Der Flughafen Paris-Orly (IATA-Code: ORY, ICAO-Code: LFPO) ist nach Paris-Charles-de-Gaulle der zweitgrößte internationale Verkehrsflughafen der französischen Hauptstadt Paris. Er dient als Drehkreuz für Corsair International, Transavia France, French Bee und easyJet sowie hauptsächlich für Inlandsflüge der Air France und fertigte im Jahr 2025 etwa 34,9 Millionen Passagiere ab.
Der Flughafen löste in den 1950er Jahren Le Bourget als wichtigsten Pariser Flughafen ab und hieß damals schlicht Aéroport de Paris („Flughafen Paris“). Der Name Orly (nach dem Pariser Vorort Orly) war allerdings schon gebräuchlich und wird seit der Eröffnung des Großflughafens Paris-Charles-de-Gaulle allgemein verwendet.
Bereits in den 1920er Jahren wurden Wartungshallen auf dem Flugfeld bei Orly errichtet, unter anderem zwei 300 m lange Luftschiffhallen.
Während des Zweiten Weltkriegs wurde der Flughafen von 1940 bis 1944 durch die deutsche Luftwaffe besetzt. Der Stab und die II. Gruppe des Kampfgeschwaders 51 (Stab und II./KG 51) lagen vom Sommer 1940 bis ins Frühjahr 1941 in Orly und nahmen in dieser Zeit an der Luftschlacht um England teil.
Nach der Besetzung durch die Alliierten am 27. August 1944 wurde der Flugplatz von den Alliierten als Advanced Landing Ground ALG A-47 bezeichnet.
Orly wurde nach Kriegsende durch die US-amerikanischen Streitkräfte an die französischen Behörden übergeben, die ihn als zivilen Flughafen von Paris wieder in Betrieb nahmen. Im nördlichen Bereich behielten die US-Amerikaner jedoch ein Areal, das die United States Air Force als Orly Air Base bezeichnete und 1967 bis zum Austritt Frankreichs aus den militärischen Strukturen der NATO nutzte. Die Basis diente insbesondere als Logistikzentrum für den Lufttransport und dem NATO-Hauptquartier, das damals in Rocquencourt beheimatet war.
Bereits im Jahr 1948 fertigte der Flughafen 215.000 Passagiere ab. Im Jahr 1952 bezog Air France das Terminal Nord, das damals über Flugsteige und 50 PKW-Parkplätze verfügte. Zwei Jahre später wurde der Tower Orly Nord in Betrieb genommen. 1956 begann der Bau des Terminals Süd, das 1961 schließlich eröffnet wurde. 1966 folgte ein neuer Kontrollturm sowie 1971 mit Orly West das zweite neue Terminal.
Im Jahr 1991 wurde die Orlyval zwischen den Terminals und der S-Bahnlinie RER B in Betrieb genommen.
Das 15,5 km² große Areal des Flughafens ist seit vielen Jahren optisch unverändert. Dies ist auf ein Wachstumsverbot von 1996 für den Flughafen und die Errichtung des Flughafens Roissy (CDG) zurückzuführen. Mehr als 30 Millionen Fluggäste, 250.000 Flugbewegungen pro Jahr oder Nachtflüge (23:30 – 6:00 Uhr) sind vom Gesetzgeber 1996 verboten worden. Alle Starts danach müssen bis zum nächsten Morgen warten, ankommende Flüge werden nach Roissy umgeleitet. Dies soll die Anwohner vor zu viel Fluglärm schützen, aber auch den Verkehr von und nach Orly begrenzen.
Am 19. März 2019 erhielten die Terminals erstmals nach 58 bzw. 48 Jahren Betrieb neue Namenszuordnungen: Das bisherige Terminal Orly West wird nun als Orly 1 und Orly 2 bezeichnet, das bisherige Terminal Orly Süd als Orly 4. Das zwischen den zwei ursprünglichen Terminals neu errichtete Verbindungsgebäude wird als Orly 3 bezeichnet.
Der Flughafen liegt neun Kilometer südlich von Paris auf einem Gelände, das zu den Gemeinden Orly, Villeneuve-le-Roi, Athis-Mons, Paray-Vieille-Poste, Chilly-Mazarin und Wissous gehört.
Die Nationalstraße N7 verläuft, von Paris kommend, unter dem Terminal Orly 4 und den Startbahnen nach Süden, die nächste Autobahn ist die A6.
Mitte 2024 ist im Zuge des Projektes Grand Paris Express die Verlängerung der Linie 14 der Pariser Mêtro zum Flughafen Orly in Betrieb gegangen. Sie ist umsteigefrei die schnellste und höchstgetaktete Verbindung in die Innenstadt von Paris, beispielsweise in 26 Minuten zur Station Châtelet nahe der Île de la Cité.
Die automatischen Züge des Orlyval verkehren in wenigen Minuten zwischen den beiden Haltestellen Orly 4 und Orly 1/2/3 sowie weiter zur RER-Haltestelle Antony, wo man in die Linie RER B nach Paris umsteigen kann – Weiterfahrt zum Flughafen Paris-Charles de Gaulle siehe unten. Die Fahrt zwischen den Terminals ist kostenlos.
Der Flughafen ist an zwei Linien der S-Bahn RER angeschlossen, die Linie RER C hält an der Haltestelle Pont-de-Rungis/Aéroport d’Orly, von dort verkehrt ein Pendelbus zu den Terminals. Die Linie RER B hält an der Haltestelle Antony, wo man in die automatische Bahn OrlyVAL umsteigen kann, die an den Terminals hält.
Die Linie 7 der Pariser Straßenbahn bindet den Flughafen mit einer Fahrzeit von etwa 30 Minuten an die Metroendstation der Linie 7 in Villejuif an.
Die Pariser Verkehrsbetriebe RATP unterhalten reguläre Buslinien nach Orly; Linie 183 zur Métrostation Porte de Choisy, Linie 285 zur Métro Villejuif-Louis Aragon und zwei Routen der Noctilien genannten Nachtbuslinien zur Porte d’Italie und nach Athis Mons-Pyramide de Juvisy.
Schnellbusse verkehren als Jetbus nach Villejuif-Louis Aragon.