An diesem Tag

Franco Corelli

Italienischer Opernsänger (Tenor)

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Franco Corelli (* 8. April 1921 als Dario Franco Corelli in Ancona; † 29. Oktober 2003 in Mailand) war ein italienischer Opernsänger (Tenor). Er gilt gemäß der italienischen Stimmfach-Einteilung als tenore lirico spinto und tenore drammatico. Er sang Partien des italienischen und französischen Opernrepertoires des 19. und 20. Jahrhunderts und galt als der bedeutendste Tenor seiner Zeit.

Dario Franco Corelli wurde als Sohn des Leiters einer Logistikabteilung der Werft in Ancona, Remo Corelli, und dessen Frau Natalina als jüngstes von drei Kindern geboren. In seiner Familie wurde viel gesungen. Corellis Großvater Augusto war ursprünglich als Werftarbeiter und später im Management tätig, bevor er im Alter von 38 Jahren Operntenor wurde. In der nächsten Generation der Familie finden sich Chorsänger und Baritone; Corellis Bruder Ubaldo Corelli wurde ebenfalls Sänger (Bass), seine Schwester Liliana durfte den Beruf der Sängerin nicht ergreifen.

In seiner Jugend nahm Corelli als Leistungsschwimmer an Landes-Schwimmmeisterschaften in der 100 m-Freistil-Disziplin der italienischen Jugendstaffel teil. Nach Beendigung der Oberschule Scuola Media Statale „Francesco Podesti“ im Jahr 1936 absolvierte er eine Ausbildung zum Geometer und Schiffsmaschinenmeister am Francesco-Podesti-Institut in Ancona. 1940 erhielt er eine kriegsbedingt befristete Anstellung als Schiffszeichner und schrieb sich 1940 gemäß den Wünschen seines Vaters zum Studium des Schiffsingenieurswesens an der Universität Bologna ein. Während des Zweiten Weltkriegs diente er ab 1941 bei der Luftwaffe; ein Jahr später wurde er aus gesundheitlichen Gründen aus der Armee entlassen. Von der Stadt Ancona erhielt er eine Anstellung im Rahmen des Wiederaufbaus der im Krieg zerstörten Gebäude.

Corelli entschied sich bereits während seines Ingenieurstudiums, nach dem Besuch einer Vorstellung der Oper L’amico Fritz von Pietro Mascagni mit dem Bariton Tito Gobbi im Jahr 1940, für die Laufbahn des Sängers. Nach ersten autodidaktischen Studien mithilfe von Schallplattenaufnahmen und Gesangsversuchen gemeinsam mit seinem Jugendfreund Carlo Scaravelli begann er 1946 eine Gesangsausbildung am Rossini-Konservatorium in Pesaro bei Maria Pavoni. Dort als Tenor eingestuft, brach Corelli, der sich für einen Bariton hielt, seine dortige Ausbildung nach kurzer Zeit wieder ab, da er mit der vermittelten Gesangstechnik nicht zu den erwünschten Fortschritten gelangte.

Ursprünglich wollte Corelli am Konservatorium Gesangsunterricht bei dem Bariton Arturo Melocchi, dem Gesangslehrer des Tenors Mario Del Monaco, nehmen, der insbesondere seine stimmliche Eingliederung in das neue Stimmfach Tenor fachlich anleiten sollte. Carlo Scaravelli, der bereits Schüler von Melocchi war, betreute ihn zeitweise gesangstechnisch und gab seine Unterrichtserfahrungen bei Melocchi an ihn weiter. Corelli orientierte sich fortan an den stimmlichen Eigenschaften seiner Vorbilder Enrico Caruso, Aureliano Pertile, Beniamino Gigli, Giacomo Lauri-Volpi und Miguel Fleta, die er ausgiebig studierte.

1950 sang er Beniamino Gigli vor und im selben Jahr erfolgte ein Vorsingen für den Intensivierungskurs des Maggio Musicale Fiorentino am Teatro Comunale di Firenze, bei dem der Jury-Vorsitzende Ildebrando Pizzetti auf Corellis außergewöhnlich eindrucksvolle, jedoch noch wenig ausgebildete Stimme aufmerksam wurde. Corelli erhielt ein Stipendium für ein 3-monatiges Gesangsstudium in Florenz. Dort ergaben sich für Corelli wichtige, nachhaltige Erstkontakte zur Sängern und Theaterleitern, darunter auch ein erstes Vorsingen für Tullio Serafin, das er jedoch vor Lampenfieber, das sich hier erstmals dokumentierte und mit dem er während seiner gesamten Karriere stark zu kämpfen hatte, nicht absolvieren konnte.

Ab den 1950er Jahren wurde er stimmlich von seiner späteren Ehefrau Loretta di Lelio betreut, die ihn mit der traditionellen Belcantoschule Antonio Cotognis vertraut machte, was zu einer Systematisierung von Corellis Gesangstechnik führte. In der Zeit von 1958 bis 1962 erfolgte eine intensive Zusammenarbeit mit dem Belcanto-Tenor Giacomo Lauri-Volpi, bei dem Corelli letzten „Feinschliff“ seiner Belcanto-Technik und Interpretationskunst erhielt. Außerdem zählte der Bariton Luigi Borgonovo zu seinen Lehrern, der ihn an der Opernschule der Mailänder Scala unterrichtete.

Frühe Jahre als Sänger, 1951–1960

Ab 1950 sang Corelli im italienischen Rundfunk und an kleineren Bühnen. 1951 nahm er am Gesangswettbewerb des Centro Sperimentale di Spoleto teil, wo er als ersten Preis eine dreimonatige Einstudierung der Tenor-Hauptpartie des Don José in Carmen mit Aufführung am dortigen Teatro Communale gewann. Diese Partie wurde in seiner gesamten Laufbahn zur meistgesungenen. Im Herbst 1951 folgte ein Engagement als festes Ensemblemitglied am Teatro dell’Opera di Roma, wo er am 31. Januar 1952 in der Titelrolle in Giulietta e Romeo von Riccardo Zandonai an der Seite von Maria Caniglia und Tito Gobbi debütierte. Die Auftritte als Romeo und im selben Jahr als Maurizio in Adriana Lecouvreur zeigten Folgen einer stimmlichen Überforderung, weshalb eine professionelle Arbeit an der Gesangstechnik notwendig wurde. In Rom kam es bei der Adriana Lecouvreur-Produktion auch zur Begegnung mit seiner späteren Ehefrau, der Sopranistin Loretta di Lelio, die ihn als Managerin und Stimmtrainerin förderte und seine Engagements begleitete, insbesondere nach Beendigung ihrer eigenen Karriere im Jahr 1959. Die Hochzeit fand 1961 statt.

Nach einem ersten erfolglosen Vorsingen 1953 folgte 1954 sein Debüt an der Mailänder Scala als Licinius in La Vestale an der Seite von Maria Callas. Ab 1955 gastierte Corelli regelmäßig an den großen italienischen Opernhäusern und zudem von 1955 bis 1961 jährlich bei den Opernfestspielen in Verona und beim Maggio Musicale Fiorentino. Ab 1955 sang er auch im Ausland. Sein Debüt an der Wiener Staatsoper hatte er 1957 als Radames in Aida und gastierte dort in Folge mehrfach bis Ende 1970. Auch am Teatro Nacional de São Carlos in Lissabon trat er mehrfach auf. Und er gastierte im Juni/Juli 1958 als Cavaradossi in Tosca in Deutschland, mit Auftritten an der Stuttgarter Staatsoper, am Staatstheater Wiesbaden und in München. Mit besonderem Erfolg sang er beim Abschlusskonzert der Weltausstellung 1958 in Brüssel. 1959 erhielt er sein Engagement als festes Ensemblemitglied der Scala.

Corelli gab von 1952 bis 1960 in Italien und Europa insgesamt 473 Vorstellungen an bedeutenden Opernhäusern; unter anderem in Rom, Triest, Sanremo, Turin, Florenz, Bozen, Neapel, Spoleto, Ravenna, Piacenza, Modena, Parma, Pavia, Bologna, Mailand, Rovigo, Catania, Venedig, Bergamo, Verona, Pisa, Lissabon; Madrid, Bilbao, Wien, Genf, Lausanne, Nizza, London, Wiesbaden, Stuttgart, München und Monte-Carlo. Dabei sang er 30 Hauptpartien, darunter die Titelrollen in Andrea Chénier, Don Carlos und Ernani, Turiddu in Cavalleria rusticana, Rodolfo in La Bohème, Sextus in Julius Caesar und Grigori in Boris Godunow. Mit Maria Callas trat Corelli mehrfach gemeinsam auf; so in Rom in Norma (1953, 1958), an der Scala in La vestale (Debüt 1954), in Fedora (1956), in Il pirata (1958), in Poliuto (1960) sowie später in Paris in Tosca und Norma (1964).

1961 wurde Corelli an die Metropolitan Opera verpflichtet und debütierte dort im Januar als Manrico in Il trovatore an der Seite von Leontyne Price als Leonora, die ebenfalls ihr Debüt gab. Bis 1975 war er Ensemblemitglied in New York, wo er in fünfzehn Spielzeiten 19 Partien in 361 Vorstellungen sang. Darunter waren die Titelpartie in Andrea Chénier, Enzo in La Gioconda, Maurizio in Adriana Lecouvreur, Canio in Pagliacci und Romeo in Roméo et Juliette.

Corellis Sängerkarriere befand sich Anfang der 1960er Jahre auf dem Höhepunkt, unter anderen mit den Hauptpartien als Chénier in Andrea Chénier, Cavaradossi in Tosca, Canio in Pagliacci, Radames in Aida, Don José in Carmen, Manrico in Il trovatore, Calàf in Turandot, als Poliuto in Poliuto, Rodolfo in La Bohème und als Werther in Werther.

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