsgeschäfte begründeten Trutmanns wachsendes Ansehen und seinen Reichtum. Er verkörperte die Zugehörigkeit zum aufgeklärten, vermögenden Mittelstand. Trutmanns durch Studium, Verwaltungstätigkeit und internationale Kontakte gewonnene Einsichten und Kenntnisse führten ihn schliesslich an die Spitze der Unabhängigkeitsbewegung der Landschaft Küssnacht. Er wurde zum Wortführer der Freiheitspartei und wuchs auf diese Weise organisch in die Helvetische Revolution hinein, die die politischen und sozialen Strukturen der Urschweiz fundamental umgestalten sollte.

Der Untergang des Standes Schwyz und die Revolution in Küssnacht

Die Helvetische Revolution von 1798 markierte einen entscheidenden Wendepunkt in der politischen und sozialen Geschichte der Innerschweiz. Während die Französische Revolution zunächst wenig unmittelbare Auswirkungen auf die Untertanenlande Schwyz' ausübte, führte die politische Umwälzung in den benachbarten Kantonen schliesslich zu einer explosiven Umbruchsbewegung, die das traditionelle ständische System fundamental erschütterte. Franz Josef Ignaz Trutmann, der Landschreiber von Küssnacht, spielte in diesem Geschehen eine Schlüsselrolle als Führer der Freiheitspartei in Küssnacht und Vermittler zwischen der aufgeklärten Freiheitsbewegung und der traditionalistischen Obrigkeit.

Die Französische Revolution fand in den Schwyzer Untertanenlanden zunächst kaum Echo. Schwyz respektierte die Gnadenbriefe von 1712, die das Abhängigkeitsverhältnis der Untertanen regelten und der Aristokratie weitgehend freie Hand bei der Ausnutzung ihrer Untertanen beliessen. Die wenigen Übergriffe, die die Schwyzer Obrigkeit beging, zielten rein auf fiskalische Gründe: Durch Steuern, Zölle und mannigfaltige andere Abgaben presste man den angehörigen Landschaften soviel Geld ab, dass die Landleute ihre Staatsausgaben ohne direkte Steuern bestreiten konnten. Auch Eingriffe in die Gerichtsbarkeit der Landschaften geschahen aus diesem ökonomischen Kalkül heraus.

Wo Unzufriedenheit aufflammte, beschränkte sie sich auf wirtschaftliche Klagen. Die rebellischen Märchler von 1790 brachten nur einen Klagepunkt vor: Sie verlangten die Aufhebung der Strafgelder auf der Heuausfuhr und eine Neuverwendung des Angstergeldes (Konsumsteuer auf alkoholische Getränke) zugunsten der March selbst. Darüber hinaus sollte die Ausübung der niederen Gerichtsbarkeit durch die Landschaft selbst erfolgen, um den Einzug von Straf- und Bussgeldern durch den Schwyzer Säckelmeister zu unterbinden. Politische Forderungen wurden nicht erhoben, und es fehlten jegliche Anklänge an revolutionäres Ideengut.

Küssnacht, Einsiedeln sowie die Höfe Wollerau und Pfäffikon verharrten bis 1798 in vollständiger Ruhe, obgleich revolutionäre Schriften zirkulierten und gelesen wurden – wie die Regierungsmandate von 1790 und 1792 beweisen. Die Obrigkeiten versuchten, die Verbreitung dieser gefährlichen Ideen durch Verbote einzudämmen, dies gelang jedoch nur kurze Zeit.

Die französische Propaganda und Wühlarbeit, die systematische Hetzerei gegen die schweizerischen Obrigkeiten und die massiven Drohungen des französischen Direktoriums entfalteten 1798 nun ihre Wirkung. Eine Dominowelle von Erhebungen erfasste die Schweiz. Basel erklärte am 20. Januar 1798 Stadt und Land für gleichberechtigt. Luzern, Zürich und Schaffhausen folgten diesem revolutionären Beispiel nach. Die waadtländischen Städte konstituierten sich am 24. und 25. Januar neu, und Aarau errichtete am 1. Februar symbolträchtig seinen Freiheitsbaum. Diese Ereignisse rissen die schwyzerischen Untertanen aus ihrer gewohnten Ruhe.

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