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Francesco Solimena

Italienischer Maler (1657–1747)

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Francesco Solimena (* 4. Oktober 1657 in Canale di Serino, Provinz Avellino; † 3. April 1747 in Barra bei Neapel) war ein italienischer Maler und Freskant. Da er von Jugend an einen religiösen Habit trug, wurde er auch L’abate Ciccio genannt. Solimena war nach Luca Giordano der führende Maler Neapels, das er fast nie verließ, erhielt aber auch viele Aufträge aus ganz Europa.

Francesco Solimena war der älteste Sohn von Marta Grisignano und dem Maler Angelo Solimena (1629–1716), einem Schüler und Mitarbeiter von Francesco Guarino.

Seine erste Ausbildung erhielt er von seinem Vater, der ihm laut Bernardo De Dominici auch eine gediegene humanistische Bildung zukommen ließ. 1674 ging er nach Neapel in die Lehre bei Francesco di Maria. Von diesem trennte er sich jedoch bald, um sich alleine an den barocken Malereien Neapels zu schulen, insbesondere an den Werken des seinerzeit führenden neapolitanischen Meisters Luca Giordano, sowie Mattia Pretis und Lanfrancos.

In seiner Frühzeit in der zweiten Hälfte der 1670er Jahre arbeitete Solimena noch mit seinem Vater zusammen oder übernahm dessen Aufträge. Nach Ferdinando Bologna (1955 und 1958) resultiert daraus eine gewisse Schwierigkeit der Zuschreibungen von Werken beispielsweise in Solofra und Nocera Inferiore.

Sein erster wichtiger öffentlicher Auftrag war ein Deckenfresko in der Sankt-Annen-Kapelle (links vom Chorraum) der Kirche Gesù Nuovo in Neapel, die er 1677 ausführte, die aber nur fragmentarisch erhalten ist. Neben verschiedenen Werken für Kirchen in oder um Neapel und Salerno gehört zu seinem Frühwerk auch eine deutlich von Giordano beeinflusste Rosenkranzmadonna in der Berliner Gemäldegalerie, die möglicherweise identisch ist mit einem von De Dominici erwähnten bel quadro („schönes Bild“) für ein Dominikanerinnen-Kloster in Sessa Aurunca.

In den 1680er Jahren schuf Solimena Dekorationen und Altarbilder für die neapolitanischen Kirchen San Nicola della Carità (1682), Santa Maria Donnaregina Nuova (1683–84), San Giovanni in Porta (1684), Gesù delle Monache (1685), sowie die als Meisterwerk gefeierten Fresken in der Sakristei von San Paolo Maggiore (1689–1690). Einige dieser Werke befinden sich heute in Museen. Um 1687–1688 arbeitete er wieder in Gesù Nuovo in der Cappella della Visitazione, zur selben Zeit wie Luca Giordano, der die Cappella Merlino ausschmückte.

Von 1690 ist eine kleine Allegorie auf die Regierung Ludwigs XIV., die wahrscheinlich als Geschenk für den König vom Nuntius Filippo Antonio Gualtieri nach Frankreich mitgenommen wurde und sich heute in der Eremitage in Sankt Petersburg befindet; das darauf befindliche Medaillon wurde später mehrmals mit den Gesichtszügen anderer Herrscher übermalt.

Um 1690, laut De Dominici im Alter von etwa 32 Jahren, kam es zu einer relativ plötzlichen Änderung und Reifung von Solimenas Stil, der sich bis dahin stark an Giordano orientiert hatte. Diese Entwicklung wurde noch gefördert durch dessen zehnjährigen Spanienaufenthalt von 1692 bis 1702. Außerdem war der Weg für Solimena nun frei, um zum führenden Maler Neapels aufzusteigen.

Solimenas neuer Stil, der sich unter anderem in einer klareren Zeichnung und (v. a. bei Ölgemälden) in einem gewissen tenebristischen Einfluss besteht, findet sich beispielsweise in seinen Altarbildern für Santa Maria Egiziaca (1690 und 1696), im Triumph des hl. Ignatius in Gesù Vecchio (1692), und seinen Fresken in Santa Maria Donnalbina (um 1695), sowie in Gemälden für SS. Apostoli.

Gegen Ende des 17. Jahrhunderts kam der Maler in Kontakt mit dem Prior von Montecassino, für den er bereits 1698 vier Altarbilder fertigstellte, die bei der Zerstörung der Abtei im Zweiten Weltkrieg verloren gingen, von denen aber Entwürfe in diversen Museen erhalten sind (in Budapest, Mailand (Brera) und Toulon). Zu den wenigen Reisen des Künstlers nach außerhalb Neapels gehört ein Aufenthalt in Montecassino, wo er um 1701–1702 auch Fresken ausführte, und in Rom, wo ein Porträt von Papst Clemens XI. bei der Einkleidung einer seiner Nichten zur Nonne entstanden sein muss (heute: Uffizien, Florenz).

Im Frühjahr 1702 musste Solimena – wie er selber in einem Brief berichtete –, im Palazzo Reale in Neapel inmitten einer Schar von Zuschauern ein Porträt des jungen Königs Philipp V. von Spanien malen, das danach in vielen Kopien und Zweitversionen weiterverbreitet wurde; eine ovale Version des Bildes befindet sich heute im Palast von Caserta. Damit festigte sich auch sein Ruf als hervorragender Porträtist und führte in der Folge zu einer ganzen Reihe von Aufträgen der neapolitanischen Aristokratie und der Vizekönige.

Zwischen 1704 und 1707 entstand Solimenas Deckenfresko in der Sakristei von San Domenico Maggiore mit dem Thema: Triumph des Glaubens über die Häresie durch Wirken der Dominikaner.

Etwa um diese Zeit begann sich der Ruf Solimenas bis weit über die Grenzen Neapels auszubreiten. So übertrug man ihm nach dem Tode Luca Giordanos im Januar 1705 den Auftrag für 12 Gemälde für die Königliche Kapelle im Alcázar von Madrid.

Dem Maler gelang es außerdem erste Kontakte nach Venedig zu knüpfen, möglicherweise durch Vermittlung des mit ihm befreundeten Komponisten Alessandro Scarlatti und einiger Werke, die Solimena für dessen Gönner, den aus Venedig stammenden Kardinal Pietro Ottoboni, geschaffen hatte. So malte Solimena für Girolamo Canal, den Prokurator des Markusdoms, mindestens fünf seiner berühmtesten mythologischen Darstellungen: die 1704 datierte Venus und Vulkan, und zwei weitere Gemälde Aurora und Titon und Die Ermordung der Messalina im Getty Museum (Los Angeles), sowie Sofonisba erhält Gift vom Boten des Massinissa und Juno, Io und Argos, die sich heute in der Dresdner Galerie befinden.

Ein weiterer venezianischer Mäzen war Giambattista Baglioni, für den Solimena sieben Gemälde schuf, darunter die biblischen Szenen Rebecca am Brunnen sowie Rebecca und Eleazar (Gallerie dell’Accademia, Venedig).

Auch das berühmte Gemälde von Dido und Aeneas in der Londoner National Gallery entstand ursprünglich für Venedig. Derselben Thematik sind vier Gemälde gewidmet, die nach 1711 für den Marquis Bonaccorsi für die Galleria dell’Eneide in dessen Palazzo in Macerata entstanden.

Als das Königreich Neapel im Spanischen Erbfolgekrieg 1707 an die österreichischen Habsburger fiel, folgten zahlreiche Aufträge für den Vizekönig Wirich Graf Daun, sowie für den Wiener Kaiserhof und Prinz Eugen, für den Solimena das Hochaltarbild der Kapelle im Schloss Belvedere malte. Auch Lothar Franz von Schönborn, Fürstbischof von Mainz, nutzte den privilegierten Zugang zu Solimena und bestellte Gemälde von ihm. Solimena führte all diese Aufrtäge in Neapel aus und verschickte die Bilder von dort an die Auftraggeber.

Durch Vermittlung von Ambrogio Doria, der in Neapel für die Familie Giustiniani arbeitete, erhielt Solimena den Auftrag für drei zwischen 1713 und 1727 fertiggestellte große Gemälde für die Sala del Minor Consiglio im Palazzo Ducale von Genua, die jedoch bei dem großen Brand von 1777 zerstört wurden. Solimena malte außerdem einige Werke für einen Palast des Genueser Adligen Giacomo Filippo Durazzo.

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