Franz Christoph Nagel (* 12. März 1699 in Rietberg; † 7. August 1764 in Paderborn) war ein deutscher Baumeister des Barock.
Nagel war ein Zeitgenosse Johann Conrad Schlauns, mit dem er fast zeitgleich (bis 1715) das Theodorianum in Paderborn besuchte. Wo er seine Ausbildung zum Architekten erhielt, ist bislang nicht bekannt. Seine Werke zeigen einerseits deutliche französische Einflüsse, verdanken andererseits aber auch in Österreich und Süddeutschland entstandenen Bauten wesentliche Anregungen.
Etwa ab 1725 war Nagel im Hochstift Paderborn als Hof- und Landbaumeister tätig. Er war für das gesamte Bauwesen im Hochstift zuständig und hatte sich um den Straßen-, Wege- und Brückenbau ebenso zu kümmern, wie für die Regulierung von Flüssen, Bächen und den Bau von Kirchen und Stallungen. Mit dem Marstall in Schloß Neuhaus entstand 1729 sein erstes gesichertes Werk. Hier trat er auch als Gartenarchitekt in Erscheinung.
1729: Marstall in Schloß Neuhaus
um 1730: Lusthaus in Hardehausen
1734: Hardehausener Hof in Paderborn
1735: Umgestaltung des Hofrisalites am Schloss Overhagen bei Lippstadt
um 1736: Schlossgarten in Neuhaus
1738: „Zucht- und Fabrikenhaus“ in Paderborn
1739: Abteigebäude in Freckenhorst
1740: Erweiterung der Domdechanei in Paderborn, heutige Stadtbibliothek
1741 in Corvey jeweils im Rokoko-Stil:
Als Tee- oder Pomeranzenhaus bezeichnetes Orangeriegebäude
Benediktuskapelle in St. Stephanus und Vitus (Corvey)
das Turmzimmer (heute Bibliothek)
1741: Paderborn, Portal des Heisingschen Hauses
1742–70: Kleinenberg, Wallfahrtskirche Mariä Heimsuchung
1743: Neubau des Gaukirchenklosters in Paderborn