Das Rebstockgelände ist ein Gebiet in Frankfurt am Main im Stadtteil Bockenheim. Das gut 100 Hektar große Gelände, ehemals einer der ersten Flughäfen Deutschlands, ist heute geprägt vom 1962 eröffneten Volkspark am Rebstock und dem Erlebnisbad Rebstockbad. Durch den Bau eines neuen Wohnviertels am Ostrand, das ebenso den Namen Rebstockpark nutzt, entsteht seit 2002 Wohnraum für ca. 4.500 Menschen. Mittlerweile zieht der Rebstockpark auch Unternehmen aus verschiedenen Branchen an.
Das Rebstockgelände liegt an der Südwestgrenze Bockenheims zwischen Rödelheim im Norden und dem Gallus im Süden. Im Westen grenzt es an Griesheim und Nied und im Osten an die Kuhwaldsiedlung. Die Form des Geländes ist durch die weite Kurve des Bahndamms der Homburger Bahn bestimmt, an dem die Straße Am Römerhof unmittelbar anliegt. Es existieren eine Anschlussstelle der Bundesautobahn 648 sowie eine Bedarfsabfahrt der Bundesautobahn 5, die bei Messeveranstaltungen geöffnet ist.
Das Rebstockgelände hat seinen Namen von einer Frankfurter Patrizierfamilie, zu deren Besitz der Hof Rebstock am Markt unmittelbar neben dem Kaiserdom St. Bartholomäus und das westlich der Stadt gelegene Hofgut Rebstock gehörte. Es wurde im Jahre 1300 erstmals urkundlich erwähnt. Seit Mitte des 14. Jahrhunderts stand das Gut im Besitz des 1353 gestifteten St. Katharinen- und Weißfrauenstiftes.
Der erste Frankfurter Flughafen 1912–1936
Aus Anlass der Internationalen Luftschiffahrt-Ausstellung (ILA) Frankfurt 1909 war dort am 31. Juli 1909 Graf Zeppelin mit seinem Luftschiff LZ 5 (taktische Nummerierung: Z II) gelandet; Zehntausende jubelten ihm damals zu.
Im Jahre 1910 wurde das Areal von der Stadt Frankfurt gepachtet. 1912 eröffnete die Deutsche Luftschiffahrts AG den Luftschiffhafen am Rebstock. Dieser diente zunächst als Luftschiffhafen, auf dem beispielsweise der Zeppelin LZ 11 „Viktoria Luise“ stationiert war, später auch als Flugplatz für Flächenflugzeuge.
Das Rebstockgelände wurde zur Heimat von Flugpionieren wie Käthchen Paulus, August Euler oder Max Pruss, nach denen Straßen im Wohnviertel „Rebstockpark“ benannt wurden und somit an die Vergangenheit diese Areals erinnern.
Im Stadtteil Bockenheim in Nähe der Kreuzung Am Dammgraben/Müllerstraße (in der heutigen Kuhwaldsiedlung) erinnert ein Zeppelinstein aus Muschelkalk an die erste Landung des Luftschiffes LZ 5/Z II am 31. Juli 1909 um 15.30 Uhr. Eingeweiht wurde dieser am 10. November 1929.
Nach dem Ersten Weltkrieg begann ab 1924 vom Flughafen Frankfurt-Rebstock aus ein planmäßiger Luftverkehrsdienst. Im Jahre 1925 starteten und landeten 2.357 Flugzeuge; insgesamt wurden rund 5.500 Passagiere befördert. Im Januar 1926 wurde die Deutsche Luft Hansa AG gegründet, und Frankfurt am Main wurde neben Berlin zum wichtigsten Standort Deutschlands für das neue Transportwesen durch die Luft.
Fritz von Opel startete am 30. September 1929 mit dem Raketenflugzeug Opel-Sander RAK.1 zu einem vielbeachteten Flug.
Der Lufthafen stieß auf dem Rebstockgelände an seine räumlichen Grenzen und konnte nicht erweitert werden. Deshalb errichtete man 1936 den neuen Flughafen Frankfurt Main im Frankfurter Stadtwald südlich von Frankfurt-Schwanheim.
Vom 28. bis 30. Juli 1939 fand das 2. Internationale Luftrennen und die Deutsche Meisterschaft im Geschicklichkeitsflug sowie ein Großflugtag des NS-Fliegerkorps Gruppe 11 Hessen-Westmark auf dem Flugplatz Frankfurt-Rebstock statt.
Bis 1945 wurde der Rebstock-Flughafen als Militärflugplatz genutzt.
Am 15. April 1945 übernahmen die alliierten Truppen den Flugplatz als Advanced Landing Ground ALG Y-75 Frankfurt/Rebstock, wobei ihn die United States Army Air Forces (USAAF) bis zum 30. Mai 1945 nutzte.
Der neue Frankfurter Flughafen wurde 1936 eröffnet und löste den Lufthafen am Rebstockgelände in seiner zivilen Funktion ab. Eine große Brachfläche blieb nach 1945 zurück, die schließlich von 1958 bis 1962 zur Einrichtung eines Volksparks genutzt wurde. Der im Westen des Areals liegende 28 Hektar große Rebstockpark erhielt auch einen etwa drei Hektar großen Weiher. 1982 wurde am Ostrand des Parks das Rebstockbad, ein Erlebnisbad, eröffnet. Seit 1986 fahren durch den Rebstockpark auf einer 1,3 Kilometer langen Strecke die Feldbahnen des Frankfurter Feldbahnmuseums.
Aufgrund der Nähe zum Messegelände wurde der östliche, weniger bewaldete Rebstockpark lange Zeit als riesiger Messeparkplatz genutzt, d. h. eher zweckentfremdet. Zur Verbesserung der Parkinfrastruktur errichtete die Messe Frankfurt im Jahr 2000 im südöstlichen Teil des Geländes ein siebenstöckiges Parkhaus für 5.400 Fahrzeuge. Die Errichtung eines zweiten, noch größeren Parkhauses ist im Gespräch.
Westlich des Parks verläuft die Rebstockkurve der Eisenbahn, auf welcher die nach Frankfurt Hbf verlängerten Züge der Regionalbahn-Linie RB 15 fahren.
Der Rebstockweiher ist der Mittelpunkt des Rebstockparks und ein künstlich angelegtes, ruhendes Gewässer ohne Oberflächenzustrom. Er wird ausschließlich aus Grundwasser gespeist. Seine Wasserfläche beträgt 3,1 Hektar (31.550 m²), das entspricht ca. der Größe von vier Fußballfeldern (zum Vergleich: Der Ostparkweiher ist mit seinen 4,2 ha etwas größer). Seine maximale Tiefe beträgt ca. 3,5 Meter mit zahlreichen, sehr kalten Grundwasserströmen. Daher erklärt sich das strikte Badeverbot mit dem Hinweis auf Lebensgefahr.