An diesem Tag

Financial Times

International täglich erscheinende britische Wirtschaftszeitung

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Die Financial Times (FT) ist eine britische Tageszeitung, die im Broadsheet-Format gedruckt und digital veröffentlicht wird und sich auf Wirtschaftsnachrichten konzentriert. Die Zeitung mit Sitz in London gehört der japanischen Nikkei-Holding und unterhält weitere Redaktionsbüros in Großbritannien, den USA und Kontinentaleuropa. Im Juli 2015 verkaufte die Mediengruppe Pearson die Publikation, die sie seit 1957 besaß, an Nikkei für 844 Millionen Pfund (1,2 Mrd. Euro). Im Frühjahr 2019 meldete die FT eine Million zahlende Abonnements, von denen drei Viertel digitale Abonnements sind. Die Zeitung konzentriert sich vor allem auf Finanzjournalismus und Wirtschaftsanalyse gegenüber einer allgemeinen Berichterstattung. Die FT sponsert einen jährlichen Buchpreis und kürt die Financial Times Person of the Year.

Die Zeitung wurde 1888 von James Sheridan als London Financial Guide gegründet und im selben Jahr in Financial Times umbenannt. Die Zeitung stand in Konkurrenz zur Financial News, die über die Neuigkeiten der City of London berichtete. 1945 wurden beide Zeitungen fusioniert, wodurch eine der größten Wirtschaftszeitungen der Welt entstand. Die zunehmende Globalisierung des späten 19. und 20. Jahrhunderts begünstigte die redaktionelle Erweiterung der FT, wobei Meinungsspalten, Sonderberichte, politische Cartoons, Leserbriefe, Buchbesprechungen, Technologieartikel und globale politische Analysen hinzugefügt wurden. Die Zeitung ist an ihrem hellrosa-farbigen Papier zu erkennen.

Die redaktionelle Haltung der Financial Times ist wirtschaftsliberal, insbesondere argumentiert sie für Freihandel und freie Märkte. Seit ihrer Gründung unterstützt die Zeitung die liberale Demokratie und klassisch-liberale Politik, sowie internationale Organisationen. Die FT veröffentlicht eine Vielzahl von Finanzindizes, vor allem den FTSE 100 Index. Die Financial Times hat ihren Hauptsitz im Bracken House in der Cannon Street 10 in der Nähe des Finanzzentrums der City of London, wo sie ihren Verlag, ihr Unternehmenszentrum und ihre Hauptredaktion unterhält.

2020 war die Financial Times das in Deutschland meistzitierte ausländische Wirtschaftsmedium.

Die FT wurde am 10. Januar 1888 von Horatio Bottomley als London Financial Guide ins Leben gerufen und am 13. Februar desselben Jahres in Financial Times umbenannt. Die Zeitung bezeichnete sich selbst als Freund des „ehrlichen Finanziers, des Bona Fide Investors, des respektablen Börsenmaklers, des echten Firmenlenkers und des legitimen Spekulanten“ und war eine vierseitige Zeitschrift. Die Leserschaft war die Finanzgemeinschaft der City of London, und der einzige Konkurrent der FT war die etwas ältere (1884 gegründete) Financial News. Am 2. Januar 1893 begann die FT, auf hellrosa Papier zu drucken, um sich von der ähnlich klingenden Financial News abzuheben. Zu dieser Zeit war es billiger, auf ungebleichtem Papier zu drucken, aber heutzutage ist es teurer, da das Papier speziell gefärbt werden muss.

Nach 57 Jahren Rivalität wurden die Financial Times und die Financial News 1945 von Brendan Bracken zu einer einzigen sechsseitigen Zeitung zusammengelegt. Die Financial Times brachte eine höhere Auflage, während die Financial News einen Großteil des redaktionellen Talents lieferte. Die berühmte Lex-Kolumne der FT wurde ebenfalls von Financial News eingeführt.

Gordon Newton, ein Absolvent der University of Cambridge, wurde 1949 Chefredakteur und führte kurz darauf eine neuartige Einstellungsrichtlinie ein. Dabei wurden hauptsächlich frische Universitätsabsolventen, hauptsächlich aus Oxbridge, als angehende Journalisten eingestellt. Einer der ersten derartig rekrutierten Journalisten war der künftige britische Schatzkanzler Nigel Lawson. Diese besondere Einstellungspolitik der FT war bei der National Union of Journalists allerdings nicht beliebt und wurde 1966 wieder eingestellt.

1957 übernahm die Mediengruppe Pearson die Financial Times. Im Laufe der Jahre wuchs die Größe, Leserschaft und Reichweite der Zeitung. Sie etablierte Korrespondenten in allen großen Städten der Welt, was die Entwicklung der Weltwirtschaft hin zu zunehmender Globalisierung widerspiegelte. Als der grenzüberschreitende Handel und die Kapitalströme in den 1970er Jahren zunahmen, begann die FT mit der internationalen Expansion, was durch technologische Entwicklungen und die wachsende Akzeptanz von Englisch als internationale Geschäftssprache erleichtert wurde. Am 1. Januar 1979 wurde die erste FT (Continental Europe Edition) in Frankfurt am Main gedruckt. Seitdem hat sich die FT mit zunehmender internationaler Berichterstattung zu einer globalen Zeitung entwickelt, die an 22 Standorten mit fünf internationalen Ausgaben für Großbritannien, Kontinentaleuropa, die USA, Asien und den Nahen Osten gedruckt wird.

Die europäische Ausgabe wird in Kontinentaleuropa und Afrika vertrieben. Sie wird von Montag bis Samstag in fünf Zentren in ganz Europa gedruckt und berichtet über die Europäische Union, den Euro und europäische Wirtschaftsnachrichten. Zwischen 1997 und 2000 wurde die Website mehrfach überarbeitet und die Strategie geändert, da die FT Group und Pearson online auf Änderungen reagierten. FT führte 2002 Abonnementdienste ein. FT.com ist eine der wenigen britischen Nachrichtenseiten, die sich erfolgreich durch Einzelabonnements finanzieren kann.

1997 brachte die FT eine US-Ausgabe heraus, die in New York City, Chicago, Los Angeles, San Francisco, Dallas, Atlanta, Orlando und Washington, D.C. gedruckt wurde. Im September 1998 war die FT die erste in Großbritannien ansässige Zeitung, die international mehr Exemplare verkaufte, als in Großbritannien. Im Jahr 2000 begann die Financial Times mit der Veröffentlichung einer deutschsprachigen Ausgabe, der Financial Times Deutschland (FTD), mit einem Nachrichten- und Redaktionsteam in Hamburg. Die Erstauflage im Jahr 2003 betrug 90.000 Stück. Es war ursprünglich ein Joint Venture mit dem deutschen Verlag Gruner + Jahr. Im Januar 2008 verkaufte die FT ihren 50-%-Anteil an ihren deutschen Partner. FT Deutschland hat nie einen Gewinn erzielt und soll über 12 Jahre Verluste in Höhe von 250 Mio. € angehäuft haben. Sie wurde am 7. Dezember 2012 eingestellt. Seit 2005 sponsert die FT die jährliche Auszeichnung „Financial Times“ und den Preis „Goldman Sachs Business Book of the Year“.

2005 wurde die Zeitung im Rahmen einer Umfrage zur „besten Zeitung der Welt“ gekürt.

Am 23. April 2007 führte die FT eine aktualisierte Printversion der Zeitung ein und stellte einen neuen Slogan vor: „We live in Financial Times“ (Wir leben in finanziellen Zeiten). 2007 führte die FT als erste Zeitung eine Paywall ein, bei der Besucher der Website eine begrenzte Anzahl von Artikeln lesen konnten, bevor sie zur Zahlung aufgefordert wurden. Vier Jahre später startete die FT ihre mobile Internet-App mit HTML5. Im Jahr 2012 übertraf die Zahl der digitalen Abonnenten erstmals die Auflage der Zeitung, und die FT erzielte fast die Hälfte ihres Umsatzes mit Abonnements und nicht mit Werbung. Die FT ist seit 2010 auf dem Bloomberg Terminal verfügbar. Ab 2015 erhielten Besucher der Webseite anstelle der Paywall mit freien Artikeln pro Monat stattdessen einen Monat lang uneingeschränkten freien Zugang, wonach sie zu einem Abonnement aufgefordert wurden.

Am 23. Juli 2015 verkaufte Pearson die Financial Times Group für 844 Mio. GBP (1,2 Mrd. Euro) an Nikkei, Inc. 2016 erwarb die Financial Times eine Mehrheitsbeteiligung an Alpha Grid, einem in London ansässigen Medienunternehmen, das sich auf die Entwicklung und Produktion von Inhalten für eine Reihe von Kanälen spezialisiert ist, darunter Rundfunk, Video, Digital, Social Media und Events.

2019 hat die FT erstmals in ihrer 131-jährigen Geschichte mit Roula Khalaf eine Frau als Chefredakteurin berufen.

Im Januar 2019 begann die FT mit einer Reihe investigativer Artikel, in denen der Verdacht auf Bilanzbetrug beim deutschen Zahlungsdienstleister Wirecard ausgeführt wurde. Als der Kurs der Wirecard-Aktie fiel, spekulierten deutsche Medien, dass hinter diesem Angriff auf ein deutsches Unternehmen Marktmanipulationen stecken würde, hinter der sich der Autor der FT-Serie, Dan McCrum, verberge. Die Staatsanwaltschaft München leitete daraufhin eine Untersuchung wegen angeblichen Verstößen gegen das Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) ein. Nach der förmlichen Beschwerde eines Investors, von Wirecard und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) kündigte der zuständige Staatsanwalt weitere Ermittlungen gegen mehrere FT-Journalisten an.

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