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Ferrero (Unternehmen)

Italienischer Süßwarenhersteller

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Die Ferrero International S.A. ist die Konzernobergesellschaft des italienischen Süßwarenherstellers mit faktischem Sitz in Alba in der Region Piemont und steuertaktischem Verwaltungssitz in Luxemburg.

Ferrero betreibt weltweit 41 Produktionsstätten und vertreibt ihre Produkte in über 170 Ländern.

Der Sitz der deutschen Niederlassung liegt in Frankfurt am Main, die Produktionsstätten liegen in Stadtallendorf sowie in Faulbach.

Das Unternehmen wurde 1946 von dem 1898 geborenen Konditor Pietro Ferrero senior in Alba (Italien) gegründet. Pietro Ferrero ist, gemeinsam mit Francesco Rivella, der Erfinder von Nutella, einer Nuss-Nougat-Creme, die das Unternehmen bereits seit den 1940er Jahren in Italien – zunächst unter dem Namen Pasta gianduja, später als Pasta giandujot – verkaufte. 1951 brachte Ferrero die von Sohn Michele Ferrero verfeinerte Rezeptur „Supercrema“ auf den italienischen Markt.

Nach Pietro Ferreros Tod übernahm kurze Zeit seine Witwe, Piera Cillario Ferrero, die Geschäfte, ihr folgte der gemeinsame Sohn Michele Ferrero. Unter seiner Leitung erlangte das Unternehmen Weltruhm. 1962 heiratete Michele Maria Franca Fissolo. Seit 1997 leitet deren Sohn Giovanni Ferrero das Unternehmen, bis 2011 noch gemeinsam mit seinem Bruder Pietro Ferrero junior, der jedoch 2011 verstarb. Die Ferrero-Gruppe wird heute in der dritten Generation von Giovanni Ferrero geführt und ist vollständig in Familienbesitz.

1984 stieg Ferrero mit der Ferrero Asia Limited in den chinesischen Markt ein. Heute ist Ferrero auch in Osteuropa, den Vereinigten Staaten, Südamerika sowie im Fernen Osten aktiv. Großes Medieninteresse erweckte das Unternehmen, als es 2000 mit Blick auf die eigene Marke Kinder-Schokolade die Verwendung des Domain-Namens „kinder.at“ durch andere unterbinden wollte. Vor Gericht unterlag es in allen Instanzen.

Im Sommer 2014 übernahm Ferrero den größten türkischen Haselnussverarbeiter Oltan zu einem ungenannten Preis, um die Versorgung mit der in vielen seiner Produkte enthaltenen Zutat langfristig abzusichern. Die EU-Kommission genehmigte die Übernahme im September 2014 mit der Begründung, dass Ferrero damit keine marktbeherrschende Stellung einnehme. Interessenvertreter türkischer Bauern und industrieller Weiterverarbeiter bestreiten dies. Ferrero kaufte 2019 etwa ein Drittel der gesamten türkischen Haselnussproduktion.

2016 übernahm Ferrero den belgischen Gebäckhersteller Delacre von der Yıldız-Tochter United Biscuits. Im Jahr darauf übernahm das Unternehmen die Ferrara Candy Company, welche zu diesem Zeitpunkt einen Jahresumsatz von rund einer Milliarde Dollar hatte.

Im Januar 2018 übernahm Ferrero das Süßwarengeschäft von Nestlé in den USA für 2,8 Milliarden US-Dollar, das in die Tochtergesellschaft Ferrara Candy Company in Chicago eingegliedert wurde. Die Übernahme umfasste die Marken 100Grand, Baby Ruth, Butterfinger, Chunky, Crunch, Raisinets, OhHenry! und SnoCaps sowie weitere regionale Marken wie SweeTarts, LaffyTaffy, Nerds, FunDip, PixyStix, Gobstopper, BottleCaps, Spree und Runts.

Ferrero übernahm 2019 die Keks-Sparte von Kellogg’s, zu der unter anderen Marken wie Keebler, Mother’s und Little Brownie Bakeries gehören, für 1,2 Milliarden Euro. Der 2023 durch eine Spaltung des Kelloggs-Unternehmens entstandene Konzern WK Kellogg wurde 2025 von Ferrero für 3,1 Milliarden US-Dollar gekauft. WK Kellogg vertreibt Zerealien wie Froot Loops, Frosties oder Rice Crispies in Nordamerika.

Im Jahr 2019 erwarb Ferrero die Anteilsmehrheit am größten spanischen Handelsmarken-Eiskremhersteller Ice Cream Factory Comaker (ICFC), früher Avidesa, mit Produktionsstätten im spanischen Alzira und im italienischen Castel d’Ario; 2021 wurden auch die restlichen 30 % Anteile erworben.

Im Juni 2021 übernahm die zur Ferrero-Gruppe zählende belgische Finanzholding CTH die britische Burton’s Biscuit Company. Über CTH hatte Ferrero in der Vergangenheit bereits Fox’s Biscuits in Großbritannien, Biscuits Delacre in Belgien und die Kelsen Group in Dänemark übernommen.

Im Oktober 2023 übernahm die amerikanische Tochterfirma Ferrara den Süßwarenproduzenten Jelly Belly. Der Kaufpreis soll bei etwa 3 Milliarden US-Dollar gelegen haben.

Das Unternehmen begann 2020 eine schokoladenverarbeitende Fabrik in Bloomington, Illinois zu bauen. Die Fabrik ist das erste schokoladenverarbeitende Werk des Unternehmens in Nordamerika und das dritte weltweit. Es liefert Schokolade für Marken wie kinder, Butterfinger und Crunch und wurde im Mai 2024 eröffnet. In der Fabrik wird auch die seit April 2026 in den USA und Kanada erhältliche Nutella-Sorte Peanut produziert. Im April 2025 kündigte das Unternehmen an, die Fabrik in Brantford, Kanada, für 445 Millionen Euro zu erweitern.

Im März 2026 übernahm Ferrero den brasilianischen Protein-Snack-Hersteller Bold Snacks.

Salmonellen-Ausbruch im Produktionswerk Arlon ab Dezember 2021

Im April 2022 geriet das Unternehmen wegen eines Salmonellen-Ausbruchs in die Schlagzeilen. Dabei wurden Rückrufaktionen in mehreren Staaten veranlasst, nachdem der Verdacht aufgekommen war, dass bestimmte Produkte, die im Ferrero-Werk im belgischen Arlon produziert wurden, mit Salmonellen befallen sein könnten. Laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) wurde der Ausbruch durch Salmonella Typhimurium verursacht. Der erste Fall sei am 7. Januar 2022 vom Vereinigten Königreich gemeldet worden. Zusammen mit dem Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) wurde der Ausbruch weiter untersucht.

Am 8. April 2022 kündigte die belgische Aufsichtsbehörde AFSCA an, dem Ferrero-Werk in Arlon, der Ferrero Ardennes, die Produktionslizenz zu entziehen. Ferrero bestätigte im April 2022, dass in dem betroffenen Werk bereits am 15. Dezember 2021 ein Salmonellenbefall festgestellt worden war. Die Öffentlichkeit wurde hierüber nicht informiert, die betroffenen Produkte gingen in den freien Verkauf und wurden erst bis zu vier Monate später zurückgerufen. Die belgische Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen gegen Ferrero ein.

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