Fernsehen (auch kurz TV, vom griechisch-lateinischen Kunstwort Television) bezeichnet die Übertragung von bewegten Bildern auf ein Empfangsgerät. Das Verb fernsehen bedeutet, mittels eines Fernsehgerätes eine Fernsehsendung anzuschauen.
Fernsehen gilt als Massenmedium, welches live oder nach Aufzeichnung zeitversetzt an ein Massenpublikum sendet. Eine direkte Interaktion mit dem Publikum ist, anders als beispielsweise beim Internet, nicht möglich. Weil die Ausstrahlung der Fernsehsendungen einem festen Programmschema folgen, ist von einem linearen Medium die Rede. Der Abruf von Fernsehsendungen in der Mediathek im Internet ist hingegen non-linear, weil das Publikum selbst das Programm auswählen kann.
Der Begriff Fernsehen benennt auch den soziotechnischen Komplex von Organisationen (öffentlich-rechtlichen oder privatwirtschaftlichen Sendern) und Techniken (Aufnahme-, Aufzeichnungs-, Produktions-, Sende- und Empfangstechniken).
Fernsehen wird üblicherweise mit modulierter Hochfrequenzübertragung über Antennen oder kabelgebunden (Kabelfernsehen) genutzt, wofür bestimmte Frequenzbereiche festgelegt werden. Die Übertragung über Antennen erfolgt dabei entweder nicht-terrestrisch, mit Hilfe von Rundfunksatelliten (Satellitenfernsehen) oder über terrestrische Frequenzen (Antennenfernsehen, auch terrestrisches Fernsehen genannt).
Auf welche Weise die Bild- und Toninformationen bei der Übertragung kodiert werden, hängt von der verwendeten Fernsehnorm ab. Es gibt weltweit eine Vielzahl von Fernsehnormen, die jedoch auf wenige Grundparameter reduziert werden können. Zum einen wird zwischen analogem Fernsehen und digitalem Fernsehen unterschieden. Als analoges Fernsehen bezeichnet man Fernsehen, bei dem zumindest die Bilddaten, meist aber auch die Tondaten analog übertragen werden.
Es gibt mehrere analoge Fernsehnormen. In vielen Regionen ist das analoge Fernsehen von der digitalen Bildübertragung verdrängt worden (siehe digitales Fernsehen, Analogabschaltung).
Beim Medium Fernsehen stehen wenige Programmanbieter einem Massenpublikum von mehreren Millionen Zuschauern (Konsumenten) gegenüber.
Dieser Umstand ist in den meisten Ländern historisch bedingt, da aufgrund der bestehenden Gesetze das Fernsehen zunächst ausschließlich von öffentlichen Anstalten betrieben wurde. Dies änderte sich mit sinkenden Sendekosten und der Liberalisierung des Marktes. Die Kosten zur Produktion der Inhalte werden seitens der Programmanbieter auf verschiedene Weisen gedeckt (siehe hierzu Duales Rundfunksystem).
Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, die einen staatlich festgelegten Programmauftrag haben, an dem sich ihre Programme orientieren müssen, finanzieren sich in Deutschland zu einem großen Teil aus staatlich festgelegten Beiträgen (siehe hierzu auch Beitragsservice) und Werbung. Einige weitere Einnahmequellen bestehen im Weiterverkauf oder in der Lizenzierung eigener Fernsehproduktionen.
Die privaten Fernsehsender finanzieren sich dagegen fast ausschließlich durch Werbung. Fernsehproduktionen werden in der Regel in Auftrag gegeben, ein Großteil der Programminhalte wird gekauft oder lizenziert. Bei den gekauften oder lizenzierten Produktionen der deutschen privaten Fernsehsender handelt es sich überwiegend um umsatzträchtige US-amerikanische Serien oder Filme, teilweise ganze Fernsehformate.
Neben den öffentlich-rechtlichen und den privaten Fernsehsendern gibt es noch sogenannte Bezahlfernsehsender (engl. Pay-TV; auch subscription television), die vom Zuschauer direkt bezahlt werden (z. B. Sky Deutschland, früher Premiere). Diese verschlüsseln ihre Sendungen, die so nur mit speziellen Decodern gesehen werden können. Der Zuschauer bezahlt dann je nach System entweder pro Programm beziehungsweise Programmpaket oder pro Sendung (Pay-per-View). Da Werbung vom Zuschauer meist als störend empfunden wird, verzichten Bezahlfernsehsender in der Regel auf Werbung. Dies empfinden manche Pay-TV-Abonnenten als großen Vorteil. Die Eigenwerbung der Pay-TV-Sender (On Air Promotion) kann als störend empfunden werden.
Im Vereinigten Königreich existiert auch eine Zwischenform. Das dortige BSkyB ist zwar Bezahlfernsehen, es sendet gleichwohl etwa so viel Werbung wie werbefinanziertes Privatfernsehen.
Das Fernsehen zählt zu den Massenmedien. Es vermittelt Informationen und hat Anteil an der Meinungsbildung der Bevölkerung.
Genutzt wird das Fernsehen seitens der Zuschauer hauptsächlich zur Unterhaltung, Freizeitgestaltung sowie zur Informationsbeschaffung oder Bildung. In der Forschung wird zwischen (journalistischen) Informationsangeboten, Sportsendungen, non-fiktionale Unterhaltung und Reality-TV, fiktionale Unterhaltung, sonstiges und Werbung unterschieden.
Das Spektrum der Unterhaltungssendungen ist äußerst vielfältig und umfasst unter anderem Filme, Serien und Unterhaltungssendungen, die sich in weitere Sparten unterteilen lassen. Zur Rubrik Bildungsfernsehen gehören Dokumentationen, Politik-, Ratgeber- und Wissenschaftssendungen.
Seitens der Wirtschaft wird das Fernsehen zur Werbung benutzt. In kurzen Werbespots werden einzelne Produkte und/oder Marken präsentiert und deren Kauf empfohlen. Neben den Werbespots gibt es auch sogenannte Verkaufsshows oder Dauerwerbesendungen. Einige spezialisierte Sender, sogenannte Home-Shopping-Sender, zeigen den ganzen Tag nichts anderes als solche Verkaufsshows.
Für die Werbeindustrie ist das Fernsehen eines der wichtigsten Medien, da auf diesem Weg viele Menschen erreicht werden können. Außerdem eignet sich das Fernsehen für die Werbeindustrie, weil man mit diesem Medium besonders gut Gefühle und Emotionen beim Konsumenten wecken kann.
In Deutschland regeln staatsvertragliche Auflagen Dauer und Häufigkeit der Werbung pro Sendung beziehungsweise Sendezeit. Die Rechte zur Ausstrahlung von Werbung in den öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten sind stärker eingeschränkt. Sie dürfen beispielsweise nach 20 Uhr sowie an Sonntagen und im ganzen Bundesgebiet anerkannten Feiertagen keine Werbung ausstrahlen. Bei nicht öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten darf die Werbung 20 % des Programms, somit 12 Minuten pro Stunde, bisher nicht überschreiten.