Franz Andreas Holly (František Ondřej Holý, * 28. November 1747 in Netolice; † 4. Mai 1783 in Breslau) war ein böhmischer Komponist.
Holly war vermutlich Schüler der Jesuiten in Prag und trat danach möglicherweise dem Franziskanerorden bei. 1768 oder 1769 wurde er Mitglied der Theatertruppe von Johann Joseph von Brunian, am Theater an der Kotzen in Prag und trat die Nachfolge des ehemaligen Musikdirektors Johann Baptist Savio als Korrepetitor an. Als man die Truppe im April 1772 neu organisierte, wurde Holly ihr Kapellmeister. Spätestens 1773 reiste er mit einem Schauspieler der Truppe, Karl Franz Henisch, der auch einige Libretti schrieb, nach Berlin. Von 1774 bis zu seinem Tod war er als musikalischer Leiter der Wäserschen Wander-Theatertruppe in Breslau tätig. Holly komponierte eine Anzahl von Singspielen und Schauspielmusiken.
Der lustige Schuster, komische Oper (Libretto von Karl Franz Henisch nach Christian Felix Weisse), 1770
Das Gespenst, komische Oper (Libretto von Karl Franz Henisch), 1771
Der Zauberer, komische Oper (Libretto von Karl Franz Henisch), 1772
Der Kaufmann von Smyrna, komische Oper (Libretto von Christian Friedrich Schwan), 1773
Der Bassa von Tunis, komische Oper (Libretto von Karl Franz Henisch), 1774
Das Gärtnermädchen, komische Oper (Libretto von Johann Karl August Musäus), 1775
Gelegenheit macht Diebe, Operette (Libretto von Karl Franz Henisch), 1775
Der Patriot auf dem Lande (Libretto von Karl Emil Schubert), 1777
Die Verwechslung, komische Oper, 1779–84
Die Zigeuner (Libretto von Heinrich Ferdinand Möller), 1781
Der Irrwisch, komische Oper (Libretto von Christoph Friedrich Bretzner),1782
Constantin von Wurzbach: Holly, Franz Andreas. In: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich. 9. Theil. Kaiserlich-königliche Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1863, S. 231 (Digitalisat).
Alfred Baumgartner: Propyläen Welt der Musik. Band 3: Hauff - Menalt. Propyläen-Verlag, Berlin 1989, ISBN 3-549-07833-1, S. 124–125.