An diesem Tag

Fox News Channel

US-amerikanischer Nachrichtensender

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Fox News Channel (abgekürzt FNC, häufig bloß Fox News oder Fox genannt) ist ein US-amerikanischer Nachrichtensender mit Sitz in New York. Er ging im Oktober 1996 auf Sendung und gehört zum Medienkonzern Fox Corporation des australisch-US-amerikanischen Unternehmers Rupert Murdoch. Mit bis zu 3,57 Millionen Zuschauern zur Primetime ist Fox News der meistgesehene Nachrichtenkanal der USA.

Der Sender wird dem rechtskonservativen und der Republikanischen Partei nahe stehenden Spektrum zugeordnet. Kritiker werfen dem Sender Verbreitung von Desinformation vor: In den Sendungen von Fox würden neben Nachrichten vielfach „Alternative Fakten“ bzw. Fake News verbreitet.

Rupert Murdochs News Corporation übernahm im Jahre 1985 die Holdinggesellschaft des Filmstudios 20th Century Fox und verkündete noch im gleichen Jahr Pläne, ein viertes Fernsehnetwork neben den bereits etablierten Networks ABC, CBS und NBC zu gründen. Nachdem Rupert Murdoch 1985 amerikanischer Staatsbürger geworden war (dies war nach den Regeln der amerikanischen Medienaufsicht FCC eine Voraussetzung für den Besitz von Fernsehsendern in den USA), erwarb er von Metromedia sechs Fernsehstationen in amerikanischen Großstädten. Dieser Erwerb bildete die Grundlage der Fox Broadcasting Company. Da diese im Laufe der Zeit einen erheblichen Marktanteil auf dem amerikanischen Fernsehmarkt erringen konnte, verkündete Murdoch im Januar 1996, einen 24-Stunden-Nachrichtenkanal nach dem Vorbild von CNN zu gründen. Als Chef des Senders konnte er den ehemaligen Berater der Republikanischen Partei und NBC-Mitarbeiter Roger Ailes gewinnen.

Nach einer Testphase ging der Fox News Channel am 7. Oktober 1996 auf Sendung. Beim Start hatte der Sender eine Reichweite von 10 Mio. Haushalten und war in vielen Großstädten, insbesondere in Los Angeles und New York City, zunächst nicht zu empfangen. Bis heute richtet sich der Sender eher an ein ländliches Publikum. Das Programm bestand tagsüber aus Nachrichtensendungen und abends aus Meinungsprogrammen wie The Five, The O’Reilly Factor (anfangs The O’Reilly Report) und Hannity. Ähnlich wie bei CNN wurde das laufende Programm bei aktuellen Ereignissen mit dem Fox News Alert unterbrochen, doch setzte Fox von Anfang an stärker als die Konkurrenz auf Infotainment; aufgrund des großen kommerziellen Erfolges des Senders färbte dies in der Folgezeit zunehmend auch auf die Mitbewerber ab und veränderte nach Ansicht von Beobachtern langfristig den Charakter des amerikanischen Nachrichtenfernsehens. Um die Verbreitung des Senders zu vergrößern, bot Murdoch den Kabelnetzbetreibern anfangs 11 Dollar pro Kunden an, wenn diese Fox News in ihr Angebot aufnahmen. Einen Rechtsstreit gab es um die Einspeisung des Senders in das Kabelnetz von New York City, welches dem Medienkonzern Time Warner gehörte. Dieser hatte kurz zuvor die Muttergesellschaft des Konkurrenten CNN übernommen und deshalb die Auflage bekommen, einen zweiten Nachrichtensender in sein Kabelangebot aufzunehmen. Time Warner wählte allerdings nicht Fox News, sondern den Konkurrenten MSNBC. Der Rechtsstreit wurde schließlich mit einem Vergleich beendet, der die Übernahme des Senders in das Kabelnetz der Stadt ermöglichte. Später spielte Fox News eine entscheidende Rolle sowohl bei der medialen Bekanntmachung als auch der Organisation der Tea-Party-Bewegung.

CEO des Senders war seit der Gründung zwanzig Jahre lang Roger Ailes. Im Juli 2016 kam es zum Skandal, als ihm mehrere Mitarbeiterinnen vorwarfen, sie sexuell belästigt zu haben. Ailes musste wenig später auf Druck von Rupert Murdoch seinen Posten räumen. Ähnlich erging es im April 2017 Bill O’Reilly, einem der Stars des Senders, von dem sich Fox News trennen musste, nachdem bekannt wurde, dass Millionenbeträge gezahlt worden waren, um Belästigungsvorwürfe gegen den Moderator außergerichtlich beizulegen. Nachdem sich zahlreiche wichtige Werbekunden geweigert hatten, weiter Spots in O’Reillys Sendung zu schalten, trennte sich der Sender im April 2017 auch von ihm.

Politische Ausrichtung und Neutralität

Fox News Channel gilt als ein Paradebeispiel für das Aufkommen dezidiert parteiischer Nachrichtensender im US-amerikanischen Fernsehen in den 1990er Jahren. Diese Entwicklung wird zumeist als schädlich für den öffentlichen Diskurs wahrgenommen, da weder MSNBC- noch Fox-News-Zuschauer angemessen mit abweichenden Meinungen konfrontiert werden, sondern darin bestärkt werden, ihre subjektive Weltsicht für objektiv richtig zu halten. Kritiker werfen dem Sender wiederholt Verbreitung von Desinformation vor. Ebenso wird kritisiert, Fox würde neben Nachrichten vielfach „Alternative Fakten“ bzw. Fake News verbreiten.

Fox News warb seit der Gründung 1996 mit dem Slogan Fair and Balanced (dt.: „Gerecht und ausgewogen“), der 2017 zugunsten von Most Watched. Most Trusted („Meistgesehen. Meistvertraut.“) aufgegeben wurde. Zu den Slogans gehört auch We report. You decide (dt.: „Wir berichten. Sie entscheiden.“) und beansprucht damit, eine neutrale Berichterstattung zu betreiben. Zahlreiche Wissenschaftler sowie Kritiker aus konkurrierenden Medien und der Demokratischen Partei sehen dagegen eine deutlich der politischen Rechten und der Republikanischen Partei zuneigende Ausrichtung des Senders, in besonderem Maße während des Irakkrieges, aber auch während des Wahlkampfes zur US-Präsidentschaftswahl 2008 und nochmals verstärkt seit der Amtsübernahme Barack Obamas. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass der Sender, vor allem jenseits der eigentlichen Nachrichtensendungen, Obama und Bill Clinton in der Regel sehr kritisch, George W. Bush hingegen insgesamt positiv darstellte. Dem wird vom Sender entgegengehalten, nicht etwa Fox News ergreife Partei für die Rechten, sondern praktisch die gesamte restliche Medienlandschaft der USA sei linkslastig und werde von Liberalen dominiert; einzig FNC betrachte „die konservative Sichtweise mit demselben Respekt wie die liberale Sichtweise.“

Die Wahrnehmung der Fox-Zuschauer folgt dieser Sichtweise und widerspricht dabei der Einschätzung der meisten Wissenschaftler: Eine 2007 veröffentlichte Umfrage des Rasmussen Reports untersuchte die öffentliche Wahrnehmung der politischen Ausrichtung der großen US-amerikanischen Medien einschließlich Fox News. Laut dieser Umfrage gaben 31 % der befragten Zuschauer an, Fox News habe eine konservative Voreingenommenheit, 15 % erklärten, der Sender habe eine linke Voreingenommenheit, und 36 % erklärten, dass Fox News’ Berichterstattung weder eine konservative noch linke Voreingenommenheit aufweise. Mit diesen 36 % erreichte Fox-News unter allen Nachrichtensendern und den großen amerikanischen Fernsehsendern (ABC, CBS, NBC) den höchsten Wert an Befragten, die einem Sender eine unvoreingenommene Berichterstattung zuschrieben. Im Vergleich dazu attestierten 32 % der Befragten CNN eine unvoreingenommene Berichterstattung, und nur 25 % der Befragten erklärten, dass ABC, CBS und NBC eine unvoreingenommene Berichterstattung hätten. 2019 beschrieben sich 93 % der Erwachsenen, die Fox News als ihre primäre politische Informationsquelle nannten, als republikanisch oder republikanisch tendierend.

In dem Film Outfoxed des Filmproduzenten Robert Greenwald wird dem Sender einseitige Berichterstattung und Manipulation vorgehalten. Ehemalige Mitarbeiter von Fox News berichten darin von Anweisungen, Republikaner positiv und Demokraten negativ darzustellen. Fox News wies den Vorwurf zurück. Einige der Befragten hätten nie für den Sender gearbeitet, andere wären aufgrund von Inkompetenz entlassen worden. Der Sender bot an, alle internen Anweisungen zu veröffentlichen, wenn die Macher des Films dies im Gegenzug auch tun würden.

Glenn Beck berichtete 2009, dass Roger Ailes die „Glenn Beck Show“ gezielt vom CNN-Ableger HLN zu Fox News abgeworben habe, weil der Sender die neue, vom demokratischen Präsidenten Obama geführte Regierung anzugreifen gedenke.

Im November 2011 kam eine Studie der Fairleigh Dickinson University zu dem Ergebnis, Zuschauer von Fox News seien nicht nur deutlich schlechter informiert als die anderer Sender, sie wüssten im Durchschnitt sogar weniger über das tatsächliche politische Tagesgeschehen als solche US-Amerikaner, die überhaupt keine Nachrichten sähen.

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