Der Begriff Frankophonie (oft auch Francophonie) ist auf zwei Bedeutungsebenen zu verstehen: Einerseits wird als Frankophonie die Gesamtheit der französischsprachigen (frankophonen) Territorien, also der französische Sprachraum bezeichnet. Zu diesem Sprachraum zählen mindestens solche Territorien, in denen Französisch offizielle Sprache ist (32 Staaten), sowie Territorien, in denen Französisch Muttersprache der Bevölkerungsmehrheit ist.
Andererseits wird auch die Organisation internationale de la Francophonie (OIF; auf Deutsch ‚Internationale Organisation der Französischsprachigkeit‘), der 57 Mitgliedstaaten angehören, oft als die Frankophonie bezeichnet. Unterschieden wird im Französischen durch die Groß- bzw. Kleinschreibung. Der Sprachraum wird als la francophonie (mit kleinem f) bezeichnet, die Organisation als la Francophonie (mit großem F).
Die OIF schließt neben Frankreich unter anderem auch zahlreiche ehemalige französische Kolonien ein, die heute noch mehr oder weniger kulturellen, sprachlichen und jedenfalls politischen Kontakt zur ehemaligen Kolonialmacht pflegen und/oder in denen Frankreich im Krisenfall als Schutz- und Ordnungsmacht auftritt. Die OIF wird daher auch als französisches Pendant des britischen Commonwealth gesehen. Spätestens mit der Aufnahme von Staaten wie Moldau und Bulgarien, die weder historisch noch sprachlich-kulturell einen unmittelbaren Bezug zu Frankreich haben, zeigt diese Organisation ihren geopolitischen Charakter.
In den insgesamt 88 OIF-Mitgliedsterritorien und den 26 Territorien mit OIF-Beobachterstatus lebten 2018 etwa 300 Millionen Französischsprecher (einschließlich Nicht-Muttersprachler). Generalsekretärin der OIF ist die ruandische Politikerin Louise Mushikiwabo.
Bereits 1880 wurde der Begriff Frankophonie vom Geographen Onésime Reclus (1837–1916) zum ersten Mal verwendet.
Internationalen Durchbruch erreichte die Organisation internationale de la Francophonie (OIF) vor allem unter dem Vorsitz des ehemaligen UNO-Generalsekretärs Boutros-Ghali 1997 bis 2002.
Die Regierung Chirac/de Villepin hatte den Kampf gegen die Vorherrschaft des Englischen auf ihre Fahne geschrieben. Der damalige Kulturminister Renaud Donnedieu de Vabres trieb zwei Dinge voran: einen französischsprachigen weltweiten Nachrichtensender (nach dem Muster von CNN) und eine spezielle Suchmaschine (allgemein und zur Digitalisierung von Büchern). Während das erste Projekt zuerst den Anschein machte zu scheitern, ist das sowohl auf Französisch als auch auf Arabisch und Englisch empfangbare France 24 inzwischen auf Sendung gegangen. Aber auch für sein zweites Projekt gewann Kulturminister de Vabres eine (zurückhaltende) Unterstützung anderer Europäer. Es fehlt allerdings an Geld.
Im Jahr 2013 erlaubte die Kulturministerin Geneviève Fioraso den Unterricht auf Englisch in einigen Lehrveranstaltungen von staatlichen Universitäten, nachdem private (Wirtschafts-)Hochschulen sowie die Grandes Écoles schon seit Jahren eine entsprechende Ausnahmegenehmigung genutzt hatten. Der Erlass führte, wie stets bei solchen Anlässen, zu einer mit hohen Tönen geführten Debatte über die Bedeutung der Frankophonie heute. Mitglieder der Académie française sprachen von „beispielloser Verarmung und Marginalisierung“ des Französischen, andere Professoren beschworen das „Ende der französischen Universalkultur“, Frankreich werde zu einer „Provinz unter sprachlicher Vormundschaft“. Eine andere Stimme warnte: „Fioraso will erzwingen, dass in der Sprache der Wall Street gelehrt wird.“ Der Abgeordnete in der Nationalversammlung Pouria Amirshahi, Vertreter der außerhalb Frankreichs wohnenden Franzosen in Nord- und Westafrika, mahnte, es sei Frankreichs Mission, „die französische Sprache in der ganzen Welt zu verteidigen“. Andere meinten, der Plan verstoße gegen das Toubon-Gesetz zum Schutz der Frankophonie von 1994. Fioraso blieb jedoch erfolgreich.
Aus Anlass der Buchmesse Frankfurt 2017 betonten 52 Autoren, dass die französische Sprache allen sie Sprechenden weltweit gehört, nicht nur den Franzosen. Sie nahmen damit einen ähnlichen Appell von 2007 wieder auf:
Eine Fachorganisation der Frankophonie ist die Association internationale des maires francophones.
Im Folgenden sind die Mitgliedsländer der Organisation internationale de la Francophonie nach Kontinent und Mitgliedsstatus aufgelistet (Stand 2018).
Vollmitglieder und assoziierte Mitglieder (A)
Anmerkung: Französisch-Guyana hat keinen eigenen Sitz in der OIF.
Vollmitglieder und assoziierte Mitglieder (A)
Vollmitglieder und assoziierte Mitglieder (A)
Vollmitglieder und assoziierte Mitglieder (A)
unter den französischen Überseegebieten:
Neukaledonien Neukaledonien (A)