An diesem Tag

François Hollande

Jurist, französischer Politiker, Staatspräsident 2012–2017

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François Gérard Georges Nicolas Hollande [[fʁɑ̃s'wa ɔl'ɑ̃d] ] (* 12. August 1954 in Rouen, Seine-Maritime) ist ein französischer Politiker der Sozialistischen Partei (PS) und war von Mai 2012 bis Mai 2017 Staatspräsident der Französischen Republik. Von 1997 bis 2008 war Hollande Vorsitzender der PS.

Protestantische Vorfahren der später katholischen Familie Hollande waren vor 400 Jahren aus den habsburgischen Niederlanden eingewandert. Sein Vater, der Hals-Nasen-Ohren-Arzt Georges Gustave Hollande (1923–2020), war praktizierender Katholik und Nationalist: Er sympathisierte während des Algerienkrieges mit der rechtsextremen OAS und kandidierte mehrfach auf kommunaler Ebene auf Listen der extremen Rechten. Hollandes Mutter Nicole Frédérique Marguerite Tribert (1927–2009) war Sozialarbeiterin und politisch eher links stehend.

Hollande besuchte das Lycée Pasteur in Neuilly-sur-Seine. Obwohl zunächst ausgemustert, leistete er freiwillig seinen Wehrdienst ab und studierte dann Rechtswissenschaften an der Universität Paris II. Er erwarb außerdem Abschlüsse dreier französischer Elitehochschulen, des Instituts d’études politiques de Paris (SciencesPo), der Handelshochschule École des hautes études commerciales (HEC) sowie der École nationale d’administration (ENA). Während seiner Zeit an der HEC stand er während der französischen Präsidentschaftswahl von 1974 einem Komitee zur Unterstützung von François Mitterrand (1916–1996) vor. 1980, nach dem Abschluss der ENA, begann er seine berufliche Karriere am Rechnungshof.

An der ENA lernte Hollande Ende der 1970er Jahre bei einem Studienprojekt über kommunale Problemgebiete seine spätere Lebensgefährtin und Parteikollegin Ségolène Royal kennen. Die beiden lebten fast 30 Jahre in einer Beziehung.

Parteieintritt und Einzug ins Parlament

1979 trat Hollande der Sozialistischen Partei bei und wurde durch die Fürsprache von Jacques Attali Berater François Mitterrands in Wirtschaftsfragen. Nach dem Wahlsieg Mitterrands bei der Präsidentschaftswahl 1981 folgte er diesem als Berater in den Élysée-Palast. Im gleichen Jahr kandidierte er erfolglos gegen Jacques Chirac für ein Parlamentsmandat im zentralfranzösischen Département Corrèze.

1983 wurde Hollande Büroleiter der Pressesprecher des Kabinetts Mauroy (der Regierung von Pierre Mauroy). Im gleichen Jahr wurde er zum Gemeinderat von Ussel im Département Corrèze gewählt; seine Bürgermeisterkandidatur scheiterte.

1988, nach der Wiederwahl Mitterrands als Präsident bei der Wahl 1988, kandidierte Hollande, diesmal erfolgreich, um ein Parlamentsmandat im Département Corrèze, wobei er den Wahlkreis gegenüber seiner Kandidatur 1981 wechselte. Im gleichen Jahr wurde er Professor für Ökonomie für die Studenten im dritten Studienjahr an der SciencesPo; diese Lehrtätigkeit praktizierte er bis 1991. 1989 wechselte er aus Ussel in den Gemeinderat von Tulle, wo er Beigeordneter des Bürgermeisters wurde.

1993 verlor Hollande sein Abgeordnetenmandat und übernahm bis 1997 den Vorsitz eines politischen Clubs (Club Témoin) unter der Regie von Jacques Delors. Gleichzeitig arbeitete er als Rechtsanwalt.

Rückkehr ins Parlament und Aufstieg zur Führungsfigur der Sozialisten

Innerparteilich unterstützte Hollande Anfang der 1990er Jahre die Strömung um Pierre Mauroy und Lionel Jospin, stand aber gleichzeitig in engem Kontakt mit Delors. In der PS wurde er 1994 Parteisekretär für Wirtschaftsfragen und im Vorfeld der französischen Präsidentschaftswahl 1995 Pressesprecher von Lionel Jospin für dessen Wahlkampagne. Die gleiche Funktion übernahm er nach der Wahl für die PS.

1997, beim Sieg der Gauche plurielle bei den Parlamentswahlen, wurde Hollande wieder zum Abgeordneten für Corrèze gewählt; das Mandat konnte er 2002 und 2007 verteidigen. Im gleichen Jahr wurde er, als Nachfolger des zum Premierminister ernannten Jospin, Parteivorsitzender (französisch Premier Secrétaire) der PS. Im Juni 1999 wurde Hollande zudem Abgeordneter des Europäischen Parlaments; dieses Mandat legte er aber bereits im Dezember 1999 nieder. Im selben Jahr wurde er zum Vizepräsidenten der Sozialistischen Internationale gewählt. 2001 wurde er dann Bürgermeister von Tulle.

Nach dem Debakel von Lionel Jospin bei der Präsidentschaftswahl 2002, der anschließenden Niederlage der PS bei den Parlamentswahlen und dem Rückzug Jospins aus der Politik übernahm Hollande von diesem die Führungsrolle innerhalb der PS. Er führte die Partei zum Wahlsieg bei den Regional- und Kantonalwahlen 2004, bei denen die linken Parteien, angeführt von der PS, 20 von 22 Regionen im europäischen Frankreich und Guadeloupe gewannen sowie in 51 der 100 Generalräte der Départements den Präsidenten stellten. Die PS gewann mit 29 Prozent der Stimmen auch deutlich die Europawahl im Juni 2004.

In der Debatte um die Europäische Verfassung stellte sich Hollande klar auf die Seite der Befürworter und widersetzte sich damit öffentlich dem zweiten Mann der Partei, Laurent Fabius. Auf Hollandes Initiative hin wurde ein parteiinternes Referendum zu dieser Frage abgehalten, bei dem seine Linie eine Mehrheit fand. Anschließend strukturierte er die Parteiführung um, wobei Fabius zwar in seinen Funktionen verblieb, aber viele andere Gegner der Europäischen Verfassung im Parteisekretariat durch Befürworter wie Martine Aubry, Dominique Strauss-Kahn oder Jack Lang ersetzt wurden. Nicht wenige unter ihnen hatten zuvor den Regierungen unter Jospin angehört. Hollandes Position wurde dann aber 2005 durch die Ablehnung der Europäischen Verfassung in einem nationalen Referendum geschwächt, bei der viele Sympathisanten der PS mit „Nein“ stimmten.

Verzicht auf Präsidentschaftskandidatur 2007

Im Vorfeld der Präsidentschaftswahl 2007 bewarb sich Hollandes Lebensgefährtin Ségolène Royal erfolgreich um eine Kandidatur als PS-Präsidentschaftskandidatin, während Hollande selbst auf eine Bewerbung verzichtete. Aus dieser Zeit stammt die scherzhafte Titulierung Hollandes als Monsieur Royal, obwohl sich das Paar 2007 privat wie politisch auseinandergelebt hatte. Royal profilierte sich in ihrer Wahlkampagne teilweise gegen die eigene Partei, was dem Ziel von Hollande, die Partei zu einen, zuwiderlief. Unmittelbar nach der von Royal verlorenen Präsidentschaftswahl gab das Paar seine Trennung bekannt (Hollande soll zu diesem Zeitpunkt schon länger mit seiner darauffolgenden Lebensgefährtin liiert gewesen sein).

Im März 2008 kandidierte Hollande erneut als Bürgermeister von Tulle, legte aber das Amt und auch sein Gemeinderatsmandat trotz eines Wahlsiegs unmittelbar danach nieder, um Präsident des Generalrates von Corrèze zu werden (Hintergrund: Abgeordnete der Nationalversammlung dürfen maximal ein Wahlamt auf kommunaler und regionaler Ebene ausüben). Im November 2008 kandidierte er, nach elf Jahren an der Parteispitze, nicht mehr als Premier Secrétaire der PS (er wurde von Martine Aubry abgelöst).

Kandidatur und erfolgreiche Präsidentschaftswahl 2012

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