An diesem Tag

Flaminius Raiberti

Französischer Politiker, Mitglied der Nationalversammlung

Anúncio

Flaminius Raiberti, auch als 4. Baron Raiberti bekannt, (geboren am 13. April 1862 in Nizza; gestorben am 16. Dezember 1929 ebenda) war ein französischer Rechtsanwalt und Politiker der Dritten Republik.

Raiberti stammte aus einer Adelsfamilie der Grafschaft Nizza und wurde 1822 vom König von Sardinien, Karl Felix, zum Baron ernannt. Er studierte an der juristischen Fakultät von Paris bis zur Promotion, bevor er als Rechtsanwalt an der Rechtsanwaltskammer von Nizza zugelassen wurde, stieg jedoch bald in die Politik ein.

Zu Beginn seiner politischen Laufbahn 1888 stand er dem Boulangismus nahe. Unter dessen Schirmherrschaft kandidierte er erfolglos bei den Parlamentswahlen von 1889 in Nizza. Bei der Nachwahl im März 1890 kandidierte Raiberti erneut; diesmal aber für die politische Mitte (der Boulangismus war inzwischen durch die Flucht Georges Boulangers zusammengebrochen). Er siegte knapp und zog als Fraktionsloser in die Abgeordnetenkammer ein.

In der Folge – er gehörte der Kammer bis 1922 an – stand er den sehr konservativen Républicains progressistes nahe, später der ähnlich ausgerichteten Fédération républicaine (dementsprechend stimmte er gegen das Gesetz zur Trennung von Kirche und Staat). Mit seiner Annäherung an die Fédération des gauches rückte er politisch mehr in die Mitte, was sich auch bei seinem Wechsel zur Parti républicain démocratique bestätigte. Im Parlament, dem er bisher fraktionslos angehört hatte, war er nun zunächst Teil der Gauche démocratique, danach der Union républicaine et démocratique (beide ebenfalls Mitte-rechts). Von 1922 bis 1929 war er Mitglied des Senats.

Raiberti war in dieser Zeit auch als Lokalpolitiker aktiv: Von 1901 bis zu seinem Tod 1929 war er Generalrat des Départements Alpes-Maritimes und von 1901 bis 1926 dessen Präsident.

1920/21 war er Kriegsminister im Kabinett von Georges Leygues und 1922 Marineminister im zweiten Kabinett Raymond Poincarés.

1911 heiratete er Antonia Malausséna. Sie hatten eine Tochter, Flaminia. Er starb nach langer Krankheit und wurde auf dem Friedhof Château in Nizza unter einem von Théodore Rivière geschaffenen Skulpturenpaar beigesetzt.

Giulio De Orestis di Castelnuovo: La noblesse Niçoise. Imprimerie du Commerce, P. Lersch & A.-N. Emanuel, 1912.

Jean Jolly: Dictionnaire des parlementaires français (1889–1940). PUF, 1960 (assemblee-nationale.fr).

Flaminius Raiberti. In: Assemblée nationale. Abgerufen am 11. Mai 2026 (französisch).

RAIBERTI Flaminius Ancien sénateur des Alpes-Maritimes. In: Sénat. Abgerufen am 11. Mai 2026 (französisch).

Angaben zu Flaminius Raiberti in der Datenbank der Bibliothèque nationale de France.

Anúncio

Bald in der World in Stories App

Audio, Offline-Download, keine Werbung und mehr.

Premium entdecken
Flaminius Raiberti | World in Stories