Florida (Aussprache amerikanisches Englisch [ˈflɔːɹɪdə] , auch [ˈflɑːɹɪdə], spanisch [floˈɾiða]) ist ein Bundesstaat im äußersten Südosten der Vereinigten Staaten von Amerika. Er ist bekannt als Sunshine State, der Sonnenscheinstaat. Er grenzt im Westen an den Golf von Mexiko, im Nordwesten an Alabama, im Norden an Georgia, im Osten an den Atlantischen Ozean und im Süden an die Meerenge von Florida und Kuba. Etwa zwei Drittel Floridas befinden sich auf einer Halbinsel zwischen dem Golf von Mexiko und dem Atlantischen Ozean, während der Festlandteil den Florida-Panhandle bildet.
Florida wurde häufig von Großbritannien angegriffen und begehrt, bevor Spanien es 1819 im Austausch für die Beilegung des Grenzstreits entlang des Sabine River im spanischen Texas an die USA abtrat. Florida wurde am 3. März 1845 als 27. Staat aufgenommen und war der Hauptschauplatz der Seminolenkriege (1816–1858), des längsten und umfangreichsten der amerikanischen Indianerkriege. Der Staat spaltete sich am 10. Januar 1861 von der Union ab und wurde einer der sieben ursprünglichen Konföderierten Staaten. Nach dem Bürgerkrieg wurde er am 25. Juni 1868 wieder in die Union aufgenommen.
Florida besteht aus der Halbinsel Florida sowie dem Festlandteil Florida Panhandle und liegt im Südosten der Vereinigten Staaten. An der Ostküste liegt der Atlantische Ozean, an der West- und an der Südküste der Golf von Mexiko.
Mit einer Länge von etwa 2.170 km (1.350 Meilen) hat Florida die längste Küstenlinie der zusammenhängenden Vereinigte Staaten (ohne die zahlreichen Barriereinseln). Er ist der einzige Bundesstaat, der sowohl an den Golf von Mexiko als auch an den Atlantischen Ozean grenzt. Mit über 23 Millionen Einwohnern ist er der drittbevölkerungsreichste Bundesstaat der Vereinigten Staaten hinter Kalifornien und Texas und rangiert in Bezug auf die Bevölkerungsdichte an achter Stelle (Stand: 2020). Der Großraum Miami, in dem die Städte Miami, Fort Lauderdale und West Palm Beach liegen, ist mit 6,138 Millionen Einwohnern der größte Großraum des Bundesstaates; die bevölkerungsreichste Stadt ist Jacksonville. Zu den anderen großen Bevölkerungszentren Floridas gehören der Großraum Tampa Bay, Orlando, Cape Coral/Fort Myers und die Hauptstadt Tallahassee.
Der Bundesstaat besitzt am südlichen Ende eine Inselkette, deren Inseln „Keys“ genannt werden. Die bekanntesten sind die Florida Keys, die durch 42 Brücken miteinander verbunden sind. Am Ende dieser Inselkette liegt Key West. Von dort aus sind es nur 140 Kilometer bis nach Kuba. In Key West befindet sich auch der südlichste Punkt der kontinentalen USA.
Mit einer Gesamtfläche von 170.304 km² hat Florida den 22. Platz unter den Bundesstaaten. 30.634 km² (17,99 %) des Staatsgebietes sind Wasserflächen.
Florida hat eine Breite von 260 km zwischen 79° 48′ W und 87° 38′ W sowie eine Länge von 800 km zwischen 24° 30′ N und 31° 00′ N.
Im Norden liegen die US-Bundesstaaten Georgia und Alabama. Florida liegt in der Nähe von Kuba, Haiti und anderen Ländern der Karibik. Nach Hawaii ist es der südlichste Staat der Vereinigten Staaten.
Das Kontinentalschelf von Florida ist eine über 700 km lange Ausbuchtung des nordamerikanischen Kontinents. Die Halbinsel Floridas ist der übermeerische Teil dieser Ausbuchtung, der Panhandle gehört zur Küstenebene des Golfs von Mexiko. Der tiefe Untergrund ist zusammengesetzt aus präkambrischem Vulkangestein, Sedimentgestein aus dem Devon und späteren vulkanischen Gesteinen aus Trias und Jura. Darüber liegen junge Sedimentgesteine aus allen Perioden zwischen Jura und dem Holozän. Strukturprägend ist Kalkstein, der überwiegend stark porös ist. In diesem porösen Kalkstein liegt der für die Süßwasserversorgung Floridas bedeutende zentrale Aquifer. Die chemische Erosion an der Oberfläche des Kalksteins führt zu Karsterscheinungen.
Florida ist besonders durch steigende Meeresspiegel betroffen. In Miami Beach ist der Meeresspiegel seit etwa 1920 um 23 cm gestiegen. Das steigende Salzwasser dringt in den Aquifer ein und führte seit den 1990er-Jahren zum Verlust von Trinkwassergewinnungen. Außerdem verlieren Entwässerungsgräben ihr Gefälle gegen das Meer, so dass Überflutungsbereiche nicht mehr trockengelegt werden können.
Das Klima in Florida variiert von subtropisch im Norden bis tropisch im Süden. Neben Hawaii ist Florida der einzige Staat mit tropischem Klima, weshalb sich hier gleich mehrere einzigartige Ökosysteme befinden, darunter die Sümpfe des Everglades National Park, die größte tropische Wildnis der USA und eine der größten Amerikas. Zu den einzigartigen Wildtieren gehören der amerikanische Alligator, das amerikanische Krokodil, der amerikanische Flamingo, der Rosalöffler, der Florida-Panther, der Große Tümmler und die Seekuh. Das Florida-Riff ist das einzige lebende Korallenriff auf dem US-amerikanischen Festland und nach dem Great Barrier Reef und dem Belize Barrier Reef das drittgrößte Korallenriffsystem der Welt.
Florida liegt im Wesentlichen in der feucht subtropischen Klimazone (Ostseitenklima), lediglich der äußerste Süden (sowie ein schmaler Streifen an der Südostküste) befindet sich in den feuchten Tropen. In der Zeit von Juni bis November wird Florida häufig von teils heftigen tropischen Stürmen (Hurrikanen) heimgesucht. Die Winter sind mit Temperaturen um 25 °C warm. Schnee ist in Florida sehr selten.
In Florida wachsen vor allem Subtropische Feuchtwälder – größtenteils aus Kiefern und verschiedenen Palmenarten bestehend – die im äußersten Süden und an den südlichen Küstenbereichen in tropische Vegetationsformen übergehen – hier seien vor allem die Sumpfzypressenwälder, die „Tropenwaldinseln“ in den Everglades-Sümpfen (Hammocks) und die Mangrovenwälder an der Küste genannt. Im Landesinnern bilden die Wälder zum Teil offene Bereiche, die als „Prärien“ bezeichnet werden, obgleich sie neben Gräsern auch einen hohen Gehölzanteil aufweisen. Die Artenvielfalt und Biodiversität des Staates gehört zu den höchsten in den USA.
In den zum Teil noch weitgehend naturbelassenen Landschaften haben über fünfzig vom Aussterben bedrohte Arten ihr Zuhause, darunter die karibische Seekuh, die Lederschildkröte, Atlantik-Bastardschildkröte und Karettschildkröte und das Spitzkrokodil in den Gewässern, die Säugetiere Florida-Panther (Puma-Unterart), Key-Weißwedelhirsch und Florida-Bulldoggfledermaus sowie zahlreiche Vogelarten einschließlich des Weißkopfseeadlers.
Florida gehört weltweit zu den Schwerpunktorten für invasive Fremdarten, die durch den Menschen eingeschleppt wurden. Dazu zählt etwa die Beifuß-Ambrosie, der Asiatische Marienkäfer oder der Dunkle Tigerpython in den Everglades. Die Nähe der Naturräume zu den dicht besiedelten Küstenstädten mit reichlich Tourismus und Handelsverkehr begünstigt diese Entwicklung. Nicht alle Neuankömmlinge sind zwangsläufig schädlich. In Florida sind jedoch etliche Arten dabei, die eine große Gefahr für die bedrohten einheimischen Arten geworden sind. Insbesondere der Python hat sich in Südflorida enorm vermehrt und (Stand 2015) bis zu 99 Prozent der vorhandenen Opossums, Waschbären oder Marschkaninchen vernichtet. Die aus Südostasien stammende Schlange wurde wahrscheinlich von privaten Schlangenhaltern ausgesetzt, als Import und Verkauf von Würgeschlangen in Florida noch legal waren. Angesichts der Problematik wurde das mittlerweile verboten. Heute zahlt die Wasserbehörde eine Prämie für jeden erlegten Python. Angesichts der vermuteten 30.000 Tiere ist das jedoch ein aussichtsloser Kampf.
Florida hat 21,47 Mio. Einwohner (Stand Juli 2019), davon sind 77,3 % Weiße (dabei 26,1 % Hispanics und Latinos), 16,9 % Afroamerikaner, 3,0 % Asiatische Amerikaner. Basierend auf den Bevölkerungsschätzungen des United States Census Bureau überholte Florida den Bundesstaat New York und ist seit 2014 der drittbevölkerungsreichste Bundesstaat der Vereinigten Staaten. Die beiden Staaten mit einer größeren Bevölkerung sind Kalifornien und Texas.
Die Bevölkerung Floridas gehört vor allem verschiedenen protestantischen Kirchen an. Jedoch steigt der Anteil der Katholiken rasant, vor allem wegen der Immigration von Einwanderern aus Kuba, der Dominikanischen Republik und aus anderen lateinamerikanischen Staaten.