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Frank Lampard

Englischer Fußballspieler und -trainer

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Frank James Lampard Jr. OBE [ˈlæmpɑːd] (* 20. Juni 1978 in Romford, London) ist ein ehemaliger englischer Fußballspieler und heutiger Trainer. Zu seinen Stationen als Spieler gehörten West Ham United, Swansea City, Manchester City, der New York City FC und 13 Jahre lang der FC Chelsea.

Als zentraler Mittelfeldspieler war Lampard für seine kraftvollen Weitschüsse und seine überdurchschnittliche Torgefährlichkeit bekannt, die er häufig durch Vorstöße aus dem Mittelfeld entwickelte. Für die englische Nationalmannschaft absolvierte er 106 Länderspiele zwischen 1999 und 2014. Mit dem FC Chelsea gewann er 2012 die Champions League und 2013 die Europa League sowie in den Jahren 2005, 2006 und 2010 drei englische Meisterschaften. Hinzu kamen zwei Triumphe im Ligapokal (2005 und 2007) und in den Jahren 2007, 2009, 2010 und 2012 vier FA-Cup-Gewinne. Davor hatte er mit West Ham United im Jahre 1999 den UEFA Intertoto Cup gewonnen.

Im November 2005 belegte Lampard hinter dem brasilianischen Mittelfeldspieler Ronaldinho in der Wahl zu Europas Fußballer des Jahres den zweiten Platz und wiederholte dieses Ergebnis nur einen Monat später – erneut hinter Ronaldinho – bei der FIFA-Weltfußballerwahl. Im gleichen Jahr war er Englands Fußballer des Jahres.

Frank Lampard schloss sich im Juli 1994 als 16-Jähriger der Jugendakademie von West Ham United an. Sein Vater Frank Lampard senior wurde im gleichen Jahr Assistenztrainer der Profimannschaft. Am 1. Juli 1995 unterzeichnete er seinen ersten Profivertrag und wurde im Oktober für einige Monate an den damaligen Drittligisten Swansea City ausgeliehen, für den er am 7. Oktober 1995 gegen Bradford City (2:0-Sieg) debütierte. Insgesamt absolvierte Lampard neben zwei Pokaleinsätzen neun Meisterschaftsspiele für Swansea City und schoss in der Begegnung gegen Brighton & Hove Albion sein erstes und einziges Tor. Im Januar 1996 kehrte er zu den Hammers zurück und spielte am 31. Januar auch erstmals in der Partie gegen Coventry City, konnte sich aber vorerst noch nicht weiter in die Stammformation spielen. Stattdessen führte er die Jugendmannschaft als Kapitän an und erreichte mit dem Team 1996 das Endspiel im FA Youth Cup.

Am 15. März 1997 brach er sich im Spiel gegen Aston Villa sein rechtes Bein und musste die Saison verletzungsbedingt beenden. Sein erstes Tor für die Profimannschaft erzielte er in der Saison 1997/98, während eines Auswärtssieges beim FC Barnsley. In der Spielzeit 1998/99 gelang Lampard schließlich der Durchbruch und er verpasste während der gesamten Saison nicht ein einziges Spiel. West Ham und belegte in der Premier League überraschend den fünften Platz. Lampard war dabei die zentrale Figur inmitten einer großen Anzahl junger und talentierter Spieler, wozu neben ihm selbst noch beispielsweise Joe Cole, Michael Carrick und Rio Ferdinand zählten. Als aber Ferdinand den Verein im November 2000 in Richtung Leeds United und danach zudem sowohl sein Vater als auch sein Onkel Harry Redknapp den Verein verließen, entschied sich auch Lampard dazu, West Ham den Rücken von kehren. Trotz finanziell lukrativer Angebote von Leeds und Aston Villa verblieb Lampard weiterhin in London und wechselte für elf Millionen britische Pfund zum FC Chelsea.

Der stille Aufstieg (2001–2003)

Am 15. Mai 2001 unterschrieb Lampard einen Vertrag beim FC Chelsea und war dabei eine der ersten Verpflichtungen des neuen Trainers Claudio Ranieri. Am 26. Juli 2001 debütierte Lampard in einem Vorbereitungsspiel gegen Leyton Orient für den FC Chelsea und kam am 19. August 2001 beim 1:1-Remis gegen Newcastle United auch in der Premier League für Chelsea erstmals zum Einsatz. Obwohl er bereits in seinem vierten Ligaspiel gegen Tottenham Hotspur des Feldes verwiesen wurde – bis heute die einzige Hinausstellung in seiner Karriere – verpasste er nur ein Pflichtspiel, schoss insgesamt sieben Tore und war auf Anhieb integraler Bestandteil der Mannschaft. Seine Entwicklung stellte sich zu Beginn langsam und unspektakulär dar und obwohl er auf Anhieb Stammspieler wurde, waren die Leistungen in den ersten beiden Spielzeiten dadurch überschattet, dass der Verein spektakuläre Transfers mit noch weitaus höheren Ablösesummen in viele Spitzenspieler tätigte und er zudem im Mittelfeld häufig im Schatten des italienischen Kreativspielers Gianfranco Zola stand.

In der Saison 2002/03 absolvierte er alle Partien und schoss dabei acht Tore. In der Meisterschaft belegte er mit dem FC Chelsea den vierten Platz und konnte dadurch erstmals in der Folgesaison an der Champions League teilnehmen. Erst in seiner dritten Saison, als die Ära des russischen Öl-Milliardärs Roman Abramowitsch begann, konnte sich Lampard in seiner Spielweise frei entfalten und wurde zu einem der besten Mittelfeldspieler Europas.

Der Führungsspieler in den Meistermannschaften (2003–2006)

Lampard startete gut in die neue Saison und wurde für seine Leistungen im September 2003 als bester Spieler des Monats (in der offiziellen Wertung als „Barclays Player of the Month“) geehrt. Im Oktober erhielt er von den Fußballanhängern eine ähnliche Auszeichnung als „PFA Fans' Player of the Month“. Im weiteren Verlauf der Spielzeit zog er mit dem FC Chelsea ins Halbfinale der Champions League ein und unterlag dort der AS Monaco, nachdem Lampard zuvor vier Tore in 14 Spielen erzielt hatte. In der Liga wurde er mit den Blues hinter dem FC Arsenal Vizemeister.

Die Spielzeit 2004/05 entwickelte sich zu der erfolgreichsten Saison in der Geschichte des FC Chelsea und zu einem Meilenstein in der Karriere von Frank Lampard. Unter dem neuen Trainer José Mourinho absolvierte er als Spielmacher alle 38 Premier-League-Spiele, schoss dabei für einen Mittelfeldspieler überdurchschnittliche 13 Tore (von insgesamt 19 Treffern in allen Wettbewerben) und führte sein Team mit einem 12-Punkte-Abstand auf den zweitplatzierten FC Arsenal zur ersten Meisterschaft nach genau 50 Jahren. Dazu trug er vier Tore in der Champions League bei und erreichte mit Chelsea zum zweiten Male in Folge das Halbfinale. Zu guter Letzt schoss er in sechs Ligapokalspielen zwei Treffer und war auch dort am Titelgewinn beteiligt. Mit diesen guten Leistungen katapultierte sich Lampard endgültig in den Fokus der weltweiten Fußballexperten; unter anderem bezeichneten ihn der ehemalige Kapitän der brasilianischen Nationalmannschaft Carlos Alberto und der vormalige niederländische Spitzenspieler Johan Cruyff als einen der europaweit besten Mittelfeldspieler. Die englische Journalistenvereinigung FWA wählte ihn am Ende der Saison zu Englands Fußballer des Jahres.

Die überdurchschnittlichen Darbietungen Lampards fanden auch in der Saison 2005/06 ihre Fortsetzung. Er schoss in der Premier League zur erfolgreichen Titelverteidigung 16 Tore, steuerte zwei Treffer in fünf Champions-League-Spielen bei und mit ebenfalls zwei Toren in den heimischen Pokalspielen erreichte er die 20-Tore-Grenze. Im Oktober 2005 bezeichnete ihn Mourinho nach einer Partie gegen die Blackburn Rovers an der Stamford Bridge als „besten Spieler der Welt“ – eine Einschätzung, die wenige Tage zuvor auch Matthias Sammer in einem kicker-Interview geäußert hatte.

Einen Monat zuvor war Lampard neben seinem Mannschaftskameraden John Terry in die Weltauswahl „FIFPro World XI“ berufen worden, die von Profifußballern aus 40 Ländern zusammengestellt wurde. Im Winter 2005 verpasste er mit dem zweiten Platz jeweils hinter Ronaldinho knapp die Auszeichnung zu Europas Fußballer des Jahres und später die zum FIFA-Weltfußballer des Jahres.

Weitere Meisterschaftstitel und Gewinn der Champions League (2006–2014)

In den kommenden Jahren bildete Lampard mit Petr Čech, John Terry und Didier Drogba das zentrale Gerüst des FC Chelsea. Eine Rückenverletzung von Terry sorgte dafür, dass Lampard häufig in der Saison 2006/07 die Rolle des Mannschaftskapitäns übernahm. Beachtenswert war vor allem seine gute Form zum Jahreswechsel, als er sieben Tore in acht Spielen erzielte und dafür im Januar die Auszeichnung zum besten Spieler des Monats („PFA Fans' Player of the Month“) erhielt. Der Actim Index – ein von dem Unternehmen „PA Sport“ gemeinsam mit Statistikern der Universität Salford entwickeltes Verfahren zur Leistungsbestimmung britischer Fußballspieler – sah Lampard am Saisonende auf einem fünften Platz in der Premier League und zudem in der besten Elf der abgelaufenen Spielzeit. Zum zweiten Male in Folge erzielte Lampard insgesamt 20 Tore in allen Wettbewerben, darunter am 31. Oktober 2006 im Camp Nou einen Heber zum Ausgleich aus spitzem Winkel gegen Víctor Valdés vom FC Barcelona und am 11. März 2007 nach einem zwischenzeitlichen 1:3-Rückstand zwei Treffer zum 3:3 im FA-Cup-Viertelfinale gegen Tottenham Hotspur. Drei Tore hatte er zuvor im gleichen Pokalwettbewerb bereits in der dritten Runde gegen Macclesfield Town am 6. Januar 2007 markiert.

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