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Felicia Skene

Schottische Autorin, Philanthropin und Gefängnisreformerin

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Felicia Mary Frances Skene (* 23. Mai 1821 in Aix-en-Provence; † 6. Oktober 1899 in Oxford) war eine schottische Autorin, Philanthropin und Gefängnisreformerin. Sie veröffentlichte auch unter den Pseudonymen Erskine Moir, Francis Scougal und Oxoniensis. Zahlreiche ihrer Schriften erschienen anonym.

Felicia Skene war die Tochter des schottischen Anwalts James Skene und wuchs in Schottland und Frankreich (Paris) auf. Die Familie, die der sogenannten Oxford-Bewegung innerhalb der Anglikanischen Kirche nahestand, ließ sich letztlich in Oxford nieder.

Nach ihrer Rückkehr von Griechenland (siehe unten) nach England (1845) war Skene innerhalb ihrer Kirchengemeinde karitativ tätig. Während der schweren Cholera- und Pockenepidemie im Jahr 1854 war sie in Zusammenarbeit mit dem Arzt Henry Acland daran beteiligt, gemeinsam mit ehrenamtlichen Krankenpflegerinnen Erkrankte zu pflegen. Als Florence Nightingale in Reaktion auf die drastischen Berichte der Times-Korrespondenten William Howard Russell und Thomas Chenery über die mangelhafte Versorgung erkrankter und verletzter britischer Soldaten im Krimkrieg von Sidney Herbert beauftragt wurde, eine Gruppe von Pflegerinnen zu leiten, konnten einige dieser ehrenamtlichen Pflegerinnen rekrutiert werden und Skene half bei der schwierigen Rekrutierung von geeigneten Pflegerinnen. Eine Krankenpflegeausbildung gab es zu diesem Zeitpunkt nicht. Bei den Pflegekräften, die in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in britischen Krankenhäusern arbeiteten, handelte es sich in der Regel um ehemalige Dienstboten oder um Witwen, die keine anderweitige Anstellung fanden und daher gezwungen waren, sich ihr Brot durch diese Arbeit zu verdienen.

Im Jahr 1869 bezog sie ein Haus in der St Michael Street in Oxford und begann ihre Wohltätigkeitsarbeit im Frauengefängnis von Oxford. Sie gehört neben Elizabeth Fry zu den viktorianischen Reformerinnen des Gefängniswesens, die sich insbesondere für eine Beratung der Strafgefangenen und ihre Betreuung nach der Entlassung einsetzten und für einen liberaleren Umgang mit den Strafgefangenen warben. Sie selber traf die gewöhnlich früh am Morgen entlassenen Ex-Strafgefangenen am Gefängnistor und bot ihnen Frühstück und eine Starthilfe für ihr neues Leben an.

In ihren Romanen griff sie häufig aktuelle soziale Fragen ihrer Zeit auf. Zu ihren erfolgreichsten Romanen gehört Hidden Depths (1866), der bis heute für seine sozialkritische Milieuschilderung der viktorianischen Gesellschaft Beachtung findet. Viele ihrer Schriften sind jedoch religiösen oder erbaulichen Themen gewidmet. Zwischen 1866 und 1873 publizierte sie auch in der religiösen Zeitschrift Good Words; in Oxford gab sie von 1862 bis 1880 den Churchman’s Companion heraus. Ihr zu Lebzeiten erfolgreichstes Buch, gemessen an den Verkaufszahlen, war ihre Schrift über Frömmigkeit und Devotion, The Divine Master (zuerst 1852 erschienen).

Religiöse und kulturelle Überzeugungen

Konstitutiv für einige ihrer Werke und im Allgemeinen für ihre Weltsicht war ihr siebenjähriger Aufenthalt im Königreich Griechenland, zusammen mit ihren Eltern, von 1838 bis 1845. In dieser Zeit entwickelte sie einen ausgeprägten Philhellenismus, der sich auf der Kehrseite als eine heftige Abneigung gegen die Türken und den Islam, aber auch gegen die slawischen Christen äußerte. „Er wusste nur zu gut, dass in moslemischer Brust / keine Liebe, kein Mitleid jemals Platz haben würden“, hieß es schon in einem „Die griechische Sklavin“ (The Greek Slave) betitelten Gedicht, das in Skenes – deutlich von Byrons Dichtungen inspirierten – The Isles of Greece enthalten ist.

Auch ihr Bericht über das Leben in Griechenland und ihre Reisen im Osmanischen Reich (Wayfaring Sketches) lassen in dieser Hinsicht an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Die Türkei war für sie “a land of utter and most melancholy darkness” (deutsch: „ein Land von vollkommener und höchst melancholischer Dunkelheit“) an anderer Stelle schrieb sie über die Türkei:

Ihr Reisebericht sticht außerdem dadurch hervor, dass sie die Einwohner des Osmanischen Reichs häufig als natives, „Eingeborene“, bezeichnet, was um die Mitte des 19. Jahrhunderts in europäischen Schriften über das Osmanische Reich ganz und gar unüblich ist. Zweifellos benutzte Skene diesen Begriff in bewusst abschätziger Absicht; darauf weist auch der Umstand, dass sie auch von „barbarian natives“ spricht.

Flankiert und begründet zugleich wird Skenes Haltung durch eine stark ausgeprägte anglikanisch-christliche (und vom Katholizismus beeinflusste) Grundeinstellung. Wie aus den Wayfaring Sketches hervorgeht, sah sie sich als einen der „heiligen Diener einer heiligen Sache“, deren Aufgabe auf Erden es sei, „sich der Flut des Unglaubens entgegenzustemmen, die bereits eingesetzt hat und die, wie es scheint, bald die ganze Welt unter sich begraben wird.“ Die „Verbreitung des Evangeliums“ (propagation of the gospel) hielt sie für die erste Notwendigkeit in dem „halb-barbarischen Land“ (semi-barbarous country) der Türkei und des Orients im Allgemeinen. Ihre Gesamthaltung kann an folgendem Passus abgelesen werden, wo Skene das westliche Europa und die Europäische Türkei kontrastierend gegenüberstellt, mit besonderem Blick auf die Stellung der Frauen:

1843: The Isles of Greece and Other Poems. R. Grant and Son, Edinburgh (Skene widmete das Buch Maximilian Joseph II. von Bayern, dessen Bruder Otto ja König von Griechenland war); Google

1847 (anonym): Wayfaring Sketches among the Greeks and Turks, and on the Shores of the Danube. By a Seven Years’ Resident in Greece. Chapman & Hall, London; Google

Zweite Ausgabe, 1849; archive.org.

1849: Use and Abuse, a Tale. Francis & John Rivington, London; hdl:2027/uc1.b3326031 (Hathitrust).

1849: The Inheritance of Evil: or, the Consequence of Marrying a Deceased Wife’s Sister. Joseph Masters, London.

1851: The Tutor’s Ward. A Novel. 2 Bände. Colburn and Co., London; (Google: Band I – Band II)

Amerikanische Ausgabe in einem Band 1852. Harper & Brothers, New York; Google

1852 (anonym): The Divine Master. Joseph Masters, London; Google

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