An diesem Tag

Francisco de Paula Santander

Kolumbianischer Militär und Politiker

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Francisco José de Paula Santander y Omaña (* 2. April 1792 in Villa del Rosario de Cúcuta, Vizekönigreich Neugranada; † 6. Mai 1840 in Santa Fé de Bogotá, Republik Neu-Granada) war ein General der Neu-Grenadiner Union, Vizepräsident Großkolumbiens und Präsident der Republik Neugranada von 1831 bis 1837.

Der Sohn des Plantagenbesitzers Juan Agustín Santander Colmenares und seiner dritten Ehefrau Manuela Antonia de Omaña y Rodriguez studierte zuerst in der Schule von Villa del Rosario und auf der Hacienda seines Vaters, einen Kilometer östlich der Plaza Bolívar. Der Provinzgouverneur, der auch Kaffee und Zuckerrohr anbauen ließ, hatte das Gebäude und die dazugehörigen Felder, auf denen er zehntausend Kakaobäume bewirtschaftete, 1783 gekauft. Nach einem Erdbeben 1875 zerstört, wiederaufgebaut und 1971 restauriert, ist der Hof heute Museum.

1805 schickten seine Eltern den dreizehnjährigen Francisco José de Paula Santander y Omaña nach Bogotá ans Kolleg San Bartolomé, wo er 1808 seinen Bachiller (Vordiplom) in Latein und Philosophie ablegte und später Rechtswissenschaft zu studieren anfing.

Zu Beginn des Aufstands in Bogotá 1810 schloss sich der Urenkel eines Häuptlings den Aufrührern des 20. Juli an, ohne sein Studium formal abgeschlossen zu haben, seine Doktorarbeit zur praktischen Forensik hatte er allerdings eine gute Woche vorher eingereicht. Zuerst als Sekretär in der Militärinspektion eingesetzt, übte der Freiwillige diese Funktion ab November als Unterleutnant bei der Nationalgarde aus.

Mit Manuel Castillo y Rada, einem aus Cartagena de Indias stammenden Offizier, wurde er im März 1811 nach Mariquita und Honda entsandt, um einem Gegenputsch der Königstreuen vorzubeugen, aber in der Folge war er an Castillos Seite bei der Einverleibung der Provinz in die Cundinamarca, in der Antonio Nariño zentralistisch regierte.

1812 war Santander der Sekretär von Castillo und erlangte innerhalb kurzer Zeit seine Beförderungen zum Leutnant und Hauptmann. Als Antonio Baraya im Juli 1812 nach Cúcuta geschickt wurde, um die von dort eindringenden Spanier zu bekämpfen (s. die Erste Republik Kolumbien), gehörte er als Adjutant Barayas zu dem Feldzug und war bei den Überläufern, die den Föderalismus dem Zentralismus von Bogotá vorzogen. Er war an dem Feldzug von Dezember bis Januar 1813 im Auftrag des Kongresses von Tunja gegen Antonio Nariño beteiligt, der letztlich für die Föderalisten verloren ging. Er geriet, am Bein verletzt, nach der Schlacht von San Victorino (9. Januar 1813) in die Gefangenschaft der Zentralisten.

Nariño schickte die freigelassenen Föderalisten Simón Bolívar, als dieser um Unterstützung für seine Campaña Admirable bat. Als Major nahm Santander an den Kämpfen mit den Resten der Soldaten des aus Venezuela gekommenen Ramon Correa y Guevarra, die Simón Bolívar bei der Einnahme Cúcutas schwer geschlagen hatte, unter dem Befehl Castillos teil (Angostura de la Grita, 13. April 1813). Hervorstechend war seine Kritik am geplanten Venezuela-Feldzug des frischgebackenen Brigadegenerals Bolívar, den er für zu gewagt hielt. Er und Castillo widersetzten sich solange Bolívar zu Beginn seiner Campaña Admirable, bis dieser ihnen Ende Mai mit Erschießung wegen Insubordination drohte.

Als Oberst ließ ihn der Kongress von Tunja an der Grenze zu Venezuela mit 280 Mann patrouillieren, nachdem er sich und seinen Truppen eine Pause von der Vorbereitung des Venezuela-Feldzugs gegönnt hatte. Im Oktober 1813 erlag Santander der Übermacht Bartolomé Lizóns, der, aus Maracaibo kommend, mit den Männern von Ildefonso Casas, Cúcuta mit Guerilla-Methoden bekriegt hatte, in der Ebene von Carillo und entkam selbst nur mit knapper Not. Als Stellvertreter in der Division des Edinburghers Gregor MacGregor, stand er bald wieder vor der Situation gegen einen zahlenmäßig überlegenen Gegner, diesmal die Guerilla Aniceto Matutes, die sich mit Lizon und Casas’ verstärkt hatte, was zum Rückzug nach Bucaramanga führte.

Bis zum Februar 1814 hatte der Schotte seine Truppen soweit verstärkt, dass er Pamplona zurückerobern konnte, das Matute und Casas geräumt hatten. Bei der Verfolgung von Casas rieb ihn Santander in San Faustino am 6. Februar auf, MacGregor trieb den dezimierten Lizon auf Maracaibo. Dieser konnte nur deswegen entkommen, weil er einen Entlastungsangriff von Truppen aus Merida auf MacGregor erhielt (Portachuelo bei Estanques, 16. Februar 1814). Als MacGregor zum Chef der Grenztruppen ernannt wurde und in Villa del Rosario Quartier bezog, begleitete ihn Santander. Rafael Urdaneta, der im Herbst die Reste des Westheeres der Zweiten Republik Venezuelas nach Cúcuta geführt hatte, übernahm in der Folgezeit den Oberbefehl über die Grenztruppen und Santander als Vize. Als Urdaneta im Dezember nach Casanare abberufen wurde, erhielt Santander den Befehl über die Grenztruppen, die aber auf ein Minimum reduziert worden waren. Sein Auftrag beschränkte sich auf Hinhalten und Taktieren und schlimmstenfalls Pässe zu besetzen.

Der Einmarsch des spanischen Expeditionsheeres

Auf der Höhe von El Chopo erlebte er den Einzug des spanischen Expeditionsheeres in die Täler Cúcutas 1815. Santander vermied klug den Kampf mit dem überlegenen Gegner, bis er im Juli nach Ocaña berufen wurde, sich dort mit der Garnison zu verstärken und den Oberbefehl über die verbliebenen Resttruppen der Neu-Grenadiner Union in dieser Region zu übernehmen. Die eingedrungene Division von Sebastian de Calzada kontrollierte zwar die Region, konnte aber Santander nicht fassen. Dieser zog sich nach dem Fall von Mompós im Mai, während de la Calzada Pamplona okkupierte, auf Umwegen nach Girón (unmittelbar bei Bucaramanga) zurück. Diese gefeierte Feindumgehung unter erschwerten Bedingungen gestattete ihm, in Piedecuesta die Reste der Truppen von Urdaneta und Custodio García Rovira nach deren Niederlage von Chitagá am 25. November 1815 gegen de la Calzada zu inkorporieren. Bis Ende Januar 1816 schuf er ein Heer von zweitausend einigermaßen disziplinierten Truppen, auch mit den Resten der Einheiten aus Bogotá und der nördlichen Ostkordillere. García Rovira übernahm den Oberbefehl und Santander die Vorhut.

Mit diesem Heer stieß er erneut auf der Ostkordillere nach Norden vor, und diesmal war es Calzada, der zurückweichen musste. Auf der Suche nach ihm fand ihn García Rovira mit einer Divisionen auf den Höhen von Cachiri am 8. Februar 1816. In fünf Stunden bezwangen die Separatisten die Royalisten, aber der Sieg war nicht umfassend genug, und Calzada erholte sich schnell. Bereits 14 Tage später, nachdem Calzada von Morillo Verstärkungen erhalten hatte, griff er erneut unweit des ersten Schlachtortes in Alto Cachiri an und fügte den Patrioten eine verheerende Niederlage zu. Weil gleichzeitig der Marsch Mantillas auf Cúcuta zur Entlastung mit einer Niederlage endete, wurde García Rovira von der Neu-Grenadiner Union abberufen und durch Oberst Manuel Roergas de Serviez ersetzt, einem gebürtigen Franzosen. Santander blieb Stellvertreter.

Serviez hatte die schwierige Aufgabe, sich einem doppelt so starken Heer zu entziehen, das besser ausgerüstet und besser ausgebildet war als seines. So zogen sich die Patrioten immer weiter nach Süden in Richtung Bogotá zurück, bis man schließlich in die Ebenen von Casanare auswich, nachdem Tunja am 18. April in die Hände der Spanier gefallen war. Den Fall Bogotás Anfang Mai konnte die gebeutelte Division nicht verhindern, sie musste ihren Rückzug sichern und eine Lücke zum Durchstoßen in die weiten Ebenen finden. Die beiden Eroberer Bogotás, de la Calzada und Miguel de la Torre, der die Einheiten Calzadas verstärkt hatte, jagten die Patrioten durch die Ebenen in der Regenzeit. Santander nahm aktiv an den Kämpfen bei Guachiría (29. April) und Cabuya de Cáqueza (11. Mai) teil. Beim ersten Gefecht verhinderten die Spanier das Zusammentreffen mit Urdanetas Reitern, die er in Chire geworben hatte, die Vereinigung erfolgte erst am 1. Juli. Bei der zweiten Schlacht handelt es sich um das Gemetzel, das die Spanier unter den aus Bogotá fliehenden Patrioten an einem Flussübergang anrichteten.

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