An diesem Tag

Florida Keys

Koralleninseln vor der Küste Floridas

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Die Florida Keys sind eine Kette aus über 200 Koralleninseln mit einer Gesamtlänge von über 290 Kilometern (180 Meilen). Sie liegen vor der Südspitze der Halbinsel Florida zwischen dem Golf von Mexiko und dem Atlantischen Ozean. Die Bezeichnung ist abgeleitet von dem spanischen Wort Cay für Sandinsel (auf einem Korallenriff).

Bis zu einem Hurrikan im Jahr 1935 waren die Inseln durch eine Eisenbahnstrecke verbunden. Heute sind die Inseln durch die 42 Brücken des Overseas Highway, der anstelle der Bahnstrecke errichtet wurde und bis nach Key West reicht, verbunden. Die bekannteste der Brücken ist die „Seven Mile Bridge“. Sie verbindet Vaca Key (Marathon) mit Bahia Honda und überquert dabei Pigeon Key. Ihrem Namen entsprechend hat diese Brücke eine Länge von sieben Meilen (elf Kilometer).

Nur mit dem Boot zu erreichen sind die abgelegenen und unbewohnten Inseln der Marquesas Keys (etwa 50 Kilometer westlich von Key West) und der Dry Tortugas (113 Kilometer westlich von Key West), die das eigentliche Ende der Florida Keys im Westen markieren. Ballast Key bildet den südlichsten Landpunkt der kontinentalen Vereinigten Staaten. Unter Wasser erstreckt sich das drittgrößte tropische Korallenriff der Welt.

Die Florida Keys liegen zwischen 24 und 25 Grad nördlicher Breite und somit in tropischem Gebiet. Klima, Flora und Fauna entsprechen eher den Verhältnissen in der Karibik als denen im Rest von Florida, obwohl die Karibischen Inseln vulkanischen Ursprungs sind. Das Klima der Florida Keys ist tropisch. Zudem ist es sehr stark vom Golfstrom geprägt, der warmes Wasser aus dem tropischen Bereich der Karibik nach Norden bringt.

Die durchschnittlichen Tagestemperaturen bewegen sich in Key West von Mai bis Oktober bei bis zu 32 °C. Die kältesten Monate von Dezember bis Februar bringen jedoch mit durchschnittlichen Tagestemperaturen von 24 °C immer noch größere Wärme als der Hochsommer in Deutschland (23 °C). Im Sommer führt vor allem die hohe Luftfeuchtigkeit dazu, dass die gefühlten Temperaturen deutlich oberhalb der tatsächlichen Temperatur liegen. Seit Beginn der Wetteraufzeichnungen wurde auf den Florida Keys keine Minustemperatur aufgezeichnet. Die niedrigste gemessene Temperatur in Key West war 5 °C.

Es gibt zwei unterschiedliche Wetterperioden: Feucht, heiß und schwül von Juni bis Oktober und trockener und kühler von November bis Mai. Des Weiteren befindet sich Key West inmitten der atlantischen Hurrikanzone und wird deswegen häufig von Hurrikanen heimgesucht. Statistisch regnet es in den Sommermonaten – wenn auch nur kurzfristig – an durchschnittlich 40 % der Tage.

Die Florida Keys sind die sichtbaren Teile eines alten Korallenriffes. Die nördlichste Insel dieses Riffes ist Elliott Key im Biscayne National Park. Nördlich von Elliott Key gibt es mehrere Übergangsinseln, die sich aus Sand auf Resten des alten Korallenriffes gebildet haben. Key Biscayne und weiter nördlich gelegene Inseln haben sich aus Sandbänken gebildet.

Die Florida Keys bekamen ihre heutige Form als Ergebnis drastischer Veränderungen in der Höhe des Wasserstandes als Folge der Eiszeiten. Vor ca. 125.000 Jahren begann in der Sangamon-Zwischeneiszeit, die der europäischen Eem-Warmzeit entspricht, der Anstieg des Meeresspiegels um 7,5 m bis 8 m oberhalb des heutigen Standes. Südflorida war zu diesem Zeitpunkt ein seichter See. Es formten sich mehrere parallel verlaufende Riffe südlich des überfluteten Florida, ungefähr beim heutigen Miami beginnend bis zu dem Gebiet, das als die Dry Tortugas bekannt ist. Aus diesem Kalksteinriff ragt Key Largo heraus. Die oberste Gesteinsschicht der heutigen Upper Keys bildete sich aus dem Kalkstein der damaligen Korallenriffe während die Rifffundamente und die Inseln der Lower Keys aus dem Kalkstein von Kalkalgen gebildet wurden.

Vor ungefähr 100.000 Jahren begann während der Wisconsin-Eiszeit der Meeresspiegel zu sinken, so dass das Korallenriff und sie umgebende Sedimente aus dem Meer herausragten. Vor 15.000 Jahren sank der Meeresspiegel 110 m unter den heutigen Level. Die aus dem Meer herausragenden Riffteile und Ablagerungen erodierten sehr stark. Vermutlich durch absterbende Vegetation verursachtes übersäuertes Wasser begann den Kalkstein aufzulösen. Der aufgelöste Kalkstein lagerte sich teilweise als Gips wieder ab. Der erodierte Kalkstein bildete Oolithe in dem flachen Meer neben dem Riff und bildete zusammen mit den skelettierten Überresten von Moostierchen die Oberfläche, aus der das südliche Florida und die Lower Keys von Big Pine Key bis Key West bestehen. Westlich von Key West ist das alte Riff von Kalksand überlagert.

Die frühesten Besiedlung der Florida Keys fand wahrscheinlich durch Indianer verschiedener Stämme statt, darunter den Vescayos, Matecumbes und Tequesta, gefolgt von den in Florida ansässigen Calusa und Seminolen sowie vielleicht auch karibischen Stämmen. Sie lebten nomadisch in den Keys und bereisten sie mit Pirogen, frühen einbaumähnlichen Booten. Sie nutzten die Keys als Fanggebiete für Fische, Meeresschildkröten, Manatis und Muscheln. Die ältesten Funde von Abfallhaufen aus Fischgräten und Muschelschalen lassen sich bis etwa 800 n. Chr. zurückdatieren, wobei eine deutlich frühere Besiedlung angenommen wird.

Neuzeitliche Entdeckung und Schiffsunglücke

Im Jahr 1513 erfolgte die neuzeitliche Entdeckung der Florida Keys durch den Spanier Juan Ponce de León, der sie auf der Suche nach dem legendären Jungbrunnen sichtete und aufgrund ihres Aussehens als „Los Martires“ (die Märtyrer) benannte. Für die Spanier waren die Inseln allerdings von wenig Interesse, da es hier nur wenig Trinkwasser und fruchtbaren Boden für die Ansiedlung gab; auch Bodenschätze gab es nicht zu entdecken. Einzelne Missionare aus Havanna versuchten, die ansässigen Indianer zum Katholizismus zu bekehren und ihnen zugleich den Hass auf die verfeindeten Engländer und Franzosen beizubringen – das Hauptinteresse der Spanier auf den Inseln galt allerdings allein dem Schutz der Flotten, die dieses Gebiet auf der Reise nach Spanien passieren mussten. Anders als andere karibische Inseln, die sich zu dieser Zeit zu spanischen Handelszentren entwickelten, blieben die Inseln während der etwa 250-jährigen Zugehörigkeit zu Spanien bis in das 18. Jahrhundert weitgehend unbesiedelt.

Aufgrund ihrer Lage am Rand der Floridastraße, einer seit dem Beginn der europäischen Kolonisierung stark genutzten Schifffahrtsstraße, gab es auf den Korallenriffen der Florida Keys allerdings eine große Anzahl von Schiffbrüchen. So sank 1622 die spanische Galeone Nuestra Señora de Atocha (kurz Atocha) an den Florida Keys, nachdem sie von einem Hurrikan überrascht wurde. Das mit Gold, Silber und Juwelen beladene Schiff wurde erst 1985 von dem Schatzsucher Mel Fisher wiederentdeckt. Einen Teil der Funde aus dem Wrack der Atocha ist im Mel Fisher Maritime Heritage Society Museum in Key West zu sehen. 1733 sanken bis auf ein Schiff alle 22 Schiffe einer Silberflotte, als sie durch einen Hurrikan gegen die Korallenriffe der Florida Keys getrieben wurde. Bei dem Untergang konnten sich jedoch viele Besatzungsmitglieder retten und die Spanier konnten einen Großteil der Schätze an Bord bergen. In den 1930er Jahren entdeckte der Taucher Art McKee die Reste der gesunkenen Flotte. Der Fundort eines der Wracks der Silberflotte von 1733 ist als Underwater Archaeological Preserve State Park geschützt.

Erst im 18. Jahrhundert wurden die Inseln von Zuwanderern der Bahamas intensiver besiedelt, die hierher kamen, um Holz zu schlagen und nach Schildkröten zu jagen. Die Siedler brachten Teile ihrer Kultur auf die Keys, darunter eine kulinarische Vorliebe für die Riesen-Flügelschnecke (Strombus gigas), die „Queen Conch“. Von der englischen Bezeichnung leitet sich auch der Name für langjährige Bewohner der Keys ab, die als „Conch“ bezeichnet werden.

Um 1820 kam es zur ersten intensiveren Besiedlung auf Cayo Hueso, der heutigen Insel Key West. Dies hing zusammen mit dem natürlichen Tiefwasserhafen der Insel, der besser gelegen war als der Hafen von Miami, der durch die nur vier Meter tiefe Untiefe von Biscayne Bay behindert wird. In Key West siedelten sich die so genannten „wrecker“ an, die auf Booten in die See fuhren, um auf die Riffe gelaufenen Schiffen zu helfen oder deren Ladung zu bergen. Wahrscheinlich lockten einzelne Wrecker allerdings auch ortsunkundige Schiffe durch falsche Leuchtzeichen auf die Riffe. Die profitable Tätigkeit der Wrecker nahm durch die Platzierung von festen Schiffen mit Leuchtzeichen an Schlüsselpunkten der Riffe ab, die etwa um 1850 durch Leuchttürme ersetzt wurden. Neben den Wreckern war auch das Schwammtauchen und der Schildkrötenfang sowie wahrscheinlich auch die Piraterie profitabel.

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