An diesem Tag

Franz Ernst Neumann

Deutscher Physiker

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Franz Ernst Neumann (* 11. September 1798 in Schmelze bei Mellin; † 23. Mai 1895 in Königsberg) war ein deutscher Physiker und gilt als einer der Begründer der theoretischen Physik. Seine Schüler bildeten die „Königsberger Schule“ und besetzten fast alle deutschen Lehrstühle für Physik.

Franz Ernst Neumann war der Sohn der geschiedenen Gräfin Charlotte Friderike Wilhelmine von Mellin, geb. von Kahlden (1753–1830), und ihres Gutsverwalters Franz Ernst Neumann (1758–1821). Seine väterlichen Vorfahren waren in der Landwirtschaft tätig, seine mütterlichen waren unter anderem hohe Offiziere der preußischen Armee. Sein mütterlicher Großvater Henning Alexander von Kahlden war Flügeladjutant Friedrichs II., der Urgroßvater Friedrich Wilhelm von Kannenberg war Erbmarschall des Fürstentums Minden. Franz Neumann wurde vorwiegend vom Vater und den Großeltern väterlicherseits erzogen. Erst in seiner Jugend erfuhr er von seiner Mutter und damit seiner adligen Abstammung. Er wuchs trotz des Vermögens seiner Mutter in einfachen Verhältnissen auf.

Er entwickelte schon früh Kampfgeist und Patriotismus, so dass er als Kriegsfreiwilliger im Alter von nur 15 Jahren im Colberger Grenadier-Regiment während der Freiheitskriege gegen Napoleon kämpfte. In der Schlacht von Ligny im Jahre 1815 wurde er von einer Kugel getroffen, die ihm Teile des Gesichts zerfetzte. Er verlor dadurch fast das Leben und musste das Sprechen wieder erlernen.

Neumann machte im Friedrichwerderschen Gymnasium in Berlin 1817 sein Abitur. Er erwarb schon damals, größtenteils außerhalb des schulischen Unterrichtes, große mathematische Kenntnisse.

Obwohl er schon früh den Wunsch geäußert hatte, Mathematik zu studieren, begann er gemäß dem Wunsch seines Vaters im Wintersemester 1817/1818 zuerst ein Studium der Theologie an der Universität Berlin und wechselte im einem Semester nach Universität Jena, um dort Naturwissenschaften und Mathematik zu studieren. Im Jahre 1819 ging er zurück nach Berlin. Finanziert wurde sein Studium durch ein Stipendium des Unterrichtsministeriums und des Geologen Leopold von Buch. Während seines Studiums wurde er Mitglied der Urburschenschaft.

Neumann studierte und schrieb seine Dissertation bei dem Mineralogen Christian Samuel Weiss über das Zonengesetz in der Kristallsystematik. Er hielt eine Reihe von Vorlesungen über Mineralogie in Berlin und übernahm die Betreuung des Berliner Mineralien-Kabinetts.

Er interessierte sich während des Studiums und der ersten akademischen Arbeiten in Berlin stark für die Arbeiten der französischen Mathematiker wie Adrien-Marie Legendre und Jean Baptiste Joseph Fourier.

Durch seine Arbeit in Berlin bekannt, ging er 1826 an die Universität Königsberg, wo er sich habilitierte. Dort freundete er sich mit dem Astronomen Friedrich Wilhelm Bessel und dem Naturwissenschaftler Karl Gottfried Hagen an. Nach Hagens Tod im Jahr 1829 wurde Neumann zum ordentlichen Professor für Mineralogie und Physik ernannt. Für das Studienjahr 1843/1844 wurde er zum Rektor der Universität gewählt. Seine Lehrtätigkeit gab er 1877 auf, war aber als Emeritus an der Universität Königsberg tätig.

Beerdigt wurde er auf dem Gelehrtenfriedhof bei der Sternwarte. Seit 1898 ehrte ihn eine Bronzetafel Friedrich Reuschs in der Säulenhalle der Albertina.

1830 heiratete Neumann Hagens Tochter sowie Bessels Schwägerin Florentine (1800–1838), die nur acht Jahre später starb und ihm fünf Kinder hinterließ:

Carl Gottfried Neumann (1832–1925) war Professor für Mathematik

Franz Ernst Christian Neumann (1834–1918) war Professor für Pathologie und Hämatologie

Friedrich August Julius Neumann (1835–1910) war Professor für Nationalökonomie

Luise Neumann (1837–1934) war Malerin und schrieb die Lebensgeschichte „Franz Ernst Neumann, Erinnerungsblätter“. Seinen Nachlass übergab sie dem Stadtgeschichtlichen Museum Königsberg, das ein Neumann-Zimmer einrichtete.

Gustav Heinrich Fürchtegott Neumann (* 1838)

Nach dem Tod seiner ersten Frau Florentine heiratete Neumann 1843 deren Cousine Wilhelmine Kunigunde Albertine Hagen (1800–1877).

Franz Ernst Neumanns Forschungen erstreckten sich auf Probleme in der Kristallographie, der spezifischen Wärme, der Wellentheorie des Lichts, Induktionsströme und mathematischen Methoden in der Physik. Für seine wissenschaftlichen Verdienste wurde er am 17. August 1860 in den preußischen Orden Pour le mérite für Wissenschaft und Künste aufgenommen.

Kristallographie und Mineralogie

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