Das Fußball-WM-Finale 2014 zwischen Deutschland und Argentinien war das Endspiel der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien und fand am 13. Juli 2014 im Maracanã-Stadion in Rio de Janeiro statt. In diesem Spiel besiegte Deutschland die Mannschaft aus Argentinien durch ein Tor von Mario Götze mit 1:0 nach Verlängerung und errang hierdurch seinen vierten WM-Titel. Es war das dritte Aufeinandertreffen beider Nationen in einem Finale einer Fußball-Weltmeisterschaft, nachdem die Argentinier 1986 und die Deutschen 1990 gewonnen hatten, und der erste Titelgewinn einer europäischen Fußballnationalmannschaft auf dem amerikanischen Doppelkontinent.
Das WM-Finale war das 21. Länderspiel zwischen dem bis dahin dreimaligen Weltmeister Deutschland und dem zweifachen Titelträger Argentinien. In den 20 Spielen zuvor war Deutschland sechs Mal und Argentinien neun Mal als Sieger hervorgegangen, fünf Partien hatten unentschieden geendet. In der Bilanz von WM-Spielen beider Teams gegeneinander lag Deutschland mit vier Siegen, einem Unentschieden und einer Niederlage vorn. Die letzte Begegnung vor dem WM-Finale hatte Argentinien im Freundschaftsspiel am 15. August 2012 in Frankfurt mit 3:1 für sich entschieden.
Beide Mannschaften hatten die Gruppenphase der WM 2014 als Sieger ihrer jeweiligen Gruppe beendet. Die deutsche Mannschaft hatte sich mit zwei Siegen und einem Unentschieden durchgesetzt. Argentinien blieb mit drei Siegen ohne Punktverlust. Im Achtelfinale bezwang Deutschland Algerien mit 2:1 n. V., Argentinien besiegte die Schweiz mit 1:0 n. V. Im Viertelfinale setzte sich Deutschland gegen Frankreich mit 1:0 durch, während Argentinien Belgien ebenfalls mit 1:0 besiegte. Im Halbfinale erreichte die deutsche Mannschaft gegen den WM-Gastgeber Brasilien mit 7:1 einen Kantersieg, während Argentinien die Niederlande nach torlosen 120 Spielminuten im Elfmeterschießen mit 4:2 besiegte.
Deutschland zog bei seiner 18. Endrundenteilnahme zum achten Mal in das Endspiel einer Weltmeisterschaft ein, für Argentinien war es das fünfte Finale bei 16 Endrundenteilnahmen. Deutschland stand zuletzt 2002, Argentinien 1990 in einem WM-Finale. Beide Mannschaften trafen nach 1986 und 1990 zum dritten Mal in einem WM-Endspiel aufeinander, so oft wie bis dahin keine anderen bei Fußballweltmeisterschaften.
Bundestrainer Joachim Löw sprach vor dem Spiel von einem „Duell auf Augenhöhe“, zeigte sich aber dennoch optimistisch zu den Erfolgsaussichten: „Wenn wir unsere Qualität durchbringen können, dann werden wir dieses Spiel gewinnen.“ Argentiniens Nationaltrainer Alejandro Sabella warnte im Vorfeld vor einem „mächtigen Rivalen“ und forderte von seinen Spielern „Demut und Opferbereitschaft“.
Bei Argentinien saß Ángel Di María wegen einer Muskelverletzung, die er sich im Viertelfinale gegen Belgien zugezogen hatte, nur auf der Ersatzbank. Davon abgesehen stand der argentinischen Mannschaft der komplette WM-Kader zur Verfügung. Bei der deutschen Mannschaft hatte sich Sami Khedira in der Aufwärmphase vor Spielbeginn eine Wadenverletzung zugezogen und wurde deshalb in der Startelf durch Christoph Kramer ersetzt. Neben Khedira fiel auch Shkodran Mustafi aus, der sich im Achtelfinalspiel gegen Algerien verletzt hatte.
Das Spiel war ein ausgeglichener, nicht immer hochklassiger und teilweise hart geführter Schlagabtausch. Deutschlands Spielweise war auf Ballbesitz und Spielkontrolle ausgelegt, während Argentinien seine Angriffe zumeist im schnellen Konterspiel vortrug und hierdurch zunächst zu den besseren Torchancen kam. Allein Gonzalo Higuaín ließ in der ersten halben Stunde des Spiels drei Möglichkeiten zum Führungstreffer ungenutzt. Die erste in der vierten Minute verzog er aus spitzem Winkel. In der 21. Minute fing er eine Kopfballrückgabe von Toni Kroos ab, schoss jedoch, unbedrängt und nur Torwart Manuel Neuer vor sich, den Ball links am deutschen Tor vorbei. In der 30. Minute traf Higuaín dann aus kurzer Distanz nach Zuspiel von Ezequiel Lavezzi. Dieser Treffer wurde jedoch wegen der Abseitsposition des Schützen nicht gewertet. Christoph Kramer war zuvor in der 17. Minute mit Ezequiel Garay im argentinischen Strafraum zusammengeprallt. Dass er dabei eine Gehirnerschütterung inklusive Gedächtnisverlust erlitten hatte, wurde klar, als er den Schiedsrichter Nicola Rizzoli fragte, ob er sich im WM-Endspiel befinde. Daraufhin wurde er in der 31. Minute durch André Schürrle ersetzt. In der 36. Minute schoss Schürrle nach Zuspiel von Thomas Müller per Direktabnahme aufs Tor. Der argentinische Schlussmann Sergio Romero konnte den Schuss abwehren; ein Treffer hätte überdies wegen der Abseitsposition Mesut Özils, der Romero die Sicht verdeckte, nicht gezählt. Im Gegenzug hatte Lionel Messi in der 40. Minute Neuer bereits überwunden, Jérôme Boateng konnte aber den Rückpass auf Lavezzi klären. Zum Ende der ersten Halbzeit vergab Benedikt Höwedes die bis dahin beste deutsche Chance, als er nach einer Ecke von Kroos mit einem Kopfball nur den rechten Pfosten traf.
Zu Beginn der zweiten Halbzeit kam zur Verstärkung der argentinischen Offensive Sergio Agüero für Lavezzi ins Spiel, während die deutsche Mannschaft zunächst auf weitere Wechsel verzichtete. Messi verfehlte in der 47. Minute das deutsche Tor, als sein Schuss knapp am rechten Pfosten vorbeistreifte. Ein hartes Einsteigen von Neuer in der 56. Minute gegen Higuaín an der deutschen Strafraumgrenze wurde vom Schiedsrichter Rizzoli nicht geahndet. Danach war die Partie überwiegend von spielerischen Ungenauigkeiten und Ballverlusten auf beiden Seiten gekennzeichnet. In der 80. Minute verzog Kroos den Ball nach einem Rückpass von Mesut Özil rechts neben das argentinische Tor. Miroslav Klose, der im Halbfinale zum WM-Rekordtorschützen avanciert war, wurde in der 88. Minute ausgewechselt. Für ihn kam Mario Götze, der in der Nachspielzeit bei einem Schussversuch aus zentraler Position in rund 20 Metern Entfernung zum Tor den Ball nicht richtig traf, so dass Romero diesen problemlos aufnehmen konnte. Damit blieb es beim torlosen Unentschieden zum Ende der regulären Spielzeit.
In der ersten Minute der Verlängerung parierte Romero einen Schuss von Schürrle aus kurzer Distanz. Sechs Minuten später platzierte der für Higuaín eingewechselte Rodrigo Palacio einen von Mats Hummels unterlaufenen Ball frei vor Neuer als Lupfer links neben das deutsche Tor. In der zweiten Hälfte der Verlängerung erlitt Bastian Schweinsteiger in der 108. Spielminute bei einem Zweikampf mit Agüero durch einen Faustschlag eine blutende Platzwunde unter dem rechten Auge. Der seit der 65. Minute mit einer gelben Karte vorbelastete Argentinier entging einem Platzverweis; Schweinsteiger setzte die Partie fort, nachdem die Wunde von Mannschaftsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt am Spielfeldrand geklammert worden war.
In der 113. Minute ging die deutsche Mannschaft in Führung. Nach einem Zuspiel von Toni Kroos von der Mittellinie startete André Schürrle auf der linken deutschen Seite auf Höhe des Mittelkreises einen Vorstoß zur Grundlinie der argentinischen Spielfeldhälfte. Bedrängt von Javier Mascherano und Pablo Zabaleta schlug er seitlich des argentinischen Strafraums eine Flanke über Martín Demichelis hinweg an das linke Eck des Fünf-Meter-Raums, wohin sich Mario Götze freigelaufen hatte. Götze sprang dem Ball entgegen, nahm ihn mit der Brust an und schoss ihn per Drehschuss mit dem linken Fuß ins lange Eck des argentinischen Tors. Sergio Romero hatte auf einen Schuss in das kurze Eck spekuliert.
Nach dem 1:0 erhöhte Argentinien den Druck auf das deutsche Tor, kam aber nicht mehr zum Ausgleich. Die letzte gute Tormöglichkeit vergab Messi in der dritten Minute der Nachspielzeit der Verlängerung, als er den Ball bei einem Freistoß aus etwa 25 Metern über das deutsche Tor schlenzte. Rizzoli pfiff das Spiel etwa eine Minute später nach einem Foulspiel von Zabaleta an Schweinsteiger ab.
Mit dem Sieg errang die DFB-Elf ihren ersten WM-Titel außerhalb Europas und als erste europäische Fußballnationalmannschaft einen Titel auf dem amerikanischen Kontinent. Für Deutschland war es der erste WM-Titelgewinn seit der Wiedervereinigung, der erste in der Verlängerung eines WM-Finales und nach der Endspielniederlage 1966 gegen England das zweite WM-Finale, das in der Verlängerung entschieden wurde. Die deutsche Mannschaft war die erste, die zum dritten Mal den seit 1974 verliehenen FIFA-WM-Pokal erringen konnte. Es war nach den Siegen im WM-Finale 1990 und in den beiden Viertelfinalspielen bei den Weltmeisterschaften 2006 und 2010 der vierte deutsche Turnierspielsieg gegen Argentinien hintereinander. Durch den Finalsieg übernahm die deutsche Mannschaft in der FIFA-Weltrangliste mit 1724 Punkten die Tabellenführung vor Argentinien (1606 Punkte) und den Niederlanden (1496 Punkte). In der alternativen Rangliste der World Football Elo Ratings sorgte der Finalsieg dafür, dass Deutschland mit 2223 Punkten die höchste dort jemals ermittelte Punktzahl erreichte.