Frank Owen Gehry, CC [fɹæŋk ˈoʊən ˈɡɛəɹi] (* 28. Februar 1929 in Toronto; † 5. Dezember 2025 in Santa Monica; ursprünglich Frank Owen Goldberg) war ein kanadisch-US-amerikanischer Architekt und Designer, der ab 1947 in Kalifornien lebte. Er erhielt 1989 für seine dekonstruktivistische Architektur den Pritzker-Preis. Die New York Times nannte ihn 2009 den „höchstgepriesenen amerikanischen Architekten seit Frank Lloyd Wright“. Sein 1997 fertiggestelltes und sehr expressiv gestaltetes Guggenheim-Museum Bilbao in Bilbao (Nordspanien) kurbelten Tourismus und Stadtentwicklung stark an, wodurch der Begriff Bilbao-Effekt geprägt wurde.
Frank Gehry war der Sohn von Irving und Thelma Goldberg, deren Eltern als Immigranten jüdisch-polnischer Herkunft ins Land kamen. Sein Vater betrieb bis zum staatlichen Verbot den Verkauf von Glücksspielmaschinen an die Bars in der Umgebung von Timmins im östlichen Ontario, das damals eine Goldgräberstadt war. Gehry kam als Frank Owen Goldberg zur Welt. Sein Großvater gab ihm zusätzlich den hebräischen Namen Ephraim, er gebrauchte diesen jedoch ausschließlich zu seiner Bar Mitzwa. Aus Abfällen des großväterlichen Eisen- und Haushaltswarenladens bastelte er als Junge seine ersten Häuser und Städte zusammen. An der University of Southern California (USC) in Los Angeles studierte Gehry Architektur bis 1954, sein Studium finanzierte er sich als Lkw-Fahrer. Lehrer war unter anderem Gregory Ain.
Seine erste Frau Anita war unglücklich mit seinem Nachnamen und schlug ihm daher gemeinsam mit ihrer Mutter 1954 vor, Goldberg in den weniger offensichtlich jüdischen Namen Gehry zu ändern, was er tat. Danach nahm er ein Zweitstudium für Stadtplanung an der Harvard Graduate School of Design auf. Ab 1962 betrieb er ein Architekturbüro in Los Angeles unter dem Namen Gehry Partners, LLP. Während der ersten Ehe, die 1966 geschieden wurde, bekam das Paar zwei Töchter.
Ab 1975 war Gehry mit der Panamaerin Berta Isabel Aguilera verheiratet. Er hatte mit ihr zwei Söhne. Nach der Geburt ihres ersten Sohnes zog die Familie in ein größeres Haus aus den 1920er Jahren. Seine Frau ermutigte ihn, dieses Haus, die „Gehry Residence“ in Santa Monica, in dem die Familie bis zu seinem Tod wohnte, nach seinen Vorstellungen umzugestalten und zu erweitern. 1980 wurde das Gebäude vom American Institute of Architects (AIA) ausgezeichnet.
Zu Anfang seiner Karriere baute Gehry konventionell. Gegen Ende der 1970er Jahre veränderte er seine architektonische Formensprache, indem er begann, schlichte Materialien wie Sperrholz, Wellblech und im Möbelbau sogar Wellpappe einzusetzen; er nannte sie Cheapskate Architecture (Geizhals-Architektur). Ziel der Möbelserie Easy Edges war es, für jedermann erschwingliche Möbel zu gestalten, was Gehry aber misslang;
Charakteristisch für Gehrys Baustil wurden abgewinkelte Ebenen und eine gebrochene Geometrie. Seine Bauten haben als typisch dekonstruktivistische Gebäude einen collagenhaft aufgebauten Charakter. Bei der Gestaltung einer 162 Sozialwohnungen umfassenden Siedlung in Frankfurt-Goldstein Mitte der 90er Jahre manifestierte sich der „Übergang in Gehrys Stil von scharfkantigen zu weich gerundeten Formen, die beispielsweise seine späteren 'tanzenden Häuser' prägen“. Gezackte Silhouetten kontrastieren dabei mit runden Elementen.
Ebenso konzipierte Gehry zahlreiche Möbel (siehe unten) und Inneneinrichtungen.
1972: Wohnhaus und Studio für Ronald Davis in Malibu (Kalifornien)
1974: Hauptverwaltung der Rouse Company in Columbia (Maryland)
1975: Concord Pavilion in Concord (Kalifornien)
1977–1991: Wohnhaus Gehry in Santa Monica
1977: Wohnanlage Harper House in Baltimore
1980: Einkaufszentrum Santa Monica Place in Santa Monica
1982–1984: Aerospace Museum im California Science Center in Los Angeles
1984: Niederlassung der Werbeagentur Chiat Day in Venice (Los Angeles)
1984: Wohnhaus Norton in Venice (Los Angeles)
1989: Vitra Design Museum in Weil am Rhein
1991–1994: American Center in Paris (heute Cinémathèque française)